Guten Morgen Israel – Feuer an den Feiertagen

Bei dem heißen und trockenen Wetter genügt eine Scherbe, um ein riesiges Feuer zu entfachen

Guten Morgen Israel – Feuer an den Feiertagen
Ayala Shalmayev

Verbrannte Erde nach dem Feuer in Na’ale vor einer Woche

 

Boker Tov liebe Leser!

Ayala

Letzten Freitagmorgen saß ich gerade zusammen mit einer Freundin und unseren Kindern im Garten, als plötzlich der Nachbar uns darüber informierte, dass in Kfar Oranim ein heftiges Feuer wütete. Dies erklärte die braunen Wolken am Himmel. Kfar Oranim liegt nur ca. 10 Fahrminuten von uns entfernt. Wenige Minuten später sagte uns unser Nachbar bereits, dass damit begonnen wurde, Familien aus ihren Häusern zu evakuieren. An diesem Freitag war der zweite Erev Chag, der zweite Feiertag von Sukkot, dem Laubhüttenfest. Ich stellte mir diese Mütter vor, wie sie in Feststimmung gerade dabei waren, alles für den bevorstehenden Abend vorzubereiten, und plötzlich aufgefordert wurden, alles stehen und liegenzulassen um dem Feuer zu entkommen! Nur schon bei dieser Vorstellung schaudert es mich. Erleben und eventuell Zusehen müssen, wie in wenigen Minuten das ganze Hab und Gut verbrennt, eine traurige Vorstellung.

Genau eine Woche zuvor, am ersten Erev Chag, auch Freitag, brach bei uns ebenfalls ein Feuer aus. Zuerst roch es, als würde jemand grillen. Irgendwann wurde der Gestank immer intensiver, sodass ich den Kindern sagte, sie sollen alle Fenster schließen. Ein kurzer Blick nach draußen bestätigte den Verdacht. Es wehte ein sehr starker Wind und das Feuer verbreitete sich in kürzester Zeit. Es kam „vom Tal her“ und eine Brandstiftung wird natürlich nicht ausgeschlossen. (Es kommt leider immer wieder vor, dass Araber in der Nähe von Siedlungen Feuer legen). Die Feuerwehr kam innerhalb kürzester Zeit, aber es war sehr beruhigend zu beobachten, wie das Feuer bei den Sandwegen automatisch zum Stillstand kam. Als wir um 12 Uhr nachts ins Bett gingen, sahen wir immer noch mehrere Olivenbäume brennen. Es bestand jedoch keine Gefahr, dass das Feuer bis zu den Häusern gelangen konnte. Gott sei Dank! Zwei Tage lang konnten wir nicht lüften, der Gestank war so intensiv.

Zurück zum Feuer am Freitag in Kfar Oranim. Gestern wurde im Fernsehen eine Frau gezeigt, welche durch den Brand ihr Haus verlor. Sie wohnt zusammen mit ihrem autistischen Sohn bei ihren Eltern und da sie nie genügend Geld für eine Versicherung hatten, haben sie nun einfach alles verloren.

Alles verloren – verbranntes Haus in Kfar Oranim

Es ist sehr trocken im ganzen Land, auch in Galiläa gab es heftige Brände in den vergangenen Tagen. Es genügt eine Scherbe im Freien, um ein riesiges Feuer zu entfachen.

Löscharbeiten in Kfar Oranim, während des Feuers wurde die ganze Siedlung evakuiert

Ich mag mich ehrlich gesagt nicht mehr genau erinnern wann es das letzte Mal geregnet hat, wir hatten ja einen sehr langen Winter. Aber seit März wohl kaum noch. Und nun warten wir auf den ersten Regen, welcher hier „Jore“ genannt wird. Doch der ist momentan noch nicht in Aussicht. Und das bringt uns jetzt zum Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Ganz langsam scheint der Herbst den Sommer zu vertreiben. Heute soll es noch etwas kühler werden. In der Nacht sinken die Temperaturen unter die 20 Grad Marke. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 31 Grad, am Toten Meer 32 Grad, Beersheva 30 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt weiterhin bei – 209.84 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 104 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Na’ale!

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