Die Hitler-Haggada Roni Schutzer/Flash90
Jüdische Welt

Die Hitler-Haggada

Ein bezeichnendes Beispiel dafür, wie die Juden der 1940er Jahre den Holocaust im Vergleich zum Exodus aus Ägypten sahen

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Die Haggada ist die Geschichte des Exodus, die jedes Jahr am Pessach-Seder-Tisch erzählt wird. Die Haggada beginnt mit der Frage: “Wie unterscheidet sich diese Nacht von jeder anderen Nacht des Jahres?” Der Rest der Haggada ist die Antwort auf diese Frage. Da die Haggada ein so zentrales Ereignis im jüdischen Leben ist, hat sie ihr eigenes Interpretationsgenre. Und da sie so prägend ist, wurden Versuche unternommen, alternative Versionen zum traditionellen Text zu erstellen, die manchmal spezielle Ereignisse ansprechen und den Bedürfnissen säkularer Juden entgegenkommen.

Ein Beispiel ist eine Kibbuz-Haggada, die sich mit der COVID-Pandemie befasst, die im letzten Jahr zu dem beispiellosen Fall führte, bei dem die Menschen anstelle eines Familienfestes in Isolation waren. Die Frage “wie unterscheidet sich diese Nacht von jeder anderen Nacht des Jahres?” wird mit “jeden Seder feiern wir mit Großvätern und Onkeln” beantwortet. In dieser Nacht sind alle in Isolation.”

Diese kurze Einführung ist notwendig, um die Hitler-Haggada zu verstehen, in...

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