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Israel Heute Morgen

Das Wetter ist irgendwie verrückt. Während es morgens noch relativ kühl ist, ist es gegen Mittag so warm, dass ich mich frage, warum ich einen Pullover angezogen habe. Der gestrige Tag stand im Zeichen des Kampfes der von der Entlassung bedrohten Angestellten des „Teva-Konzerns“. Dazu kam dann noch ein abendlicher Raketenangriff aus dem Gazastreifen, bei dem ein Haus beschädigt wurde. Wir warten weiter auf Regen.

Guten Morgen liebe Leser!

Das Wetter ist irgendwie verrückt. Während es morgens noch relativ kühl ist, ist es gegen Mittag so warm, dass ich mich frage, warum ich einen Pullover angezogen hatte. Auch am Abend war es bei uns in Modiin recht kühl, relativ betrachtet. Es waren um die 12 Grad, sogar kühler als in Jerusalem. AM Tag wird es dann wieder angenehm warm mit Höchsttemperaturen um die 23 Grad an der Küste, immerhin 21 Grad hier un Jerusalem und sommerliche 28 Grad in Eilat. Die Situation des Genezareth Sees kann man als dramatisch bezeichnen. Es fehlt der Regen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt bis bewölkt mit der Möglichkeit von leichtem Regen. Die Temperaturen bleiben unverändert und für die Jahreszeit etwas zu hoch. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.385 m unter dem Meeresspiegel.

Der Wasserpegel des Genezareth ist also um einen weiteren Zentimeter gesunken, zu dieser Zeit hätte er längst ansteigen müssen. Die dramatische Lage des Sees ist heute auch eine der Schlagzeilen auf der Titelseite der Zeitung Jediot Achronot . Hier ein Blick auf die Titelseiten der heutigen Zeitungen:

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Die Zeitung Maariv beginnt ihre Titelseite mit einer Meldung über Demonstrationen in islamischen Ländern: ”Massendemonstrationen in der islamischen Welt gegen die Jerusalem-Erklärung von Trump”. Hunderttausende demonstrierten auf den Straßen in der Türkei, in Indonesien und Pakistan und forderten die Erklärung Trumps bezüglich Jerusalem zurückzunehmen. Den grössten Teil der Titelseite nimmt dann wieder der Kampf um die Arbeitsplätze beim Pharma-Konzern Teva ein. ”Der gemeinsame Kampf”, lautet die Überschrift. Die Angestellten von Teva haben gestern alle Standorte bestreikt. In Jerusalem haben sie sich in der Fabrik verbarrikadiert und dort die Nacht verbracht. Sie wollen dort bleiben, bis eine Lösung gefunden wird. Die Regierung ist auf ihrer Seite und versucht, Druck auf den dänischen Direktor des Konzerns auszuüben, um die Massenentlassungen zu verhindern und das Werk in Jerusalem am Leben zu erhalten. Unten dann eine Meldung aus der Unterwelt. ”Bandenführer sorgten für die Liquidierung von Kronzeugen”, lautet die unangenehme Überschrift. Zwei bekannte Anführer von Verbrecher-Organisationen, auch die gibt es in Israel, stehen unter Verdacht, für die Morde an mehrere Kronzeugen verantwortlich zu sein. Kein nettes Thema. Eine letzte Schlagzeile befasst sich mi dem Problem von Gewalt gegen Lehrer. ”Fünf Jahre Haft für Angriffe gegen Lehrer”. Die Regierung hat einen Gesetzesvorschlag genehmigt, wonach Eltern und Schüler, die Gewalt gegen Lehrer ausüben härter bestraft werden sollen. Gewalt hat in der Schule nun wirklich nichts zu suchen.

Kommen wir zur Zeitung Jediot Achronot. Sie berichtet auf der ersten Hälfte der Titelseite von einem Raketenangriff gestern Abend. ”Rakete vor der Haustür”. Gestern Abend ist eine aus dem Gazastreifen abgeschossene Rakete vor einem Haus im Landkreis Chof Ashdod explodiert und hat das Haus und das Auto der dort lebenden Familie leicht beschädigt. Wie durch ein Wunder ist nicht mehr passiert. Auf der unteren Hälfte der Seite dann ein Bild einer Demonstration der Mitarbeiter von Teva zusammen mit ihren Kindern. Ihre Situation ist sehr tragisch. ”Der Teva-Schlag”, steht neben dem Bild geschrieben. Unten links dann der von mir bereits erwöhnte Bericht über die dramatische Lage des See Genezareth. ”Israel vertrocknet”, lautet die Überschrift. Der See ist auf seinem tiefsten Stand eines Jahrzehntes. So sieht ein Dürrejahr aus, schreibt die Zeitung und verweist auf einen Artikel in der Zeitung hin. Wirklich traurig.

Die Zeitung Israel Hayom widmet den grössten Teil ihrer Titelseite einem Bericht über die Verbrecher-Organisationen. ”Das Verbrecher-Imperium”, lautet hier die Überschrift. Hier geht es wir schon bei der Zeitung Maariv um die Anführer von Verbrecher-Organisationen, die für den Mord an verschiedenen Kronzeugen verantwortlich sein sollen. Fotos zeigen (von links nach rechts) zwei der Opfer und die beiden Verdächtigen. Darunter links dann eine Schlagzeile über die Proteste der Teva-Mitarbeiter. ”Teva-Mitarbeiter protestierten und verbarrikadierten sich – wohin gehen wir?”. Dazu ein Bild der im Werk übernachtenden Mitarbeiter. Eine weitere Schlagzeile befasst sich mir den illegalen Einwanderern aus dem Sudan. ”Ärgerlich: Eindringlinge, die nicht gefährdet sind bekommen Wohnerlaubnis”. Das Oberste Gericht hat 300 Flüchtlingen aus dem Sudan Wohnerlaubnis in Israel erteilt, obwohl für sie in ihrer Heimat keine Gefahr besteht. Hier handelt es sich um ein komplexes Problem. In Tel Aviv allein gibt es mehrere zigtausend illegale Flüchtlinge. Aber das Problem kennen Sie ja auch.

Das war unser Blick auf die Titelseiten der Zeitungen von heute. Interessant, dass nur die Zeitung Jediot Achronot von dem Raketenangriff berichtet, dies kann allerdings auch daran liegen, dass die Redaktion dort später geschlossen wird, der Raketenbeschuss war am späten Abend. Dies und das Problem um den Konzern Teva werden heute wohl den Tag bestimmen. Hoffen wir, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Gestern Abend haben wir die sechste Kerze von Chanuka angezündet (Foto: Dov Eilon)

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag, einen guten Beginn der Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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