Die Diskriminierung von Juden auf dem Tempelberg muss aufhören

Die heiligste Stätte des Judentums muss für alle Glaubensrichtungen offen sein.

| Themen: Tempelberg
Jüdische und christliche Touristen dürfen den von Muslimen besetzten Tempelberg besuchen, aber nicht dort beten - ein klarer Verstoß gegen die Religionsfreiheit. Foto: Jamal Awad/Flash90

(JNS) Gegen die anhaltende Diskriminierung von Juden auf dem Tempelberg muss etwas getan werden. Gegenwärtig dürfen Juden weder Gebetsbücher noch eine Tora auf den Tempelberg mitbringen und auch keine Tefillin tragen. Erst seit kurzem können kleine Gruppen von Juden während der fünf Stunden am Tag, in denen der Berg für sie offen ist, in Ruhe beten.

Trotz der Beschränkungen besuchten im vergangenen Jahr 50.000 Juden den Tempelberg, etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Es wird angenommen, dass dies die höchste Zahl von Juden ist, die den Berg seit dem Bar-Kochba-Aufstand vor fast 2.000 Jahren besucht haben. Der Anstieg ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass immer mehr Rabbiner Besuche auf dem Berg gestatten, sofern der Besucher vorher eine Mikwe aufsucht, keine Lederschuhe trägt und Bereiche des Berges besichtigt, die der verstorbene Oberrabbiner Shlomo Goren für zulässig hielt.

Die heutige Situation auf dem Tempelberg ähnelt auf unheimliche Weise derjenigen in der Antike. Im Talmud wird die Zerstörung des Zweiten Tempels auf die Machenschaften von Rabbi Zechariah Ben Avkulas zurückgeführt. Avkulas wurde kritisiert, weil er sich nicht zu Wort meldete, als er mit ansehen musste, wie ein Mann namens Bar Kamtza von einer Feier ausgeschlossen wurde. Aus Rache für seine Demütigung ging Bar Kamtza zum römischen Kaiser und sagte ihm, dass die Juden das Schaf des Kaisers nicht als Opfer annehmen würden. Dann versah Bar Kamtza das Opfertier mit einem Makel, der es nach der Tora untauglich machte.

Die Rabbiner wollten die Opferung zulassen, um den Kaiser nicht zu verärgern, was sie für akzeptabel hielten, weil ein Verbot der Tora übertreten werden kann, um ein Leben zu retten. Sie befürchteten zu Recht, dass der Kaiser Juden ermorden würde, wenn sie das Opfer nicht zuließen. Doch dieses Mal ergriff Avkulas das Wort. Er sprach sich gegen die Opferung aus und setzte sich durch. Daraufhin war der Kaiser so erzürnt, dass er den Zweiten Tempel zerstörte, viele Juden ermordete und allen Opfern ein Ende setzte.

Viele Rabbiner sind der Meinung, dass alle Juden heute als rituell unrein gelten und deshalb nicht auf den Tempelberg gehen dürfen, da dies die Heiligkeit der Stätte verletzen könnte. Dabei übersehen sie jedoch, dass diese Entscheidung zu einer weitaus größeren Entweihung des Berges geführt hat: Die Zerstörung jüdischer Artefakte durch den muslimischen Waqf, dem Israel nach dem Sechstagekrieg von 1967 leider die Kontrolle über den Berg überließ.

Rabbiner Berel Wein sagte, dass Gott durch die vielen Wunder, die zur Gründung und zum Überleben Israels führten, gezeigt hat, welche Rabbiner Recht hatten, ob der Zionismus erfolgreich sein würde. Die Hand Gottes ist auch in Bezug auf den Berg offensichtlich. Die berühmteste Besteigung des Berges seit 1967 war die des damaligen Likud-Führers Ariel Sharon. Er besuchte die Stätte am 28. September 2000, um seinen Widerstand gegen das Angebot des damaligen Premierministers Ehud Barak zu bekunden, die Souveränität über den Berg an die Palästinensische Autonomiebehörde abzugeben. Nur sechs Monate nach diesem Besuch, im März 2001, wurde Scharon Premierminister. Sein Freund, der Journalist Uri Dan, schrieb, es sei Scharons Besuch auf dem Berg gewesen, der ihn an die Spitze der Regierung katapultiert habe.

Heute sehen wir in den aktuellen Wahlumfragen einen unglaublichen Anstieg der Unterstützung für die Partei des religiösen Zionismus, die von sechs auf 12 Sitze gestiegen ist. Dies ist vor allem auf die Popularität von Itamar Ben Gvir zurückzuführen, der vor allem durch seine häufigen öffentlichen Besuche auf dem Tempelberg bekannt ist.

Der ehemalige Rechtsberater und stellvertretende Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Alan Baker, forderte Israel kürzlich auf, seine diskriminierenden Praktiken auf dem Tempelberg zu beenden. Die Religionsfreiheit der Juden sollte an der heiligsten Stätte des Judentums geschützt werden. Damit einhergehend muss die Entweihung des Berges durch den muslimischen Waqf und die Zerstörung jüdischer Artefakte beendet werden.

Am Ende von Jom Kippur sagen wir “nächstes Jahr in Jerusalem”. Mögen wir auch ein Jahr der Religionsfreiheit auf dem Tempelberg erleben.

 

Farley Weiss ist Vorsitzender der Israel Heritage Foundation (IHF).

2 Antworten zu “Die Diskriminierung von Juden auf dem Tempelberg muss aufhören”

  1. Serubabel Zadok sagt:

    Die Religionsfreiheit auf dem Tempelberg muss für Juden unverzüglich wieder hergestellt werden.

  2. bgo sagt:

    Warum ISRAEL nach dem Sechstagekrieg von 1967 dem muslimischen Waqf, die Kontrolle über den Tempelberg überließ, konnte ich damals wie heute nicht verstehen. ISRAEL müßte alles unternehmen um die Kontrolle wieder zurück zu bekommen.

    Georges Brentener

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