Der israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, besuchte am Dienstag den Tempelberg in Jerusalem, wo er sagte, dass es seine Politik sei, jüdische Gebete an der heiligsten Stätte des Judentums zuzulassen.
„Wir sind hier am Tischa beAv auf dem Tempelberg, um der Zerstörung des Heiligen Tempels zu gedenken. Wie gesagt, unsere Politik ist es, das Gebet zu erlauben“, sagte er.
Der Minister fügte hinzu, er habe den Tempelberg besucht, um für die Rückkehr der Geiseln, den Frieden der Soldaten und den Sieg im Krieg“ zu beten.
Yitzhak Wasserlauf, Parteikollege von Otzma Yehudit und Minister für die Entwicklung der Peripherie, des Negev und Galiläas, schloss sich Ben-Gvir und Hunderten anderen jüdischen Gläubigen an. Dutzende Pilger warfen sich im Gebet nieder und brachen damit den Status quo, der es Juden verbietet, auf dem Tempelberg zu beten.
מסר חשוב מהר הבית, בתשעה באב: pic.twitter.com/9GYa5CZHHw
— איתמר בן גביר (@itamarbengvir) August 13, 2024
Nach Ben-Gvirs Besuch und seinen Äußerungen veröffentlichte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eine Erklärung, in der betont wird, dass „die Regierung und der Ministerpräsident die Politik auf dem Tempelberg bestimmen. Es gibt keine private Politik irgendeines Ministers – weder des Ministers für Nationale Sicherheit noch irgendeines anderen Ministers – auf dem Tempelberg. So war es unter allen Regierungen Israels“.
Weiter heißt es in der Erklärung: „Der Vorfall heute Morgen auf dem Tempelberg weicht vom Status quo ab. Israels Politik auf dem Tempelberg hat sich nicht geändert; so war es und so wird es sein“.
בנוכחות בן גביר: עשרות מתפללים השתחוו בהר הבית @hanan_green pic.twitter.com/yksOZE911P
— ישראל היום (@IsraelHayomHeb) August 13, 2024
Die Polizei verhaftete mehrere Israelis, die die Stätte besuchten, nachdem sie israelische Flaggen geschwenkt, auf dem Boden gekniet oder gelegen und die israelische Nationalhymne gesungen hatten.
Ein Sprecher des Chefs der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, bezeichnete Ben-Gvirs Besuch als „Provokation“ und warnte vor gewalttätigen Konsequenzen.
„Wir fordern, dass die US-Regierung sofort interveniert, um die Besatzungsregierung zu zwingen, diese Provokationen gegen die heiligen religiösen Stätten zu stoppen, den historischen und rechtlichen Status der Stadt Jerusalem zu bewahren und die Aggression gegen das palästinensische Volk im Gazastreifen sowie die Angriffe im Westjordanland [Judäa und Samaria] zu beenden, wenn sie verhindern will, dass die Region unkontrollierbar explodiert“, sagte Nabil Abu Rudeineh.
Der Abgeordnete Moshe Gafni, Vorsitzender der Partei des Vereinigten Thora-Judentums, kritisierte Ben-Gvir scharf: „Der Schaden, den er dem jüdischen Volk zufügt, ist unerträglich und trägt zu dem grundlosen Hass bei, der am Tag der Zerstörung des Tempels geschürt wird“. Er fügte hinzu, dass seine Partei „prüfen muss, ob wir mit ihm zusammenarbeiten können, und das werden wir auch dem Ministerpräsidenten sagen“.
Auch der Oppositionsführer und Vorsitzende der Partei Jesch Atid, Yair Lapid, kritisierte den Besuch scharf.
„Ben-Gvirs Wahlkampf auf dem Tempelberg, der in völligem Widerspruch zur Haltung der Sicherheitskräfte steht, gefährdet während eines Krieges das Leben israelischer Bürger und das Leben unserer Soldaten und Polizisten“, sagte er.
„Die Gruppe unverantwortlicher Extremisten in der Regierung versucht mit aller Macht, Israel in einen umfassenden regionalen Krieg zu verwickeln. Diese Leute können kein Land regieren“, fügte er hinzu.
Es war nicht das erste Mal, dass Ben-Gvir mit Äußerungen zum Tempelberg für Kontroversen sorgte.
Im Juni sagte er, er wolle allen Juden erlauben, offen auf dem heiligsten Ort des Judentums zu beten, und damit den seit 1967 bestehenden Status quo ändern.
Als Reaktion auf diese Äußerung erklärte die israelische Polizei, dass jüdische Gebete auf dem Tempelberg weiterhin verboten seien. Auch das Büro des Ministerpräsidenten distanzierte sich von den Äußerungen Ben-Gvirs und erklärte: „Die Politik Israels, den Status quo auf dem Tempelberg beizubehalten, hat sich nicht geändert und wird sich nicht ändern.
Seit Beginn des jüdischen Jahres haben nach Angaben von „Beyadenu„, einer israelischen NGO, die sich für die Stärkung der jüdischen Verbindung zu diesem Ort einsetzt, fast 48.000 Juden den Tempelberg besucht.
(JNS)





Ben Gvir hat etwas getan, was für Juden selbstverständlich sein sollte: das Betreten des Tempelplatzes. Er hat damit provoziert: erstens den Westen, der die Zusammenhänge an diesem Brennpunkt der Welt nicht versteht und die Gepflogenheiten im Orient sowieso nicht. Zweitens die Muslimische Welt, die jedes Mal weidwund aufschreit, wenn sich Israelis an ihre heiligste Stätte begeben. Dabei war noch kein Islam am Horizont als die Israeli schon über 1500 Jahre Staatswesen aufweisen konnten bei ihrer Zerstreuung. Aber die Muslime wissen, dass ihre Religion verloren hat, wenn es ihnen nicht gelingt, die Juden vom Tempelberg fern zu halten. Es ärgert mich jedes Mal, wenn die Mainstream-Medien schreiben, dass der Tempelplatz mit der al-Aqsa-Mosche der drittheiligste Ort der Muslime ist und so nebenbei noch bemerken, dass er auch den Juden heilig ist. Dabei ist der Tempelplatz der heiligste Ort der Jeden, Woher stammt denn sonst der Name?