Guten Morgen Israel – Ein unendlicher Schabbat

Über den nicht endenden Schabbat und das Coronavirus, das uns zurück in die Realität gebracht hat.

Frau mit Maske
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Am Donnerstag haben meine Kinder den Unterricht in der Schule beendet. Danach begannen sie voller Freude die wöchentliche Ruhe des Schabbats. Doch das Problem dabei ist, dass der Schabbat für sie nie zu Ende gegangen ist. Und das wird in der nächsten Zeit auch nicht passieren.

In Israel ist das tägliche Leben angesichts der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zum Stillstand gekommen. Zu den ersten Dingen, die geschlossen wurden, gehörten Universitäten, Schulen und Kindergärten.

Eigentlich sind diese freien Tage nicht als Feiertage gedacht, aber so nehmen es meine Kinder, jedenfalls so lange die Regierung uns nicht alle vollständig in unsere Häuser sperrt. So rasen die Kinder mit dem Fahrrad durch die Straßen der Nachbarschaft, die Spielplätze sind voll und die Kinder werden nicht aufhören, uns mit der Bitte, bei ihren Freunden zu schlafen, denn es gibt ja keine Schule!

Momentan müssen viele von uns Eltern noch zur Arbeit gehen, was die Situation nicht einfacher macht. Immerhin haben wir hier bei Israel Heute die Möglichkeit, hier und da von zu Hause aus zu arbeiten, um mit den Kindern zu sein. Aber meine Frau arbeitet im Krankenhaus und wird wohl bald Überstunden machen müssen, da das israelische Gesundheitssystem immer mehr belastet wird.

Trotz der neuen Herausforderungen kann ich verstehen, warum die Kinder so begeistert sind. Die ganze Situation hat die Atmosphäre eines Urlaubs oder eines Abenteuers.

Das alles kann sich natürlich sehr schnell ändern, wenn sich die Ausbreitung des Coronavirus beschleunigt oder die Kranken beginnen, zu sterben. Wir müssen nur nach Italien schauen, um daran erinnert zu werden, wie schrecklich die ganze Sache plötzlich werden kann.

Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt bin, unsere Kinder während ihres ewig langen Schabbats zu unterhalten, haben wir jetzt die Gelegenheit, über unseren wahren Platz im Universum nachzudenken.

Heutzutage fühlt sich der Mensch in der Kontrolle und mächtiger als je zuvor. Aber das Coronavirus hat uns etwas zurück auf den Boden der Realität gebracht. Wir haben nicht annähernd so viel Kontrolle, wie wir uns vorstellen.

Ich selbst habe keine Angst und ich mache mir auch keine Sorgen. Für mich ist das der Moment, wo der Glaube einsetzt. Unser Glaube an und unser Vertrauen auf Gott als unseren ultimativen Beschützer und Versorger müssen jetzt notwendigerweise über den wöchentlichen Gottesdienst hinausgehen.

Das heißt jetzt nicht, dass wir vom Coronavirus oder seinen gesellschaftlichen Auswirkungen nicht berührt werden. Aber es bedeutet, dass wir uns nicht fürchten müssen. So ist diese Sache nichts anderes als die einmalige Gelegenheit, unseren Kindern diese wichtige Lektion auf eine sehr erfahrungsmäßige Weise beizubringen. Wenn ich sie nur dazu bringen könnte, einmal für 10 Minuten stillzusitzen…

 

Mandelblüte im Golan

Und jetzt noch das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bedeckt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Beersheva 22 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.47 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 67 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Zusammen mit meinen Kollegen von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag und viel Gesundheit.

 

Schalom aus Jerusalem!

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