Israels Lufthoheit, jahrzehntelang ein unantastbarer Pfeiler seiner Abschreckungskraft, steht vor einer neuen strategischen Bewährungsprobe. Während Washington und Riad über den Verkauf modernster Tarnkappenjets vom Typ F-35 verhandeln, gerät die israelische Sicherheitsdoktrin ins Wanken. Benjamin Netanjahu ist bereit, das vielleicht heiligste Prinzip der israelischen Verteidigungsphilosophie, den qualitativen Vorsprung seiner Armee, zu riskieren, um ein politisches Wunder zu erreichen – die Normalisierung mit Saudi-Arabien. Doch was als diplomatischer Durchbruch erscheinen mag, könnte sich als sicherheitspolitische Sollbruchstelle erweisen.
DAS GRÖSSTE WAFFENGESCHÄFT DER GESCHICHTE?
Die Gespräche zwischen den USA und Saudi-Arabien über den Kauf der F-35-Jets haben sich in den letzten Wochen intensiviert, parallel zu den Bemühungen, Riad in die Abraham-Abkommen einzubinden. Israelischen Sicherheitsquellen zufolge möchte Saudi-Arabien 50 bis 100 Tarnkappenjets der modernsten Version (Block 4) erwerben. Der Deal ist Teil eines umfassenden Pakets, das ein gegenseitiges Verteidigungsabkommen mit den USA und Unterstützung für ein ziviles saudisches Atomprogramm umfasst. Berichten aus Washington gemäß liege die Umsetzung der Vereinbarung jedoch noch in weiter Ferne, vor allem wegen der amerikanischen Furcht vor Technologie-Abfluss...
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