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Israel Heute Morgen

Kaum zu glauben, aber es ist schon wieder so weit, wir haben den 24. Dezember, Weihnachten. Als Weihnachtsgeschenk sollen wir heute endlich wieder Regen bekommen, doch der Winter besucht uns nur für eine kurze Zeit. In Tel Aviv und Jerusalem wurde gestern demonstriert. Linke und Rechte demonstrierten getrennt gegen die Korruption, wobei das Modell einer Guillotine in Tel Aviv für eine Welle der Entrüstung sorgte. Das und mehr bei unserem Blick auf die Titelseiten der heutigen Zeitungen. Frohe Weihnachten!

Guten Morgen liebe Leser!

Kaum zu glauben, aber es ist schon wieder soweit, wir haben den 24. Dezember, Weihnachten. Auch hier in Jerusalem, kann man an einigen Plätzen die weihnachtliche Atmosphäre spüren. Am Donnerstag war ich in die Altstadt an das Jaffator gegangen, um zu sehen, wie der Weihnachtsmann Weihnachtsbäume an die christlichen Bürger verteilt, d. h. es war die Stadt Jerusalem, die diese Aktion in jedem Jahr durchführt. Darüber hatten wir ja schon berichtet (Artikel). Auch in anderen Städten mit christlichen Mitbürgern wie Jaffa, Haifa und Nazareth, bekommt man etwas von der Weihnachtsstimmung mit. In Nazareth befindet sich einer der grössten Weihnachtsmärkte in Israel, Sie können ihn später in unserem Video des Tages sehen.

Pünktlich zum Fest ist es hier bei uns deutlich kühler geworden. Als ich heute früh aus dem Bus stieg zeigte das Thermometer in Jerusalem gerade mal 10 Grad an. In der kommenden Nacht soll es dann noch kälter werden mit Tiefstwerten um die 6 Grad. Auch sollen wir endlich mal wieder etwas Regen bekommen und auf dem Hermon-Berg soll es sogar schneien, vielleicht auch im nördlichen Gaililäa. Es soll also winterlich werden, wie es sich gehört. Allerdings soll es ab Dienstag dann schon wieder wärmer werden.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Drastischer Temperaturrückgang. Vereinzelte Regenschauer im Norden und an der Küste, die sich im Laufe des Tages bis ins Zentrum des Landes und dem nördlichen Negev ausbreiten werden. In der kommenden Nacht vereinzelte Regenschauer vom Norden bis zum nördlichen Negev, Schneefall auf dem Hermon-Berg mit der Möglichkeit von leichtem Schneefall im nördlichen Galiläa. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 15 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.395 m unter dem Meeresspiegel.

Kommen wir nun zu den Titelseiten der heutigen Zeitungen. Wie an jedem Wochenende, sind auch diesmal wieder mehrere tausend Menschen am Samstagabend auf die Straßen gegangen und haben demonstriert. Zu der schon traditionellen Demonstration der Linken gegen die Korruption auf dem Rothshild-Boulevard in Tel Aviv hat sich in Jerusalem eine Demonstration der Rechten, ebenfalls gegen die Korruption in der Regierung, hinzugesellt. Ist schon irgendwie etwas komisch, oder? Die Regierung sollte es sich zu Herzen nehmen. Hier nun die Titelseiten von heute:

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

“Protest Tel Aviv – Jerusalem“, lautet die Überschrift bei Maariv . Dazu Bilder von den beiden Demonstrationen, links Jerusalem, rechts Tel Aviv. Um die 1000 Menschen demonstrierten in Jerusalem, in Tel Aviv waren es deutlich mehr. Dort trug ein Teilnehmer ein Modell einer Guillotine mit sich, was sehr heftig kritisiert wurde. Dies sei eine Anstiftung zur Gewalt, wurde aus dem rechten Lager gesagt. Unten rechts dann eine weitere Meldung: ”Netanjahu gab bekannt: Israel verlässt die UNESCO”. Der israelische Botschafter in der UNESCO wurde aufgefordert, bis zum Jahresende das Verlassen der Organisation in einem Brief offiziell bekanntzugeben. Dies war ja schon zu erwarten. Allerdings ist jetzt noch Zeit bis Ende 2018, bis dahin kann noch einiges passieren. Unten links eine Meldung bezüglich des Mordes an dem Soldaten in Arad vor einigen Wochen (Artikel): ”Der Anschlag von Arad: Waffenklau für Terroranschläge”. Heute wird gegen den Mörder des Soldaten Ron Kukia Anklage erhoben.

Die Titelseite von Jediot Achronot beginnt mit einer Meldung über die Präsidentin des Obersten Gerichts, Esther Chayut. ”Die Kandidaten der Präsidentin des Obersten Gerichts”. Esther Chayut hat eine Liste ihrer Kandidaten für das Oberste Gericht veröffentlicht und erntete reichlich Kritik. Sie würde ihr nahestehende Richter bei ihrer Wahl bevorzugen. Darunter dann ein Bild der gestrigen Demonstration in Jerusalem mit der Überschrift: ”Um die 1000 Menschen bei einer Demonstration der Rechten in Jerusalem gegen die Korruption”. Darunter dann ein Kommentar mit dem Titel: “Gemischtes Jerusalem”, auf Hebräisch sagt man “Me’urav Jerushalmi”, was auch der Name eines sehr beliebten Gerichtes ist. Der Kommentar beginnt mit dem Satz: Der Unterschied zwischen den Demonstrationen am Zionsplatz (Jerusalem) und am Habima-Platz (Tel Aviv) beginnt bei den Teilnehmern. Es ist schon interessant, das Linke wie Rechte gegen die Korruption demonstrieren, jeder auf seine Weise. Dann gibt es natürlich auch eine Meldung von der Demonstration in Tel Aviv: ”Bei der Demonstration der Linken auf dem Rothschild-Boulevard: Guillotine“. Aus der Likud-Partei wurde kritisiert Dies sei eine Ermunterung zum Mord an Netanjahu, alle roten Linien seien hier überschritten worden. Naftali Bennet sagte, dieser Wahnsinn müsse gestoppt werden, bevor es zu spät sei.

Auch die Zeitung Israel Hayom beginnt ihre Titelseite nit dem Foto der Guillotine auf der Demonstration in Tel Aviv. ”Die Guillotine auf dem Rothshild-Boulevard: Eine sehr ernste und gefährliche Hetze”. Die Guillotine vom Rothshild-Boulevard hat eine Welle der Entrüstung verursacht. Während im Tel Aviv einige Tausend Menschen auf der Straße waren, demonstrierten in Jerusalem nur einige Hundert, berichtet die Zeitung. Dann ein ganz anderes Thema. ”Das Versagen des Gesundheitssystems: Geld für die Krankenkassen – aber nicht für die Kranken”. Die Krankenkassen würden große Budgets erhalten, doch das meiste Geld würde bei den Kassen bleiben und nicht den Patienten zugute kommen, schreibt die Zeitung in ihrer Exlusiv-Meldung. Die Krankenkassen verteidigen: Überschüsse würden für Medikamente benutzt werden, die nicht vom Staat subventioniert werden. Oft dauert es sehr lange, bis die Krankenkasse ein teures Medikament oder eine wichtige Untersuchung genehmigen. Das Problem ist bekannt, leider. Unten links gibt es dann eine Meldung über die Absicht Israels, die UNESCO zu verlassen: ”Shalom UNESCO: “Israel hat beschlossen, die Organisation zu verlassen”. Israel wird die UNESCO bis Ende 2018 verlassen, was sollen sie dort auch? Ganz unten dann eine Schlagzeile über das zu erwartende Wetter: ”Der Winter kommt zu einem kurzen Besuch: Ab heute Nacht – Regen, Gewitter und Schnee auf dem Hermon”. Hoffen wir, dass der Winter noch oft zu Besuch kommen wird.

Das war unser Blick auf die heutigen Titelseiten. Ich bin gespannt, was uns der heutige Tag noch alles so bringen wird. Ich hoffe, es wird ein ruhiger und friedlicher Tag werden mit viel Regen und einem frohen Weihnachtsfest für alle Christen. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser ein gesegnetes Weihnachstfest mit viel Freude zusammen mit Ihren Lieben. Machen Sie es gut.

Altstadtmauer in Jerusalem (Foto: Dov Eilon)

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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