Israel Heute Morgen

Der Winter ist vorbei. Für die nächsten Tage jedenfalls. Bei uns wird wieder viel über den Shabbat gesprochen, sogar gestritten. Es geht um ein Gesetz, das bald von der Knesset verabschiedet werden wird. Danach dürfen die Städte nicht mehr alleine über die Öffnung von Geschäften am Shabbat entscheiden. Das und vieles mehr sind die Themen, über die bei uns heute gesprochen wird. Es soll wieder wärmer werden.

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Guten Morgen liebe Leser!

Der Winter ist vorbei. Für die nächsten Tage jedenfalls. Der Regen hat sein kurzes Gastspiel hier bei uns beendet. Draußen scheint wieder die Sonne, der Himmel ist strahlend blau, nicht eine einzige Wolke ist zu sehen. Es soll wieder wärmer werden. Heute früh war es allerdings mit gerade mal 6 Grad noch recht kühl. Doch das soll sich jetzt ändern, für Donnerstag hat man uns überdurchschnittlich hohe Temperaturen angekündigt. Den nächsten Regen werden wir vielleicht erst im Jahr 2018 bekommen. Aber immerhin ist der Wasserpegel des See Genezareth endlich wieder einmal angestiegen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.38 m unter dem Meeresspiegel.

Wie sie auf dem heutigen Titelfoto sehen können, hat es auf dem Hermon-Berg geschneit. Der Berg wurde gestern für Besucher geöffnet. Zwar kann man noch nicht Skifahren, aber für eine kleine Rutschpartie reichte es allemal. Und überhaupt, wir Israelis lieben den Schnee.

Bei uns spricht man in den letzten Tagen sehr oft über den Shabbat. Es geht um das sogenannte “Supermarkt-Gesetz”, über das in der Knesset beraten wird. Dem geplanten Gesetz zufolge dürfen Städte und Gemeinden städtische Verordnungen, die das Öffnen von Geschäften am Shabbat ermöglichen, nur nach Genehmigung des Innenministers beschließen. Sollte eine Gemeinde dies bereits durch eine bestehende Verordnung ermöglichen, kann der Innenminister das nicht verhindern. So befinden sich jetzt einige Städte in einem Wettlauf gegen die Zeit und versuchen, eine städtische Verordnung zur Öffnung von Geschäften am Shabbat noch vor der Verabschiedung des neuen “Supermarkt-Gesetzes” in der Knesset zu beschliessen. Bei der Zeitung Jediot Achronot ist der Shabbat heute das Hauptthema auf der Titelseite. Hier also unser heutiger Blick auf die Titelseiten der Zeitungen, es gibt diesmal eine große Auswahl an Themen:

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Die Zeitung Maariv beginnt mit einem ganz anderen Thema, es geht um Probleme in einem Krankenhaus. ”Kind im Rollstuhl wartete 24 Stunden auf eine Behandlung”. In einem Krankenhaus für Kinder ist die Onkologie-Abteilung überfüllt, so dass ein krebskranker Junge einen ganzen Tag lang auf seine Behandlung warten musste, im Rollstuhl. Die Eltern sagen, dies sei das Ergebnis der Schließung der Onkologie-Abteilung im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem (Artikel). Das Kinderkrankenhaus macht das Gesundheitsministerium für das problem verantwortlich. Schade nur, das dieser Streit auf dem Rücken der kranken Kinder ausgetragen wird. Dann gibt es eine Meldung über die Korruptions-Affäre von David Bitan, der deswegen schon von seinem Amt des Koalitionsvorsitzenden zurückgetreten war. Seine Lage wird immer ernster. “Moshe Josef gesteht: Ich habe Bestechungsgeld an David Bitan überwiesen“. Es sieht nicht gut aus. Sollte Bitan für schuldig befunden und verurteilt werden, kann er sich im Gefängnis wiederfinden, das Gesetz sieht für Bestechungsfälle eine Haftsstrafe von bis zu drei Jahren vor. Unten auf der Seite dann eine Meldung aus der Knesset. ”Man wartet auf Empfehlungen”, lautet die Überschrift. Hierbei geht es um das sogenannte “Empfehlungs-Gesetz”, wonach es der Polizei untersagt werden soll, nach Untersuchungen eine Empfehlung auszusprechen. Dieser Gesetzesvorschlag hat in der Opposition für herbe Kritik gesorgt, der Regierung wird vorgeworfen, nicht für die Bürger, sondern nur für sich selbst zu arbeiten.

Bei die Zeitung Jediot Achronot wird die grösste Überschrift dem Streit um den Shabbat gewidmet: ”Die Shabbat-Revolte”. Dabei geht es , wie ich Ihnen schon erzählte, um die Bemühungen einiger Städte noch vor der Verabschiedung des besagten “Supermarkt-Gesetzes” eine städtische Verordnung zu beschließen, die das Öffnen von Geschäften am Shabbat erlaubt. Die Städte sagten, dass sie in jedem Fall, den Geschäfte erlauben würden, am Shabbat zu öffnen, auch wenn die Knesset das Gesetz jetzt verabschieden wird. Das kann heiter werden. Oben auf der Seite dann eine Meldung über rasende Autofahrer. ”Dramatischer Anstieg der Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit”. In diesem Jahr ist die Zahl der Strafzettel gegen Schnellfahrer um 134% angestiegen. Das heißt jetzt nicht, dass es viel mehr Raser gibt als früher, sondern dass die Geschwindigkeitskameras jetzt viel genauer sind und auch bei einer nur kleinen Geschwindigkeitsübertretung reagieren. Ich verstehe sowieso nicht, warum es viele Autofahrer so eilig haben und damit andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Unten auf der Seite dann zwei Erfolgsgeschichten . Zum einen geht es um einen Mann, der bei einem Anschlag in einem Pub in Tel Aviv schwer verletzt wurde und jetzt genau gegenüber einen Fitness-Club betreibt mit dem Namen “Bullet-Proof” (kugelsicher). ”Ich bin zum Leben zurückgekehrt”, lautet die Überschrift. Die zweite Meldung hat den Titel ”Das Start-Up von Ziv Shilon”. Ziv Shilon als Soldat durch einen Sprengsatz an der Grenze zum Gazastreifen seine Hand. Er war schwer verletzt. Nach einem langen Rehabilitationsprozess erholte er sich wieder , begann Marathons zu laufen, studierte Juristik. Jetzt hat er ein Start-Up begonnen, bei dem es ums Essen geht Er verbindet Hobbyköche mit Kunden, die Gerichte nachhause bestellen wollen. Es ist eigentlich ganz egal, was genau er oder andere machen, die schwer verletzt waren. Es geht darum, das man nie seine Lebensfreude verlieren darf, nie aufgeben darf. Dass es einem gelingt, aus einer Tragödie etwas Gutes zu schaffen. Hochachtung vor diesen beiden Menschen.

Die Zeitung Israel Hayom befasst sich mit der Zukunft des wegen des Streits um den Shabbat vor einiger Zeit zurückgetretenen Gesundheitsministers Litzman. ”So wird Litzman an die Spitze des Gesundheitsministerium zurückkehren”. Es soll sich hierbei um eine Exklusivmeldung der Zeitung handeln. Die Knesset soll ein Gesetz verabschieden, dass es Litzman ermöglichen soll, als stellvertretender Minister zu fungieren mit den Kompetenzen eines Ministers. Das mag jetzt etwas eigenartig klingen. Die orthodoxe Tora-Partei von Litzman war nie bereit, einen Ministerposten zu übernehmen, um nicht direkt für die Regierungsaktivitäten von ihren Wählern verantwortlich gemacht werden zu können. Danach stimmte Litzmann dennoch zu, Minister zu werden. was er dann während des Streites um die Arbeiten an der Eisenbahn am Shabbat bereute. Nun soll er als stellvertretender Minister ins Amt zurückkehren, so, als sei er Minister. Etwas kompliziert, ich weiß. Dann gibt es noch die Meldung über David Bitan, jetzt soll gegen ihn ausgesagt werden, sie kennen die Geschichte. Darunter eine viel wichtigere Meldung. Es geht im eine sogenannte “einsame Soldatin”. ”Einsame Soldatin, auf der Straße”. Obwohl sie Anrecht auf Wohngeld hat, hätte sie schon seit einem Monat in Parks übernachtet. Bis vor kurzem wohnte sie in einem der sogenannten “Soldatenhäusern”, konnte dort aber nicht bleiben. Die israelische Armee sagte, man habe ihr verschiedene Lösungen vorgeschlagen. Ich hoffe, die Soldatin wird schnell eine passende Unterkunft bekommen

Das war unser Blick auf die heutigen Titelseiten. Der Bericht ist heute etwas länger geworden, jede Zeitung wählte andere Themen. So bekommen Sie einen kleinen Einblick in das, was hier bei uns in Israel so alles passiert. Und das ist bei weitem nicht alles. Dafür sind wir für Sie da, liebe Leser, ihnen Israel etwas näher zu bringen. Weitere Meldungen gibt es dann später, hier auf der Internetseite.

Ein neuer Tag hat begonnen, ein sonniger Tag. ich wünsche Ihnen einen angenehmen zweiten Weihnachtstag, genießen Sie die Zeit. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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