„Wie geht es euch in Jerusalem?“

Israel Heute Mitarbeiterin Hanna Ross mit Eindrücken aus dem Leben in Jerusalem im Schatten der momentanen Situation

von Hanna Ross | | Themen: Guten Morgen
Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Täglich erhalten wir von unseren besorgten Lesern Anfragen, ob alles mit uns in Ordnung sei in Jerusalem. Erst gestern habe ich eine E-Mail in die Schweiz geschickt mit der Erklärung, dass wir hier in Jerusalem gar nicht so viel mitbekommen, von den 3.000 Raketen, die aus Gaza nach Israel schon abgeschossen wurden. In der vergangenen Woche hatten wir einen einzigen Raketenalarm, den ich aber wegen unserer Klimaanlage und der deswegen geschlossenen Fenster nicht einmal gehört habe.


Raketenalarm mitten in Jerusalem, letzte Woche

Nur wegen der „fehlenden Araber“ merken wir es dann doch. Seit letzter Woche gibt es kaum noch Busse, da viele Busfahrer Araber sind. Auch ist unser Einkauf bei Rami Levy (Supermarktkette)  letzte Woche verspätet eingetroffen. Mein Mann fragte den Fahrer nach dem Grund, der hob nur die Hände und sagte: „Ramadan, unsere arabischen Mitarbeiter sind im Urlaub“. Heute ist unser Einkauf gleich gar nicht erst eingetroffen. Der Fahrer rief uns an und sagte, dass er in unsere nördlich gelegene Wohngegend in Jerusalem nicht reinkomme, da er von Steinen beworfen wird, denn es wurde zum „Widerstand“ aufgerufen. Das haben wir nun davon, dass wir uns wegen Corona derart an Online-Bestellungen gewöhnt haben.

Meine Tochter fuhr vorgestern zu meinen Eltern in eine Siedlung, sie sagt, dass die israelischen Soldaten in Hab-Acht-Stellung mit gezogenen Waffen am Eingang der Siedlung standen, um bei einem Angriff sofort reagieren zu können. Das ist normalerweise nicht der Fall. Als ich heute von der Redaktion nach Hause fuhr, bin ich an der Jerusalemer Altstadt vorbeigefahren, da waren mehr Soldaten und Polizisten als Zivilisten. Allzeit bereit. Zurzeit kann man nicht wissen, woher der Angriff kommt, wenn man Tür an Tür, Wohngegend an Wohngegend zusammen mit den Arabern wohnt.

Grenzschutz-Polizisten nahe der Jerusalemer Altstadt

Alles nicht mehr normal. Aber ich muss gestehen, dass „dieses Mal“ (wir haben ja schon so einige sinnlose „Runden“ mit dem Gaza-Streifen hinter uns) die Berichterstattung in Europa ganz anders aussieht als sonst. Es waren Dinge, wie „Israel hat Gaza 2005 geräumt – die Taktik Land gegen Frieden geht also nicht auf“ oder „Welche europäische Stadt würde sich 3.000 Raketen auf die Zivilisation gerichtet, gefallen lassen?“ Man scheint den Konflikt hier in Europa wohl langsam etwas besser zu verstehen! Und jetzt zum Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Meist heiter mit einem leichten Anstieg der Temperaturen, besonders im Landesinneren und in den Bergen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 31 Grad, Eilat am Roten Meer 36 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,25 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 45 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Mittwoch. Machen Sie es gut.

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