Ex-Iraner zum Wettkampf in Israel

Iranischer Judoka kann nun endlich auch gegen Israelis antreten

von Michael Selutin |
Foto: Israelischer Judoverband

Video: Der iranische Judoka Saeid Mollaei bei seiner Ankunft in Israel

 

Wer körperlich stark ist, muss nicht unbedingt auch starke Überzeugungen haben. Dieser Judo-Meister bekam es jedoch mit der iranischen Staatsmaschinerie zu tun.

Sagi Muki (Foto: Roy Alima/Flash90)

Saeid Mollaei wurde 2019 genötigt, einen Kampf absichtlich zu verlieren, um nicht in Folge gegen den Israeli Sagi Muki (auf dem Foto rechts) antreten zu müssen. (Letzterer wurde schließlich bei dem Turnier Weltmeister.)

Der iranische Judoka wurde extrem unter Druck gesetzt, indem man ihm kurz vor dem Kampf die Information zuspielte, dass sich Leute der Sicherheitspolizei im Haus seiner Eltern befanden. Mollaei gab nach und verlor absichtlich, um nicht gegen den israelischen Judoka antreten zu müssen. Er floh nach Deutschland. 2019 bekam er den mongolischen Pass. Seitdem tritt er für die Mongolei an.

Derzeit befindet sich Saeid Mollaei zum ersten Mal in Israel. Sein Reisegrund ist das Tel Aviver internationale Judo-Turnier, das heute beginnen wird. Für die israelischen Sportsfreunde war das Zusammentreffen mit dem mutigen Ex-Iraner sehr emotional. Man rechnet es Mollaei hoch an, dass er seiner Heimat den Rücken kehrte, weil er sich nicht gegen Israel instrumentalisieren lassen wollte.

Vielleicht werden sich Saeid Mollaei und Sagi Muki am Wochenende in Tel Aviv endlich auch auf der Matte begegneten.  

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox