Der Vater, der Sohn und die Bibel bei der Vereidigung des Präsidenten

Israels neues Staatsoberhaupt tritt sein Amt an, 38 Jahre nachdem sein Vater die gleiche Rolle übernommen hat

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Bibel
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Mit viel Pomp und einer Zeremonie, die einer Monarchie würdig sind, wird Israels elfter Präsident, Isaac Herzog, am heutigen Mittwoch offiziell sein Amt angetreten. (Die Vereidigung in der Knesset wird ab 16 Uhr israelische Zeit hier übertragen werden)

Das ist passend, denn die Familie Herzog ist vielleicht das, was der moderne jüdische Staat am ehesten mit einer Aristokratie vergleichen kann. Herzog wurde in einer israelischen religiösen und politischen Dynastie geboren und aufgezogen. Sein Großvater, Yitzhak HaLevi Herzog, war der erste Oberrabbiner des Landes sowie des Staates Israel nach der Unabhängigkeit 1948.

Sein Vater, Chaim Herzog, war der sechste Präsident Israels von 1983 bis 1993. Sein Onkel war der legendäre israelische Diplomat Abba Eben.

Abgesehen von seinem familiären Erbe hat Herzog bislang eine Reihe von öffentlichen Ämtern bekleidet. Zuletzt war er Vorsitzender der Jewish Agency, einer historischen Institution, die einen Großteil der Beziehungen Israels zu jüdischen Gemeinden im Ausland vermittelt. Vor dieser Position war er ein sehr aktiver Politiker, der als Vorsitzender der Arbeitspartei diente und zahlreiche Rollen in der Regierung ausfüllte.

Mehr zum Thema: Wer ist Israels neuer Präsident, und was wird er tun?

Herzog tritt heute in mehr als nur einer Hinsicht in die Fußstapfen seines Vaters.

Zu den aufwendigen Zeremonien, die diesen wichtigen Tag füllten, gehörte natürlich die offizielle Vereidigung des neuen Präsidenten. Und im Mittelpunkt dieser Zeremonie steht dieselbe 107 Jahre alte Bibel, auf die sein Vater 1983 vereidigt worden ist. Aber die Geschichte dieser Bibel reicht viel weiter zurück. Sie überlebte beide Weltkriege, bevor sie Isaacs Großmutter von ihrem eigenen Vater am Vorabend ihrer Hochzeit weitergegeben wurde. Was für ein Erbe!

Wie sein Vorgänger, der scheidende Präsident Reuven Rivlin, ist Herzog eine sanftmütige und liebenswerte öffentliche Person, die im gesamten politischen Spektrum großen Respekt genießt. Wie Rivlin wird auch Herzogs Hauptaugenmerk in seiner neuen Rolle darauf liegen, die tiefen Gräben zu überwinden, die die israelische Gesellschaft zunehmend zerreißen.

Video: Bevor Isaac Herzog heute Nachmittag in der Knesset zum 11. Staatspräsidenten des Staates Israels vereidigt werden wird, hat er zusammen mit seiner Frau die Kotel (Klagemauer) besucht. Er werde sich als Präsident für die Einheit im Volk und die Liebe zu Israel („Ahavat Israel“, das Gebot, wonach jeder des Volkes Israel alle anderen seines Volkes lieben soll) einsetzen.

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