Der Regen ist da

Nach der Freude über die Freilassung des israelischen Ehepaares aus der türkischen Haft erinnerte uns der erste Regen an alte Probleme

Foto: Yossi Aloni/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Nachdem ich, wie jeden Sonntagmorgen, meine Kinder zum Zug (die Tochter, die Studentin) und Bus (unser jüngster Sohn, der Soldat) gefahren habe, begrüße ich Sie, liebe Leser,  zu einer neuen Woche. Ja, wir haben schon wieder eine neue Woche. Immer wieder bin ich überrascht, wie schnell so eine Woche vergeht.

Die vergangene Woche war geprägt von der Geschichte des israelischen Ehepaares, das wegen eines Fotos von einem Haus des türkischen Präsidenten Erdogan von türkischen Sicherheitskräften festgenommen und der Spionage beschuldigt wurde. Nach acht Tagen in türkischer Haft konnte das Paar am Donnerstag endlich wieder nach Israel zurückkehren, wo es dann von ihrer Familie zu Hause in Modiin in die Arme geschlossen wurde. Natürlich wurde alles live im Fernsehen übertragen. Plötzlich waren alle Augen nach Modiin gerichtet, meine Stadt, die für viele eigentlich noch unbekannt ist.

Es sah zunächst gar nicht so gut aus für das Ehepaar, besonders nachdem das örtliche Gericht in Istanbul die Untersuchungshaft um weitere 20 Tage verlängert hatte. In der türkischen Presse gab es sogar Berichte, wonach das israelische Paar an der Planung eines Angriffs auf Erdogan beteiligt sein sollte. Die israelischen Medien bereiteten uns schon auf eine längere Krise mit der Türkei vor. Und dann gab es am frühen Donnerstagmorgen plötzlich die Live-Übertragung aus Modiin über die Freilassung des Ehepaares.

Endlich wieder zu Hause, das Ehepaar Natali und Mordi Oknin auf dem Balkon ihrer Wohnung in Modiin

Ministerpräsident Naftali Bennett, Außenminister Yair Lapid und besonders der israelische Staatspräsident Isaac Herzog waren Berichten zufolge an den Bemühungen zur  Freilassung des Ehepaares beteiligt. Alle dankten dem türkischen Präsidenten, auch das Paar selbst, wohl eine der Bedingungen für die Freilassung. Es wurde berichtet, dass die Tatsache, dass das Paar ein kleines Kind mit besonderen Bedürfnissen hat, Erdogan sehr bewegt und zur Freilassung beigetragen habe. Und nun wird sogar schon von einer möglichen Erwärmung der israelisch-türkischen Beziehungen gesprochen. Gleichzeitig fliegen immer mehr Israelis in den Urlaub in die Türkei, die Affäre scheint sie nicht beeinflusst zu haben.

Am Wochenende wurden wir dann an ein altes Problem erinnert, das wir hier in Israel einfach nicht in den Griff bekommen. So sehr wir uns immer danach sehnen, wenn er dann kommt, sind wir nicht bereit, ich meine den Regen.

Etwas Regen und gleich „Land unter“, ein Parkplatz in Netania.

Es ist jedes Jahr dasselbe. Die Probleme sind bekannt, jedes Jahr führen starke Regenfälle zu Überschwemmungen und leider auch tragischen Unfällen. Und immer wieder wird gesagt, dass man sich rechtzeitig auf den kommenden Winter vorbereiten wird. Und wenn der erste richtige und lang ersehnte Regen dann kommt, ist alles wie immer. Ich bin kein Experte, aber wie kann es sein, dass wir jedes Jahr die gleichen Bilder zu sehen bekommen. Letztes Jahr aus Ashkelon und nun aus Netania, wo die stärksten Regenfälle seit 12 Jahren gemeldet wurden.

Gestern hat es den ganzen Tag pausenlos geregnet, auch bei uns in Modiin. Ich nutzte den Regen und stellte mein Auto absichtlich auf die Straße, was mir die Fahrt zur Autowaschanlage gespart hat. Das Auto ist wirklich blitzblank geworden. Auch heute soll es noch etwas regnen, ab morgen soll es dann wieder sonnig und wärmer werden.

 

Das Wetter für heute in Israel

Auch heute kann es noch zu vereinzelten Regenschauern kommen, die von Gewittern begleitet werden. In den Wadis im Osten und Süden besteht die gefahr von Blitzfluten. Es bleibt für die Jahreszeit zu kühl. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 15 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 19 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist trotz der Regenfälle weiter gesunken und liegt bei – 210,83 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,63 Meter bis zur oberen Grenze.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute einen angenehmen Sonntag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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