Frohes Neues Jahr!

Heute Abend beginnt das zweitägige jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchanah.

von Michael Selutin |
Karten mit Neujahrswünschen Foto: Miriam Alster/Flash90

Es ist eigentlich der einzige jüdische Feiertag, der nicht jüdisch ist, denn anders als alle anderen Feiertage ist Rosch HaSchanah nicht mit einem Ereignis in der jüdischen Geschichte verbunden. Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten, am Jom Kippur, dem Versöhnungstag, kehrte Moses mit dem zweiten Set der Tafeln vom Berg Sinai wieder, die verdeutlichten, dass Gott dem Volk Israel nach der Sünde mit dem goldenen Kalb vergeben hat; am Purim feiern wir die Rettung vor dem versuchten Völkermord an den Juden in Persien. Aber was geschah am 1. Tischrei, an dem wir Neujahr feiern?

Am Rosch HaSchanah erinnern wir uns an die Schöpfung des ersten Menschen. Heute Abend feiern die Juden, und im Grunde ist die ganze Menschheit eingeladen, die Schöpfung Adams vor 5780 Jahren mitzufeiern.

Es ist aber auch ein Tag des Gerichts, an dem die gesamte Welt von ihrem Schöpfer beurteilt wird. Nicht nur Juden bangen also jenem Tag entgegen, sondern theoretisch die gesamte Menschheit. Die zwei Tage von Rosch HaSchanah bieten uns Gelegenheit ein gutes Urteil vor dem himmlischen Gericht zu erhalten. Wir nutzen diese Tage, um in uns zu gehen, uns zu analysieren und zu bewerten, ob wir unser Leben im Sinne Gottes leben und, falls das nicht der Fall ist, eine Kurskorrektur vorzunehmen. Gute Vorsätze für das neue Jahr sind also auch deshalb eine Sache im jüdischen Neujahr, da ein Neujahr ja eigentlich für die gesamte Menschheit gemacht ist. Aber genauso wie überall auf der Welt, ist es auch für Juden schwer, die guten Vorsätze für das neue Jahr durchzuhalten. Wer es jedoch gar nicht erst versucht, kann es noch viel weniger schaffen.

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