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Israel und Libanon verhandeln über Entwaffnung der Hisbollah

Gespräche in Naqoura sollen Sicherheit an der Nordgrenze stärken – Israel warnt zugleich vor raschem Wiederaufbau der Terrororganisation

Ein Militärfahrzeug der Libanesischen Streitkräfte patrouilliert nach dem Abzug israelischer Truppen durch die Küstenstadt Naqoura nahe der Grenze zu Israel im Süden des Libanon (7. Januar 2025). Foto: EPA/STR

Israel und der Libanon haben in den vergangenen Tagen erneut Gespräche über die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah geführt. Im Mittelpunkt des Treffens im südlibanesischen Naqoura stand nach israelischen Angaben die Frage, wie die Bedrohung durch die Hisbollah nachhaltig beseitigt und die Sicherheit für die Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze gewährleistet werden kann.

Für Israel nahm Joseph Draznin vom Nationalen Sicherheitsrat an den Gesprächen teil. Er ersetzte Eli Resnick, der Israel bei der ersten Gesprächsrunde Anfang Dezember vertreten hatte. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten erklärte, bei dem Treffen seien auch wirtschaftliche Projekte erörtert worden, um das „gegenseitige Interesse an der Beseitigung der Hisbollah-Bedrohung und an nachhaltiger Sicherheit“ zu unterstreichen.

Nach israelischer Darstellung handelt es sich um eine Fortsetzung des sicherheitspolitischen Dialogs mit dem Ziel, die Entwaffnung der Hisbollah durch die Libanesische Streitkräfte sicherzustellen. Diese sollen künftig die alleinige Verantwortung für die Sicherheit südlich des Litani-Flusses übernehmen – ein Kernpunkt früherer internationaler Vereinbarungen, der bislang nie vollständig umgesetzt wurde.

Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund wachsender israelischer Sorge statt. Erst wenige Tage zuvor hatte die Israelische Verteidigungsstreitkräfte gewarnt, dass die Hisbollah trotz anhaltender israelischer Luftangriffe damit begonnen habe, ihre militärischen Fähigkeiten im Libanon zügig wieder aufzubauen. Zwar wurde die Führung der Organisation im Zuge einer zweimonatigen israelischen Offensive deutlich geschwächt, doch die Strukturen am Boden gelten weiterhin als intakt.

Der derzeitige Waffenstillstand trat am 27. November 2024 in Kraft. Er wurde nach intensiven Kämpfen zwischen Israel und der Hisbollah vereinbart und von beiden Regierungen sowie fünf Vermittlerstaaten getragen, darunter die Vereinigten Staaten. Ziel war es, eine weitere Eskalation an der Nordgrenze Israels zu verhindern und Raum für politische Lösungen zu schaffen.

Die US-Botschaft in Beirut erklärte, das jüngste Treffen habe der Fortsetzung koordinierter Bemühungen zur Stabilisierung der Lage und zu einer dauerhaften Einstellung der Feindseligkeiten gedient. Militärische Vertreter hätten operative Lageberichte vorgelegt und die Bedeutung einer engeren Abstimmung betont. Ein starker libanesischer Sicherheitsapparat sei entscheidend, um die vereinbarten Ziele tatsächlich umzusetzen.

Parallel dazu diskutierten zivile Teilnehmer Voraussetzungen für die sichere Rückkehr der Bewohner in die Grenzregionen, den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur sowie wirtschaftliche Prioritäten. Nach US-Angaben wurde dabei hervorgehoben, dass politischer und wirtschaftlicher Fortschritt untrennbar mit nachhaltigen Sicherheitsgewinnen verbunden sei.

Beide Seiten bekräftigten, dass Fortschritte auf sicherheitspolitischer und politischer Ebene sich gegenseitig verstärken müssten, um langfristige Stabilität und Wohlstand zu ermöglichen. Eine weitere Gesprächsrunde ist für 2026 geplant – doch aus israelischer Sicht bleibt entscheidend, ob der Libanon diesmal tatsächlich bereit und in der Lage ist, die Hisbollah zu entwaffnen und die Kontrolle im Süden des Landes durchzusetzen.

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Patrick Callahan

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