Guten Morgen liebe Leser!
Auch heute ist es noch relativ kühl. Gestern habe ich zum ersten Mal einen Pullover aus dem Schrank geholt. Ein ungewöhnliches Gefühl, es ist noch gar nicht so lange her, dass wir es ohne unsere Klimaanlage kaum ertragen konnten,so warm war es hier. Und jetzt sitze ich mit einem Pullover und schreibe diese Zeilen. Ab morgen soll es wieder etwas wärmer werden, aber nur für eine kurze Zeit, denn ab Sonntag sollen die Temperaturen wieder etwas sinken und auch etwas Regen ist dann wieder angesagt, Klingt doch gut, wir brauchen ihn.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Teilweise bewölkt bis bewölkt mit für die Jahreszeit zu niedrigen Temperaturen. Am Vormittag kann es zu vereinzelten Regenschauern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.325 m unter dem Meeresspiegel.
Wir haben schon wieder Freitag, da sind die Zeitungen besonders dick mit sehr vielen Beilagen, damit es nicht langweilig wird. Trotz des Internets haben die Zeitungen gerade am Wochenende noch einen sehr hohen Stellenwert hier bei uns in Israel. Die Freitagsausgaben sind ein fester Bestandteil des Wochenendes in fast jedem Haus liegt mindestens eine Zeitung, an den Tanstellen werden sie oft gratis verteilt, wenn man für eine bestimmte Summe tankt. Viele Autofahrer planen das mit ein und bemühen sich, erst am Freitag zur Tankstelle zu fahren, ich habe es selbst sehr oft gemacht. Wenn es etwas umsonst gibt, warum nicht. Und hier nun die Titelseiten der Zeitungen von heute:

Die Zeitung Maariv befasst sich in ihrer Schlagzeile um die vom Likud vorgeschlagenen Gesetze, die unter anderem die Kompetenzen des Staatskontrolleurs einschränken sollen. Die Überschrift zitiert den Staatskontrolleur Avichai Mandelblit. “Die Gesetzesvorschläge des Likud schwächen den Rechtsstaat”. Auch gab es den Gesetzesvorschlag, in dem es der Polizei untersagt sein soll, nach Ermittlungen Anklage-Empfehlungen zu geben. Im Hintergrund dieser Vorschläge sind natürlich die Ermittlungen bezüglich der sogenannten Akten 1000, 2000 usw. Gerne möchte man verhindern, dass Ministerpräsident Netanjahu in einer dieser Affären eine Anklage bekommt. Daher würde der Likud gerne die Kompetenzen der Polizei und des Staatskontrolleurs einschränken. Das riecht nicht gut. Netanjahu sagte immer wieder und sagt es ja auch heute noch: Es war nichts, es ist nichts und es wird auch nichts sein. Dann sollte doch alles in Ordnung sein, oder? Eine weitere Meldung der Titelseite geht um die Äußerungen der stellvertretenden Außenministerin Tzipi Hotovely bezüglich des Judentums in den Vereinigten Staaten. “Der Sturm um Hotovely”. Deren Kinder würden nicht in der Armee dienen wie die israelische Jugend, ein viel bequemeres Leben haben. Daher könnten sie sich kein Bild von der Realität hier in Israel machen. Durch diese Äußerungen ist Hotovely ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. In Amerika ist man empört und verletzt.
Ein Vorsitzender einer jüdischen Gemeinde in den USA forderte die Entlassung der stellvertretenden Ministerin. Man darf nicht vergessen, dass die Beziehungen zum Judentum in den Vereinigten Staaten durch den Streit um einen Gebetsplatz an der Klagemauer eh schon sehr angespannt sind, jetzt sei noch mehr Öl ins Feuer geworfen worden, warf man Hotovely vor, die sich mittlerweile entschuldigt hat, sie wollte niemanden verletzen. Auch Netanjahu entschuldigte sich und kritisierte seine Stellvertreterin, Netanjahu ist nämlich auch der Außenminister. Jetzt wartet man darauf, ob er sie nun entlässt oder nicht. Eine weitere Meldung befasst sich mit der bevorstehenden Entlassung von nicht weniger als 1700 Angestellten des israelischen Pharma-Konzerns Teva, “Ein anderes Teva”, lautet die Überschrift. Teva ist das hebräische Wort für Natur, so dass die Überschrift ein Wortspiel ist, “eine andere Natur” könnte sie auch lauten. Sollten wirklich 1700 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, dann wäre das wohl eine der grössten “Massenentlassungen” des Landes.
Und nun kommen wir zur Zeitung Jediot Achronot. “Unsere Kinder, die Einsamen Soldaten, verteidigten das Land mit ihrem Körper”, lautet eine der zentralen Überschriften. Hier geht es natürlich auch um die Empörung des amerikanischen Judentums über die Äußerungen von Tzipi Hotovely. Und richtig, viele amerikanische junge Juden kommen nach Israel, um hier ihre Armeedienst als “Einsame Soldaten” abzuleisten. Daher kann man die Entrüstung über die Worte der stellvertretenden Außenministerin verstehen. Eine weitere Überschrift befasst sich mit dem Streit um die Arbeiten der israelischen Eisenbahn am Shabbat. “Wegen des Kampfes der Politiker wird der Shabbat der Kämpfer kaputt gemacht”, lautet die Überschrift. Gestern wurde zwar berichtet, dass die Arbeiten am Shabbat eingeschränkt werden sollen, aber konkret wurde noch nicht beschossen. So machen sich viele Soldaten, die heute nachhause fahren ins Wochenende, ob sie problemlos nachhause kommen werden. Sie befürchten, dass schon heute Strecken geschlossen werden könnten, um mit den Wartungsarbeiten zu beginnen. So etwas könnte zu chaotischen Zuständen führen. Was ist nun wichtiger? Die Einhaltung des Shabbats um jeden Preis oder das Wohl der Bürger, der Soldaten? Eine weitere Überschrift befasst sich mit der Hetze gegen den Präsidenten Reuven Rivlin, nachdem er den Antrag auf Begnadigung des Soldaten Elor Azaria abgelehnt hatte. Seitdem wir im Internet auf die übelste Art gegen ihn gehetzt. “Hetze ohne Scham”, heißt die Überschrift. Die Zeitung berichtet, dass sie einen Teil der Menschen, die sehr üble Dunge gegen den Präsidenten geschrieben hatten, persönlich gefragt hätte, ob sie auch jetzt noch hinter ihren Aussagen stünden. Die Antwort viele war ja.
Und jetzt haben wir noch die Zeitung Israel Hayom. Sie befasst sich in ihrer Hauptschlagzeile mit einem völlig anderen Thema. “Erleichterung für den Geldbeutel: Steuern auf Waren aus dem Ausland – gestrichen”. Es handelt sich dabei um eine erste Veröffentlichung. Die Einfuhrsteuern vieler Waren sollen gestrichen werden. Fernseher, Kühlschränke, Möbel, Schuhe, alles könnte nun deutlich billiger werden, das sagte jetzt der Finanzminister Moshe Kachlon. Eine nette Meldung fpr das Wochenende. Natürlich gibt es auch eine Meldung bezüglich des Streits um die Arbeiten am Shabbat der Bahn. “Die Bahnkrise am Shabbat: Nächtliche Verhandlungen zur Lösung”. Und auch über die Kritik an Tzipi Hotovely wird selbstverständlich berichtet. „Kritik von allen Seiten: ‘Eine peinliche Äußerung’“, lautet hier die Überschrift. Sie wissen ja schon, worum es geht. Eine weitere Meldung befasst sich mit der U-Boot Affäre. Dort soll ein Beteiligter der Bestechung und des Betrugs angeklagt werden. Gestern wurde berichtet, dass der deutsche Konzern Thyssen-Krupp bestätigte. Geld an den israelischen Vermittler gezahlt zu haben.
Das war unser Blick auf die Titelseiten von heute. Jetzt ist es an der Zeit, sich auf das Wochenende und den Shabbat vorzubereiten, die Zeitungen werden wir dann später lesen. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.
Shabbat Shalom aus Modiin!
Dov




