Israel Heute Morgen

Am Ende hatte es noch nicht geregnet, als ich gestern gegen 17 Uhr in Modiin ankam. Ein paar Worte über den Alltag nach einer nicht einfachen Woche, hohe Lebenskosten in Israel, angekündigte Preiserhöhungen und natürlich das Wetter für heute.

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Guten Morgen liebe Leser!
Am Ende hatte es noch nicht geregnet, als ich gestern gegen 17 Uhr in Modiin ankam. Ich habe jetzt ganz bewusst das Wort „noch“ geschrieben, denn einige Stunden später öffneten sich die Himmelspforten und es goß eimerweise. Mein Sohn war zu der Zeit leider schon mit Freunden unterwegs. Ich sage leider, weil er das Haus mit der Gewissheit verlassen hatte, dass es nicht regnet. Er war ziemlich nass, als ich ihn später mit dem Auto abholte.

Heute früh hat sich alles wieder beruhigt. Der Himmel ist wieder einmal strahlend blau, wie so oft morgens in Jerusalem. Regnen soll es hier laut Wetterbericht, den wir gleich lesen werden, nicht. Wer nach Tel Aviv muss, sollte sich allerdings einen Regenschirm mitnehmen. Auch in Modiin war es , als ich auf meinen Bus wartete, noch sehr bewölkt, wie Sie auf dem Titelfoto sehen können. Dort besteht, laut meiner Wetter-App, eine Regenchance von 90 Prozent.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig ohne eine nennenswerte Veränderung der Temperaturen. Bis zum Mittag kann es im Norden und an der Küste zu vereinzelten Regenschauern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 19 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt weiterhin bei -214.60 m unter dem Meeresspiegel.

Wir sollten dankbar sein, dass der Regen in diesem Winter schon regelrecht früh begonnen hat. Ich erinnere mich an Jahre, in denen es erst ab Ende Januar begonnen hatte, so richtig zu regnen.

Trotz der sehr unruhigen letzten Woche scheinen wir es wieder geschafft zu haben, in unseren normalen Alltagstrott zurückzukehren. Natürlich lesen wir in den Zeitungen die Meldungen über die Verbesserung des Zustands von Verletzten nach des letzten Anschlägen. Auch die kurze “Pressekonferenz” des Ehepaares Ish-Ran, die ihr Baby nur drei Tage nach der wegen der Verletzung der Mutter erzwungenen Geburt verloren hatten, ging uns ans Herz. Besonders ein Satz, den wir gestern auch als Überschrift genommen hatten, hatte ich sehr gerührt: “Das Blut des Volkes Israel fließt in meinen Adern”, hatte Shira Ish-Ran gesagt. Ein wahnsinnig starker Satz. Und er war sogar korrekt. Trotz dieser ganzen Ereignisse sind wir jetzt wieder im alltäglichen Leben. Wir schauen nach vorne, bis zum nächsten Ereignis, das vielleicht wieder ganz Israel vereinen wird, so wie es durch das gerade mal 3 Tage alt gewordenen Babys geschehen war.

”Alltag” an der Bushaltestelle bei Givat Assaf, wo in der letzten Woche zwei israelische Soldaten erschossen wurden (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Auch im israelischen Alltag gibt es genug Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Unter anderem sollen die Strompreise zu Beginn des nächsten Jahres erhöht werden, danach soll dann auch das Wasser teurer werden, denn um Meerwasser zu entsalzen, wird sehr viel Energie benötigt. Und so geht die Kette dann weiter. So sollen auch eine ganze Reihe von Lebensmittel teurer werden. Dabei ist es eh nicht billig hier bei uns. Um zu sehen, was ich damit meine, brauchen Sie nur einmal in einen Supermarkt zu gehen und die Preise mit den Preisen in Deutschland zu vergleichen. Für die Regierung ist die erwartete Welle der Preiserhöhungen natürlich im Jahr der Wahlen nicht angenehm. Auch so hat sie es mit ihrer dünnen Mehrheit in der Knesset nicht einfach. Aber darüber werden wir später berichten.

Warum sind Lebensmittel in Israel so teuer? Darüber sprach die in Jerusalem lebende Bloggerin Miriam. Einfach mal zuhören.

Natürlich haben die hohen Preise hier bei uns auch etwas damit zu tun, dass Israel sehr viel Geld für die Sicherheit investiert. Wir sind ein kleines Land mit vielen Feinden um uns herum. Da hat die Sicherheit absolute Priorität. Das müssen wir, die Bürger, verstehen, wenn wir uns wegen der hohen Lebenskosten beschweren. Ja, es ist nicht immer einfach, hier zu leben. Aber trotz allem möchte ich in keinem anderen Land leben. Trotz vieler Probleme gibt es hier dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit, das ich nirgend woanders empfunden habe.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun einen angenehmen und friedlichen Dienstag. Gleich gibt es wieder aktuelle Meldungen aus Israel, die hoffentlich alle nur positiv sein werden. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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