Guten Morgen Israel – Die Qual der Wahl

Als mich der Lottoschein an die Wahlen erinnerte

Guten Morgen Israel – Die Qual der Wahl
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

So langsam beginne ich zu glauben, dass wir uns tatsächlich dem Frühling nähern. Eigentlich ist es sonst immer der Tu-biSchvat, dem Neujahrsfest der Bäume, an dem wir die ersten Frühlingsgefühle bekommen und die aufblühende Natur genießen. Als unsere Kinder noch klein waren, haben wir auch oft an Baumpflanzungen mit der Schule teilgenommen. Diesmal war Tu-biSchvat einer der kältesten Tage dieses Winters.

Es war wirklich sehr kalt, auch bei uns in Modiin, wo es aber dennoch immer deutlich wärmer als in Jerusalem ist. So wurden an einem Abend in Jerusalem gerade Mal ein Grad gemessen, während wir uns in Modiin mit ganzen 6 Grad zufriedengeben mussten.

Aber heute spürte ich den sich nähernden Frühling. Als ich in Jerusalem aus dem Bus stieg, wurde ich von angenehmen wärmenden Sonnenstrahlen empfangen. Kann ich nun endlich auf meinen Schal verzichten?

Die Wetter-App auf meinem Handy verspricht ein angenehmes Wochenende mit Temperaturen von um die 20 Grad, für Sie, liebe Leser, fast schon sommerlich, oder?

 

Und wenn wir den Tag schon mit dem Wetter beginnen, hier schon einmal das Wetter für heute in Israel:

Die Sonne ist da, es wird heute nur teilweise bewölkt sein und die Temperaturen klettern weiter nach oben. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 19 Grad und in Eilat am Roten Meer scheint der Sommer begonnen zu haben, dort werden heute satte 26 Grad erwartet. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere dreieinhalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.96 m unter dem Meeresspiegel.

Der See Genezareth

Noch knapp ein Meter fehlt bis zur oberen Grenze, daher könnte es passieren, dass am Ende des Monats der Damm bei Degania geöffnet werden muss, um eine Überflutung zu vermeiden. Zum letzten Mal war das vor 25 Jahren nötig. Was für ein Winter!

 

Oh, wir haben Wahlen

Auf meinem Weg zur Redaktion kam ich an einem Lottostand vorbei. Einige von ihnen haben schon sehr früh geöffnet und wenn der Preis mal wieder besonders hoch ist, stehen auch früh am Morgen schon eine ganze Reihe von Menschen Schlange, um ihr Glück zu versuchen. Von Zeit zu Zeit werde auch ich etwas schwach und kreuze ein paar Zahlen an. Als ich es neulich wieder mal gemacht hatte, fiel mir ein, dass wir ja bald schon wieder wählen müssen. Ich verstehe auch nicht, warum mich ausgerechnet der Lottoschein an die Wahlen erinnerte. Lotto ist ein reines Glücksspiel. Das ist beim Wählen aber nicht so, oder? Allerdings bin ich mir heute gar nicht mehr so sicher. Wir brauchen wirklich Glück, damit wir nicht noch ein viertes Mal in die Wahllokale gerufen werden. Wir haben einfach keine Lust mehr.

Lotto
Ein Lottostand in Jerusalem

Und dann wurde ich am Ende des Lottoscheins gefragt, für wie viele Male meine Zahlenwahl gültig sein sollte. „Das wäre doch eine Idee“, dachte ich etwas schmunzelnd. So ein Wahltag kostet dem Staat eine Menge Geld, schon jetzt hat man den Tag für die eventuell nötigen vierten Wahlen festgelegt, es soll der 20. September 2020 sein. Aber wenn wir nun schon am 2. März erneut um unsere Stimme gebeten werden und nachdem wir mittlerweile gelernt haben, dass die Wähler eh fast immer die gleiche Partei wählen, dann könnten wir doch an diesem Tag gleich zweimal unsere Stimme abgeben, oder einfach ankreuzen, für wie viele Wahlen unsere Stimme gültig sein sollte.

Denn so langsam habe ich das Gefühl, dass bevor wir hier eine Regierung bekommen werden, ich noch Lottomillionär werden könnte. Von mir aus…..

Und jetzt habe ich genug fantasiert, in zweieinhalb Wochen wird gewählt, hoffentlich vorerst zum letzten Mal.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Donnerstag. Machen Sie es gut!

 

Schalom aus Jerusalem!

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