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Fast die Hälfte der Gazaner würde den Gazastreifen verlassen

Neue Umfrage zeigt: 49 % der Bewohner wären bereit, Israel um Hilfe bei der Ausreise in Drittstaaten zu bitten.

Gazastreifen
Palästinenser überqueren am 13. Februar 2025 das Gaza-Tal in der Region Nuseirat auf der al-Rashid-Straße auf ihrem Weg von Süden nach Norden. Foto: Ali Hassan/Flash90

Fast 49 % der Bewohner des Gazastreifens würden Israel um Hilfe bei der Ausreise in Drittstaaten bitten – sofern sich ihnen diese Möglichkeit bietet. Das geht aus einer neuen Umfrage des Palestinian Center for Policy and Survey Research (PCPSR) hervor, die vom 1. bis 4. Mai 2025 durchgeführt wurde.

Laut der Umfrage unterstützen 48 % der Befragten die jüngsten Proteste gegen das Hamas-Regime. Gleichzeitig glauben über die Hälfte, diese Demonstrationen seien von externen Akteuren beeinflusst worden.

Bereits frühere Umfragen hatten ähnliche Ergebnisse gezeigt. Eine GallupUmfrage vom März 2025, veröffentlicht von der britischen Zeitung The Telegraph, ergab, dass 52 % der Gazaner den Gazastreifen zumindest zeitweise verlassen würden, wenn sie könnten. 14 % wollten dauerhaft emigrieren, 38 % vorübergehend. Eine weitere Umfrage des Washington Institute for Near East Policy aus dem März 2024 zeigte, dass 60 % der Gazaner grundsätzlich offen für eine Auswanderung seien.

Diese Zahlen stehen im Kontext der fortgesetzten Zerstörungen nach dem Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober 2023 und der folgenden israelischen Militäroperationen. Große Teile des Gazastreifens liegen in Trümmern, und die Bewohner sehen sich mit extremen Engpässen bei Lebensmitteln, sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und Wohnraum konfrontiert.

Während Hamas-Führer weiterhin zum „Widerstand“ aufrufen, scheinen viele gewöhnliche Palästinenser nach einem Ausweg zu suchen. Israel hat Bereitschaft signalisiert, freiwillige Ausreisen zu unterstützen, doch entsprechende Initiativen scheiterten bislang am mangelnden Entgegenkommen potenzieller Aufnahmeländer.

Auch international wird die Zukunft des Gazastreifens diskutiert. Der frühere US-Präsident Donald Trump schlug vor, Gazaner in Drittstaaten umzusiedeln und das Gebiet in ein friedliches, von den USA verwaltetes Küstenresort zu verwandeln. Der Vorschlag enthält bislang kaum Details, hat jedoch regionale Debatten ausgelöst und die Diskussion über mögliche Zukunftsszenarien beschleunigt.

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Menschen bereit wären, den Gazastreifen zu verlassen – wenn ihnen internationale Hilfe dies ermöglichen würde.

 

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Patrick Callahan

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