Große deutsche Stiftung kämpft für Israel gegen Ben & Jerry’s

Eine der bekanntesten deutschen Menschenrechtsstiftungen hat angekündigt, dass sie ihre Zusammenarbeit mit Ben & Jerrys aufgrund des Boykotts gegen Israel beenden wird.

von Yossi Aloni | | Themen: BDS
Ben and Jerry's
Foto: Flash90

Ein unerwarteter Schlag für die Eiscremefirma Ben & Jerry’s: Die Amadeu-Antonio-Stiftung, eine deutsche Menschenrechtsstiftung, die als eine der aktivsten in Deutschland gilt, kündigte die Beendigung ihrer Zusammenarbeit mit Ben & Jerry’s an, um gegen die Ankündigung des Unternehmens zu protestieren, seine Eiscreme nicht in Judäa und Samaria (auch bekannt als Westjordanland) zu verkaufen.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung wurde 1998 als unabhängige Stiftung gegründet, um das Bewusstsein im Kampf gegen Rechtsextremismus, Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zu stärken. Sie ist eine der profiliertesten Organisationen im Bereich der Menschenrechte in Deutschland und arbeitet unter anderem mit einer Reihe von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Unternehmen und Körperschaften sowie Landes- und Bundesministerien zusammen. Benannt ist die Stiftung nach einem Gastarbeiter aus Angola, der 1990 von einer Bande deutscher Neonazis brutal ermordet wurde.

Die Stiftung pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit Ben & Jerry’s zu Themen wie der Flüchtlingssituation in Deutschland, Hass auf den Anderen und für eine egalitäre Gesellschaft. In den letzten Jahren haben sie 40 gemeinsame Projekte durchgeführt.

In einem auf ihrer Webseite veröffentlichten Schreiben erklärt die Stiftung, dass sie die Ankündigung des Eiscreme-Herstellers mit großem Erstaunen aufgenommen hat und betont, dass sie der Entscheidung, einen Boykott gegen Israel zu verhängen, nicht zustimmen kann. Der Fonds drückte auch seine Enttäuschung darüber aus, dass der Konzern beschlossen hat, sich der Boykottbewegung gegen Israel anzuschließen. Die Stiftung stellt außerdem fest, dass der Boykott weder den Frieden fördert noch das Leiden der Palästinenser lindert. Das Gegenteil ist der Fall: Der Boykott vertieft die Spannungen und Aggressionen und verhärtet die Positionen der Parteien.

Die Stiftung stellt ferner fest, dass unter dem Deckmantel der „Kritik an Israel“ (Originalzitate) auch Hass gegen Juden verbreitet wird. Die Stiftung kritisiert Ben & Jerrys auch dafür, dass sich das Unternehmen im Gegensatz zu anderen Fällen der Schädigung von Minderheiten gerade beim Thema Antisemitismus nicht zu Wort gemeldet hat „und sich stattdessen in den Chor derjenigen eingereiht hat, die Israel als ‚großes Übel‘ darstellen“, ohne auf den breiten und historischen Kontext der Region einzugehen. Dies sei ein Schlag ins Gesicht all derer, die täglich mit Antisemitismus konfrontiert seien.

Die Stiftung greift die BDS-Bewegung weiterhin scharf an und beharrt darauf, dass der Kampf gegen Antisemitismus und der Kampf gegen „andere Ideologien des Hasses“ nicht getrennt werden können, und betonte auch, dass dies die offizielle Position des Bundestages zu diesem Thema ist.

Abschließend stellt die Stiftung fest, dass „eine Organisation, die behauptet, für die Menschenrechte zu kämpfen, nicht blind für die Aktivitäten von Organisationen mit antisemitischen, rassistischen, homophoben und frauenfeindlichen Ansichten sein kann …. und wir daher unter diesen Bedingungen unsere Zusammenarbeit mit Ben & Jerry’s einstellen werden“.

Eine Eisdiele des israelischen Herstellers von Ben & Jerry’s in der israelischen Stadt Yavne. Ende 2022 wird der Hersteller die Lizenz von „Ben & Jerry’s International“ verlieren, da er sich weigert, dem angekündigten Boykott Folge zu leisten.

Es besteht kein Zweifel, dass dies eine sehr bedeutsame Erklärung einer Organisation mit weitreichendem Einfluss in Deutschland und hoher Glaubwürdigkeit in allem, was mit der Verfolgung von Menschenrechten, dem Kampf gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu tun hat, ist. Die israelische Botschaft in Deutschland unterhält seit vielen Jahren enge Beziehungen zu der Organisation, aber dennoch handelt es sich um eine völlig unabhängige Entscheidung der Stiftung, ohne dass Israel darum gebeten hätte. Die israelische Botschaft hat angekündigt, dass sie einen Weg finden wird, die Stiftung zu loben und ihr für ihre unerschütterliche Unterstützung auf unserer Seite des Kampfes zu danken. Darüber hinaus wird die israelische Botschaft darauf achten, die unmissverständliche Botschaft der Stiftung an die relevanten Parteien in der Region zu übermitteln, ohne eine öffentliche Diskussion über das Thema zu entfachen, die sie in diesem Stadium vermeiden möchte.

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