Guten Morgen liebe Leser!
Wie schnell doch die Zeit vergeht. Es ist schon wieder Donnerstag, morgen beginnt das Wochenende. Es ist sehr heiß, am Shabbat soll es zum Glück wieder etwas „kühler“ werden. Etwas weiter östlich, nur etwa 20 Minuten Fahrzeit von Jerusalem, ist es noch wesentlich heißer als hier in Jerusalem. Am Toten Meer sollen heute 40 Grad erreicht werden. Und wenn Ihnen das noch nicht warm genug ist, dann fahren Sie in den Süden nach Eilat, wo es heute satte 43 Grad geben wird. Bei derartigen Temperaturen bekommt man eine Gänsehaut, wenn man dort mittags spazieren geht. Das Wasser des Roten Meeres ist dann eine willkommene Erfrischung. Allerdings muss ich zugeben, dass ich im Sommer nicht so gerne nach Eilat fahre, da warte ich lieber auf den Herbst.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen, Sharav, sehr heiß und trocken. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 34 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 41 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Eilat am Roten Meer 43 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.15 m unter dem Meeresspiegel.
Heute möchte ich Ihnen von einem etwas schmerzlichen Thema erzählen, es geht dabei um die Hämatologie- und Onkologie-Abteilung für krebskranke Kinder im Hadassah-Krankenhaus Ein Karem hier in Jerusalem. Schon seit einigen Monaten gibt es dort einen Streit zwischen den Ärzten der Abteilung und der Leitung des Krankenhauses. Die Ärzte, von denen einige seit Jahrzehnten im Krankenhaus arbeiten, beschwerten sich über einem Mangel an Personal und darüber, dass die Verwaltung des Krankenhauses entschieden hatte, Transplantationen von Knochenmark bei den Kindern nun in der Abteilung der Erwachsenen durchzuführen. Die Ärzte warfen der Leitung vor, auf Kosten der Gesundheit der Kinder zu sparen und reichten ihre Kündigung ein, die vor einigen Tagen in Kraft getreten war. Die Eltern der auf der Station liegenden Kinder unterstützen die Ärzte in ihrem Protest gegen das Krankenhaus, das nun wertvolle Fachkräfte verloren hat. Es wurde versucht, mit denselben Ärzten eine neue Onkologie-Abteilung im Jerusalemer Sha’arei Zedek Krankenhaus aufzubauen, doch das Gesundheitsministerium hat dem nicht zugestimmt. Das Hadassah-Krankenhaus hat nun Ärzte eines Krankenhauses in Tel Aviv und sogar aus dem Ausland in ihre von den Ärzten verlassenen Abteilung gebracht, doch die Eltern der kranken Kinder wollen das nicht akzeptieren, sie wollen, dass ihre Kinder weiter von den ihnen bekannten Ärzten behandelt werden. Im Rahmen ihres Protestes wurde im Jerusalemer „Sacher-Park“ ein Feldkrankenhaus errichtet.

Gestern fand ein Protestmarsch der Eltern zusammen mit ihren krebskranken Kindern statt. In dem sogenannten „Infusions-Marsch“ liefen mehrere Hundert Eltern und Kinder von dem von ihnen errichteten Feldkrankenhaus zum Wohnsitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dort angekommen wandten sie sich mit ihren Rufen an die Frau des Ministerpräsidenten, Sara Netanjahu. „Bitte hilf, unsere Kinder zu retten, die Krise sofort zu lösen. Bitte hilf uns, eine Hämatologie- und Onkologie-Abteilung in Jerusalem zu errichten für die Behandlung unserer Kinder.“
Infusions-Marsch gestern in Jerusalem, Eltern krebskranker Kinder fordern einen neue Hämatologie- und Onkologie-Abteilung für ihre krebskranken Kinder
Es ist schon traurig, so etwas zu sehen. Für die Eltern und deren Kinder war die Abteilung im Hadassah-Krankenhaus wie ein zweites Zuhause, denn viele Kinder waren dort monatelang zur Behandlung, man hatte eine persönliche Beziehung zu den Ärzten aufgebaut. Die Ärzte sagen, sie wären nicht mehr in der Lage gewesen, unter den schlachten Bedingungen im Krankenhaus weiter zu arbeiten, es gehe ihnen um die Gesundheit der Kinder. Dem Direktor des Krankenhauses werfen sie vor, nur auf das Geld zu schauen, es sei ihm wichtiger, sogenannte „medizinische Touristen“ (Menschen aus dem Ausland, die für eine Behandlung im Krankenhaus bezahlen) ins Krankenhaus zu bringen, als die Gesundheit der Kinder der Onkologie-Abteilung für Kinder. In den Augen des Direktors des Hadassah-Krankenhauses gebe es kein Problem, man habe neue und gute Ärzte ins Krankenhaus gebracht. Doch die Krise ist noch nicht behoben, nun muss das Gesundheitsministerium entscheiden, wie es weitergehen soll..
Dazu möchte ch noch sagen, dass ich persönlich sehr zufrieden mit der medizinischen Versorgung hier bei uns in Israel bin. Auch das Hadassah-Krankenhaus gilt ls eines der besten Krankenhäuser mit internationalem Ansehen. Daher ist es etwas schade, dass das Ansehen wegen dieser Krise etwas ins negative Licht gerückt wird. Ich hoffe, es wird schnell eine Lösung gefunden werden.
Und jetzt wünsche ich ihnen einen angenehmen und friedlichen Donnerstag. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




