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Bau neuer Siedlung ins Stocken geraten

Seit Februar wohnen die Bewohner der geräumten Siedlung Amona in Zimmern einer Herberge in Ofra. Dort warten sie auf die Fertigstellung der neuen Siedlung Amichai, dessen Bau Anfang Juni endlich genehmigt worden war. Doch kurz nachdem die ersten Traktoren mit der Arbeit begonnen hatten, wurde es still.

Bild: Baubeginn von Amichai im Juni (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Die Bewohner Amonas, die im Februar ihre Häuser räumen mussten und seitdem in sehr engen Verhältnissen in den Zimmern der Herberge in Ofra wohnen, hatten bis jetzt sehr viel Geduld. Es vergingen einige Monate und mehrere Demonstrationen und Protestaktionen, bis das Versprechen von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, eine neue Siedlung, ein neues Zuhause, für die aus ihren Häusern geräumten Familien, endlich eingehalten wurde und die ersten Traktoren mit den Arbeiten für die Siedlung „Amichai“ begannen, die erste von der Regierung genehmigte neue Siedlung seit 1992.

Doch seit einem Monat ist es still geworden auf dem Hügel, wo Amichai entstehen soll. Der Grund dafür ist die Bürokratie und das Geld. Kein Ministerium will jetzt die Verantwortung für die Kosten der Errichtung der Siedlung übernehmen und das nötige Geld an den Landkreis Binjamin überweisen.

Nun muss Finanzminister Moshe Kachlon entscheiden, entweder die Haushaltskasse des Bauministeriums zu vergrößern oder die Verantwortung für den Bau der Siedlung an das Innenministerium weiterzuleiten.

Das alles interessiert die Bewohner Amonas jedoch nicht, für sie gibt es nur eine Adresse, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Er hat ihnen die neue Siedlung versprochen, er ist verantwortlich.

Die Geduld der Bewohner geht langsam zuende. Medienberichten zufolge sind nun Schritte geplant worden für den Fall, dass der Bau von Amichai nicht bald fortgesetzt werde. Man wolle Tatsachen schaffen und mit großen Zelten auf den Hügel ziehen, wo die neue Siedlung entstehen soll. Verschiedene Zelte, die einen langen Aufenthalt ermöglichen, sollen den Berichten zufolge bereits getestet worden sein.

Der Vorsitzende von Amona, Avichai Buaron, sagte: „Es handelt sich hierbei nicht um eine Demonstration oder einen Protest. Wir haben hier in der Herberge den ganzen Winter und Sommer verbracht. Es ist einfach unmenschlich, seit mehr als einem halben Jahr in den Zimmern der Herberge zu leben und von uns zu verlangen, hier weiter zu wohnen und zu warten.“

Bild: Avichai Buaron (2. v. rechts) während eines Protestes im Winter (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

„Es ist klar, dass uns tausende Jugendliche auf den Hügel begleiten werden“, sagte er weiter. „Und wenn wir erst einmal auf den Hügel aufgestiegen sind, ist es, um dort für immer zu bleiben.“

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Patrick Callahan

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