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Historischer Besuch: Somalilands Präsident wird von Präsident Herzog in Jerusalem empfangen

Erstmals besucht ein Präsident Somalilands Israel: Abdirahman Mohamed Abdullahi besucht Yad Vashem und Theodor Herzls Grab und trifft Netanjahu zu Gesprächen über neue Handels- und Sicherheitsabkommen.

Der israelische Präsident Isaac Herzog mit dem Präsidenten von Somaliland, Abdirahman Abdullahi Mohamed, während einer Feier in der Präsidentenresidenz in Jerusalem am 14. Juni 2026. Foto: Chaim Goldberg/Flash90
Der israelische Präsident Isaac Herzog mit dem Präsidenten von Somaliland, Abdirahman Abdullahi Mohamed, während einer Feier in der Präsidentenresidenz in Jerusalem am 14. Juni 2026. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Präsident Isaac Herzog hat am Sonntag den somaliländischen Präsidenten Abdirahman Mohamed Abdullahi, bekannt als „Irro“, in seiner Residenz in Jerusalem empfangen – der erste Besuch eines somaliländischen Staatschefs in Israel überhaupt.

Von Davos nach Jerusalem – ein Bündnis nimmt Form an

Israel hatte Somaliland, das sich 1991 von Somalia abspaltete, im Dezember 2025 als erstes Land der Welt offiziell als unabhängigen Staat anerkannt – ein Schritt, der international scharfe Kritik auslöste. Mogadischu lehnt jede Anerkennung Somalilands „kategorisch“ ab, und auch die Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien, Algerien und Indonesien verurteilten Israels Entscheidung. Bereits im Januar hatte Außenminister Gideon Sa’ar Hargeisa besucht, und im Mai überreichte Somalilands erster Botschafter in Israel, Dr. Mohamed Hagi, sein Beglaubigungsschreiben bei Herzog – begleitet von einem symbolischen Moment, als die Residenzkapelle erstmals die somaliländische Nationalhymne spielte.

Präsident Abdullahi hatte die Annäherung selbst vorangetrieben: Bei einem Treffen mit Sa’ar im Januar in Hargeisa und später beim Weltwirtschaftsforum in Davos – wo er auch mit Eric Trump zusammentraf – signalisierte er Interesse an einem Beitritt zu den Abraham-Abkommen sowie an einem Handelsabkommen, das Israel Zugang zu wertvollen Bodenschätzen Somalilands einräumen könnte.

Der israelische Präsident Isaac Herzog mit dem Präsidenten von Somaliland, Abdirahman Abdullahi Mohamed, während einer Zeremonie in der Präsidentenresidenz in Jerusalem am 14. Juni 2026. Foto: Chaim Goldberg/Flash90
Der israelische Präsident Isaac Herzog mit dem Präsidenten von Somaliland, Abdirahman Abdullahi Mohamed, während einer Zeremonie in der Präsidentenresidenz in Jerusalem am 14. Juni 2026. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

 

Yad Vashem, Herzls Grab – und Gespräche mit Netanjahu

Das Besuchsprogramm ist dicht und symbolisch aufgeladen: Irro besuchte das Grab Theodor Herzls, des Begründers des modernen Zionismus, sowie die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem – begleitet von deren Vorsitzendem Dani Dayan. Für Montag sind die wichtigsten politischen Gespräche angesetzt: Treffen mit Premierminister Benjamin Netanjahu und Außenminister Sa’ar, bei denen laut israelischen Medien weitere bilaterale Abkommen in Bereichen wie Landwirtschaft, Bergbau, Öl, Sicherheit, Infrastruktur und Tourismus unterzeichnet werden sollen.

Strategisch ist die Partnerschaft auch deshalb bedeutsam, weil Somalilands Nordküste am Golf von Aden liegt – direkt gegenüber dem Jemen, von wo aus die iranisch unterstützten Houthis seit Monaten Israel und Schiffe im Roten Meer angreifen. Eine engere Allianz mit Somaliland könnte Israel damit auch geostrategischen Rückhalt am südlichen Zugang zum Roten Meer verschaffen – einer Region, die angesichts der anhaltenden Spannungen um die Straße von Hormus und den Golf von Aden für Israel von wachsender Bedeutung ist.

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Patrick Callahan

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