Guten Morgen Israel – Corona Schmorona

Man kann es nicht mehr hören – aber es geht auch nicht ohne

Guten Morgen Israel – Corona Schmorona
Yossi Zamir/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Selutin_Michael

Manche Leute wollen nichts mehr über das einzige Thema in den Nachrichten hören und wieder andere können ihren Blick nicht von den neuesten Zahlen über die Opfer des Coronavirus nehmen. Die weltweite Pandemie ist natürlich ein sehr wichtiges Thema und weil so viele Bereiche der Gesellschaft stillstehen, passiert nicht viel in der Welt, worüber wir und andere Nachrichtenagenturen berichten können. In Israel haben wir das ungewollte Glück, dass wir bereits seit über einem Jahr ein politisches Drama haben, was den nächsten Premierminister betrifft, aber auch dieses Thema hängt den meisten bereits zum Halse raus. „Macht Bibi zum König auf Lebenszeit und lasst uns endlich mit dem normalen Leben fortfahren!“, so die Stimmung bei einem großen Teil der Bevölkerung.

Dann kam Corona und ein normales Leben wäre nun auch mit König Bibi nicht mehr möglich. Hinzu kommen die messianischen Erwartungen vieler Religiöser und die Weltuntergangserwartungen vieler säkularer Bürger. Aber auch das Passahfest, das den Auszug aus Ägypten feiert, der in der jüdischen Tradition wiederum als Vorlage für die endgültige Erlösung Israels gilt, sorgt für eine etwas mulmige Stimmung im Volke Israel. „So wie Gott uns aus Ägypten befreit hat, wird er uns auch aus dem aktuellen Exil befreien“, lautet eine alte jüdische Weisheit.

Eine Parallele bietet uns die aktuelle Situation auch wirklich mit dem Exodus: Als Gott mit der zehnten Plage alle Erstgeborenen Ägyptens tötete, befahl er dem Volk Israel zu Hause zu bleiben und sich auf den Auszug vorzubereiten. „Denn ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Land Ägypten schlagen, vom Menschen bis zum Vieh, und ich will an allen Göttern der Ägypter ein Strafgericht vollziehen, ich, der Herr. Und das Blut soll euch zum Zeichen dienen an euren Häusern, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde.“ (2. Mose 12, 12-13)

Die Juden saßen in ihren Häusern, während draußen der Tod wütete.

„Da stand der Pharao auf in derselben Nacht, er und alle seine Knechte und alle Ägypter; und es war ein großes Geschrei in Ägypten, denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. Und er rief Mose und Aaron zu sich in der Nacht und sprach: Macht euch auf und zieht weg von meinem Volk, ihr und die Kinder Israels, und geht hin, dient dem Herrn, wie ihr gesagt habt! Nehmt auch eure Schafe und eure Rinder mit euch, wie ihr gesagt habt, und geht hin und segnet auch mich!“ (2. Mose 12, 30-32)

So schlimm ist es mit Coronavirus noch nicht, aber in diesem Jahr feiern die Juden weltweit zum ersten Mal seit dem allerersten Passahabend dieses Fest im kleinen Kreis der engsten Familie und manche sogar ganz alleine. Ein großer Unterschied zum ersten Passahfest gibt es jedoch, dass dieses Mal die ganze Welt im engsten Familienkreise zusammensitzt und nicht nur die Juden. Das passt wiederum zu einer anderen Weisheit im Judentum, demnach wir uns im letzten Exil befinden und die Befreiung dieses Mal die gesamte Welt betreffen wird.

Strandpromenade Tel Aviv – Wir müssen zu Hause bleiben

Das Wetter für heute in Israel

Heute wird meistens die Sonne scheinen uns wird wärmer, denn wir haben Frühling. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Beersheva 26 Grad, Eilat am Roten Meer 30 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.13 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 33 Zentimeter bis zur oberen Grenze! 

Und nun wünsche ich Ihnen, auch im Namen meiner lieben Kollegen von Israel Heute, einen gesegneten Schabbat und ein fröhliches Passahfest!

Schabbat Schalom aus Beit Schemesch!

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