Guten Morgen Israel – Kaufrausch

Gestern gab es hier bei uns einen weiteren Schritt zurück in die “Normalität”, es durfte wieder geshoppt werden. Aber nur begrenzt.

Guten Morgen Israel –  Kaufrausch
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Heute werde ich wieder über Corona schreiben, das Medienhappening  um die Präsidentschaftswahlen in den USA geht langsam zu Ende, Corona rückt wieder in die erste Reihe in der Berichterstattung. Schade eigentlich, denn der ganze Zirkus um die US-Wahlen half uns, Corona etwas zu vergessen. Verschwunden ist es natürlich nicht.

Gestern gab es hier bei uns einen weiteren Schritt zurück in die Normalität, also in etwas, dass uns an die Zeit vor Corona erinnert. Zum ersten Mal seit fast zwei Monaten durften die Geschäfte, die sich draußen an den Straßen befinden, wieder öffnen. Hier bei uns in Modiin hatte dies leider kaum Auswirkung, denn wir haben fast keine Geschäfte, die sich an einer Straße befinden. Es gibt nur kleine Einkaufszentren in den verschiedenen Stadtvierteln und diese dürfen, wie auch die großen Einkaufszentren, noch nicht öffnen, was viele Ladenbesitzer für ungerecht empfinden.

In Jerusalem gibt es wiederum sehr viele Geschäfte an den Straßen. Die ganze Innenstadt ist voll davon. Und das war auch der Grund dafür, warum die Stadt gestern seit langer Zeit wieder so richtig voll war. Sie erinnern vielleicht an meinen Bericht über die leeren Straßen im Zentrum Jerusalems. Gestern waren die Straßen Jerusalems wieder belebt. Alle wollten endlich wieder einmal einen Stadtbummel machen, Israelis lieben Shopping. Ja, gestern war so eine Art kleiner Festtag. Aber von einer Rückkehr in die Normalität kann keine Rede sein.

Endlich wieder shoppen gehen. Jerusalemer im Kaufrausch.

Wie Sie im obigen Bild sehen können, ist eben nicht alles normal. Man kann nicht so einfach in ein Geschäft gehen, denn es dürfen sich immer nur vier Kunden auf einmal im Geschäft aufhalten. Ob das Spaß macht? Mir nicht.

Mit dieser Maßnahme möchte man zu große Menschenansammlungen im Geschäft vermeiden. Dafür hat man dann Ansammlungen draußen vor den Geschäften. Was für eine Normalität!

Alle wollen einkaufen, aber immerhin mit Maske.

Ich muss zugeben, dass das nichts für mich ist. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Leute Freude beim Einkaufen haben, aber wie soll es anders gehen? Wir wissen es nicht. Auch die Logik scheint manchmal auf der Strecke zu bleiben. Die Geschäftsinhaber der offenen Einkaufszentren verstehen nicht, warum sie weiterhin geschlossen bleiben müssen. Auch ihre Geschäfte können von draußen betreten werden. Und so haben einige von ihnen aus Protest gestern ihre Geschäfte gegen den Anweisungen geöffnet, sie möchten wie ihre Kollegen an den Straßen behandelt werden. Dafür nahmen sie auch in Kauf, eine Geldstrafe zu bekommen.

Dieser Ladeninhaber musste sein Geschäft gestern wieder schließen und kam mit einer Verwarnung davon. Dabei kann man sein Geschäft wie die Geschäfte in der Stadt von draußen aus betreten. Aber Gesetz ist Gesetz. Einkaufszentren dürfen noch nicht öffnen und auch diese offenen Einkaufskomplexe gelten als Einkaufszentren. Pech gehabt.

In den Nachrichten spricht man bereits darüber, wie wir das sich nähernde Chanukka-Fest feiern werden. Dabei wurde auch das Wort Lockdown wieder erwähnt. Dabei haben wir den zweiten Lockdown noch gare nicht hinter uns. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist relativ niedrig, aber es werden auch deutlich weniger Tests durchgeführt. Das Problem ist die sogenannte Reproduktionszahl, also der Wert, der uns sagt, wie viele Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter ansteckt. Und diese Zahl nähert sich immer mehr der 1. Und genau davor hat man Angst. Denn, wenn diese Zahl größer als 1 werden wird, bedeutet das, dass sich das Virus wieder ausbreitet.

Und nun denkt man an alle möglichen Wege, diese Zahl wieder nach unten zu bringen, dabei wurde auch die Möglichkeit einer nächtlichen Ausgangssperre in Erwägung gezogen, damit könnte man die Hochzeiten verhindern. Ja, Hochzeitsfeiern mit vielen Gästen sind zu einem der größten Probleme in unserem Land geworden. Klingt verrückt.

Wie geht es weiter? Ich weiß es nicht. Deswegen rede ich jetzt lieber über das Wetter. Draußen scheint wieder sie Sonne.

 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bewölkt mit der Möglichkeit von vereinzelten Regenschauern in den Bergen im Norden und Zentrum des Landes. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 20 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 28 Grad, am Toten Meer 27 Grad, Beersheva 25 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt  bei  – 209.99 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 119 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

 

9.November

Zum Schluss muss ich das heutige Datum erwähnen, den 9. November. Viele werden jetzt an den Fall der Mauer denken, der ausgerechnet an diesem Datum geschah. Ich denke aber an den 9. November vor 82 Jahren, als in Deutschland die Synagogen brannten. Auch die Synagoge meiner Heimatstadt Oldenburg verbrannte an diesem Tag, verhaftete Juden wurden durch die Straßen der Stadt geführt.  Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder geschieht.

 

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag und einen guten Start in die neue Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Schalom aus Modiin!

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