Die Idee, eine internationale Truppe zu entsenden, um den Gazastreifen zu sichern und mit der Hamas umzugehen, ist mit Herausforderungen verbunden, und historische Präzedenzfälle zeigen, dass solche Initiativen immer wieder scheitern.
Eine Variante der Idee, die in den letzten Monaten vom israelischen Verteidigungsminister Yoav Galant diskutiert wurde, ist eine multinationale arabische Truppe unter Führung der USA. Offenbar ist es bisher nicht gelungen, willige Staaten für diese Idee zu gewinnen.
Historische Beispiele und die aktuelle Situation im Gazastreifen zeigen, warum eine solche Mission bestenfalls ineffektiv wäre und schlimmstenfalls die Operationen der israelischen Verteidigungskräfte behindern würde.
Generalmajor a.D. Yaakov Amidror, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Senior Research Fellow am Jerusalemer Institut für Strategie und Sicherheit, erläuterte die bisherigen Erfahrungen mit UN-Truppen im Nahen Osten.
„Es gibt eine lange Geschichte von UN-Truppen im Nahen Osten, und das vielleicht bemerkenswerteste Beispiel ist die UNIFIL im Libanon“, sagte er gegenüber JNS. „Die Truppe war nie in der Lage, angemessen über das zu berichten, was vor Ort geschah“, so der ehemalige Direktor der Analyseabteilung des militärischen Nachrichtendienstes der israelischen Armee.
Die Unfähigkeit der UNIFIL, die Aktivitäten der Hisbollah zu überwachen und darüber zu berichten, geschweige denn die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates durchzusetzen, die es der Hisbollah verbietet, im Südlibanon zu operieren, ist ein Präzedenzfall, den man bei der Betrachtung des Gaza-Kontextes kaum ignorieren kann.
„Nach Angaben der Vereinten Nationen sind nie Waffen der Hisbollah in den Südlibanon gelangt“, sagt Amidror. „Außerdem ist es den Truppen nie gelungen, die Behauptungen zu überprüfen, da sie in den meisten Fällen nicht zu den verdächtigen Orten vordringen durften“, fügte er hinzu.
Solche Einschränkungen behindern die Fähigkeit der internationalen Truppen, ihre Aufgaben effektiv zu erfüllen.
Amidror wies darauf hin, dass der Sechstagekrieg 1967 begann, nachdem die Vereinten Nationen beschlossen hatten, ihre Truppen zu einem kritischen Zeitpunkt aus dem Gazastreifen abzuziehen.
„Nach allen Erfahrungen im Nahen Osten sind die Vereinten Nationen bestenfalls eine Brücke zwischen den Parteien, aber sie haben noch nie ein Problem gelöst oder eine effektive Kontrolle ermöglicht“, sagte er.
Zudem wirke sich die Präsenz internationaler Truppen eher negativ auf Israel als auf seine Feinde aus.
„Wenn die Vereinten Nationen vor Ort sind, behindern sie Israel mehr als die Terrororganisation, der es gegenübersteht. Israel muss auf die UN-Truppe Rücksicht nehmen, während die Terrororganisation sie ignorieren und sogar die internationale Truppe bei der Erfüllung ihrer Aufgabe behindern kann – bis hin zur Tötung ihrer Soldaten“, sagte er.
Siehe dazu: Beobachter: Hamas wird jede multinationale Truppe im Gazastreifen angreifen
Diese Dynamik sei besonders problematisch im Gazastreifen, wo die Hamas die Anwesenheit der internationalen Truppen zu ihrem Vorteil nutzen könne, indem sie die Operationen der israelischen Armee behindere und die internationalen Truppen als Deckung benutze, warnte er.
„Folglich ist eine UN-Präsenz aus der Sicherheitsperspektive des Staates Israel sehr nachteilig und nicht nur nicht hilfreich, sondern sogar schädlich“, erklärte er.
Professor Eyal Zisser, Vizerektor der Universität Tel Aviv und Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte des Nahen Ostens, wies darauf hin, dass internationale Truppen in der Regel davon abgehalten würden, gegen lokale Terrorgruppen wie die Hisbollah oder die Hamas vorzugehen.
Multinationale Truppen „haben kein klares Mandat, sie [die Terrorgruppen] zu bekämpfen; ihr allgemeines Mandat besteht darin, die Ruhe entlang der Grenze aufrechtzuerhalten“, erklärte er. Dies stelle die Fähigkeit der internationalen Truppen infrage, gegen die Verankerung der Hamas im Gazastreifen oder zukünftige Angriffe der Terrorgruppe vorzugehen.
Als weiteren kritischen Punkt nannte Zisser die mangelnde Bereitschaft der Truppensteller, Opfer in Kauf zu nehmen.
„Die Truppensteller wollen keine Verluste und Opfer, die zu Kritik im eigenen Land führen würden“, erklärte er. Diese Risikoscheu führe zu einem vorsichtigen Vorgehen, das die operative Effizienz der Truppen untergrabe.
Zudem, so Zisser, seien die Streitkräfte oft nur für eine begrenzte Zeit im Einsatz und hätten nicht das langfristige Engagement, das für eine nachhaltige Sicherheit notwendig sei.
Die zeitliche Befristung internationaler Einsätze führe dazu, dass Kommandeure und Soldaten vor Ort davor zurückschreckten, sich intensiv mit den komplexen Konfliktzusammenhängen auseinanderzusetzen. Infolgedessen „suchen sie in der Regel nach Arrangements mit lokalen Elementen, um Ruhe für beide Seiten zu gewährleisten“, sagte er gegenüber JNS.
„Wenn Israel die Hamas eliminiert und nur ein Vakuum entsteht, ist das eine Sache, aber wenn die Hamas vor Ort bleibt und bewaffnet ist, ist das eine andere Sache“, sagte er.
Er wies auch auf die Schwierigkeiten hin, eine Koalition von Ländern für solche Operationen zu koordinieren.
„Eine Koalition von Ländern ist schwieriger zu mobilisieren als ein einzelnes Land. Es reicht, wenn zum Beispiel Jordanien beschließt, die Hamas zu bekämpfen, und die ganze Struktur bricht zusammen“, sagte er.
Die fehlende Geschlossenheit und Zielstrebigkeit der internationalen Truppe schmälere ihre Wirksamkeit zusätzlich.
„Kurz gesagt: Alles hängt von Israel ab. Niemand wird die Hamas für uns zerschlagen“, schloss er. Er warnte auch davor, dass die internationalen Truppen neue Probleme schaffen würden, denn „wenn sie vor Ort sind, wird Israel nicht in der Lage sein, der Hamas zu schaden, die sich neben ihnen verstecken wird“.
Ein Blick in den Libanon scheint diese Zweifel zu bestätigen.
Das Alma Center, das sich auf die Sicherheitsherausforderungen im Norden spezialisiert hat, stellte in einem Bericht vom Dezember 2023 fest, dass die Hisbollah die UNIFIL und die libanesischen Streitkräfte häufig als menschliche Schutzschilde benutzt.
„Die Hisbollah hofft, dass das Vergeltungsfeuer der IDF den menschlichen Schutzschilden schadet, die Aktivitäten der IDF einschränkt und den internationalen Druck auf Israel erhöht“, so das Zentrum.
Eine internationale Truppe im Gazastreifen würde von der Hamas wahrscheinlich auf die gleiche Weise ausgenutzt werden.





Ein Land, das das Volk Gottes ist. Ein Land das angeblich die Thora kennen will.
Wann, ich frage nochmals wann! werden die Israeliten das Gleiche tun, was schon in der Thora erwähnt wird, nämlich GOTT mit in diese Angelegenheit mit ganzem Herzen hinein beziehen??
Man liest immer nur, der hat das und das gesagt, der hat das gesagt….
Die Hamas ist eine Terrororganisation mit eigener Charta, die ihr Ziel ja deutlich beschreiben. Der Anspruch der Hamas ist das komplette Land.
Solange die Hamas Menschen entführt und tötet, wird sich Israel wehren. Das hat Auswirkungen, besonders wenn die Hamas sich auch noch hinter ihren Bürgern versteckt und von dort Raketen abschießt.
Es ist ärgerlich, dass die Palästinenser unter ihrer Hamas leiden müssen.
Israel geht sehr vorsichtig vor und tritt für die Geiseln, Israelis und Palästinenser ein.
Wenn nun internationale Truppen stationiert würden, dürften sie sich nicht wehren und werden schnell zu Opfern.
Israel muss seine Aufgabe abschließen und hoffentlich viele Geiseln noch befreien.