Der Leiter des Samaria-Regionalrats, Yossi Dagan, hat sich in einem öffentlichen Schreiben an Verteidigungsminister Israel Katz gewandt und eine Änderung der offiziellen Bezeichnung von COGAT gefordert. Die bisher gebräuchliche Abkürzung steht für „Coordinator of Government Activities in the Territories“ (Koordinator der Regierungsaktivitäten in den Gebieten). Dagan verlangt, den englischen Titel künftig als „Coordinator of Government Activities in Judea and Samaria“ (Koordinator der Regierungsaktivitäten in Judäa und Samaria) zu führen. Die Bezeichnung „Territorien“ stelle, so Dagan, eine moralische und historische Ungerechtigkeit dar und schwäche das Narrativ der jahrtausendealten jüdischen Verbundenheit mit dem Land.
Bezeichnung „Territorien“ widerspreche historischer Realität
In seinem Schreiben verwies Dagan darauf, dass bereits 1968 eine offizielle staatliche Benennungskommission festgelegt habe, die Region nach ihrem historischen Namen zu bezeichnen. Er argumentiert, dass das Festhalten am Begriff „Territorien“ nicht nur unhistorisch sei, sondern auch israelische Narrative schwäche und eine anti-israelische Sichtweise unabsichtlich stärke. Dagan hatte diese Forderung bereits vor etwa sechs Monaten an Katz gestellt – bislang ohne Reaktion aus dem Verteidigungsministerium.
Dagan verweist auch auf laufende Initiativen in den Vereinigten Staaten, bei denen in mehreren Staatsparlamenten offiziell festgelegt werden soll, den Begriff „Judea and Samaria“ statt „Westbank“ zu verwenden. Während dort legislative Fortschritte erzielt würden, verzögere sich die entsprechende staatliche Anpassung in Israel, so Dagan. Er forderte den Verteidigungsminister ausdrücklich auf, diese „Saga“ zu beenden und die Umbenennung offiziell umzusetzen.
Die COGAT-Einheit ist eine innerhalb des Verteidigungsministeriums angesiedelte Behörde, die seit dem Sechstagekrieg von 1967 für zivile und humanitäre Angelegenheiten sowie die Koordination zwischen israelischen Behörden und der palästinensischen Bevölkerung zuständig ist. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Verwaltung von Infrastrukturprojekten, der Erteilung von Arbeits- und Reiseerlaubnissen und der Koordination internationaler Hilfsmaßnahmen.
Die Debatte über den Namen der Behörde ist Teil einer breiteren Diskussion über Staats- und Gebietsnamen im Zusammenhang mit dem Konflikt um Judäa und Samaria, der international zumeist als „Westjordanland“ bezeichnet wird. In Israel selbst wächst unter Teilen der Bevölkerung und politischen Führern die Forderung, Namen zu verwenden, die die historische jüdische Verbindung zur Region ausdrücken.




