Gestern haben wir mit unserer Israel Heute Reisegruppe am Marsch des Lebens teilgenommen. Das war nicht leicht. Der Besuch in Ausschwitz wird mit jedem Schritt schwerer. Der Anblick des Haufen von Schuhen, besonders den kleinen Kinderschuhen und der Berg der abgeschnittenen Menschenhaaren ist grausam. Diesmal war es sehr heiß. Aus der ganzen Welt kamen Juden nach Auschwitz, um an dem Marsch bis nach Birkenau teilzunehmen.
Nur wenige Christen waren dabei, darunter unsere Gruppe aus Deutschland und der Schweiz. Mit dem Lied Halleluja von Leonard Cohen im Hintergund sind wir mit der Israelfahne durch das Tor von Birkenau gegangen. In der offiziellen Zeremonie haben Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, sein polnischer Amtskollege Andrej Duda und auch Israels ehemaliger Oberrabbiner Israel Meir Lau gesprochen. Zum Schluss erzählte Lau von seiner Familiengeschichte in Krakau und sprach dabei direkt den polnischen Präsidenten an. Er erinnerte daran, dass seine Familie in Krakau 47 Menschen zählte, wovon nach dem Krieg und Holocaust nur noch 5 übriggeblieben waren, darunter er. Als Achtjähriger wanderte er nach Israel ein. „Der Holocaust wird niemals in Vergessenheit geraten, denn die Menschen um uns werden uns immer daran erinnern, wie unbeliebt wir sind, und wir werden weiter antisemitischen Angriffen ausgesetzt sein“, so Rabbi Lau. „Gut, dass wir ein Land haben und Israel lebt.“
Unter den Teilnehmern befand sich auch eine Gruppe der jüdischen Gemeinde aus Marokko.




