Auszug aus dem politischen Patt

Zu Pessach denken wir an Moshe , wie er das Volk Israel aus der Sklaverei führte. Heute brauchen wir jemanden, der uns aus der politischen Misere führt.

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Jerusalem Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Pessachabend

Nun ist der Seder Abend schon wieder vorbei. Aber auch zwei Tage danach fühle ich ihn noch im ganzen Körper. Da wir dieses Jahr das Pessachfest wieder völlig normal feiern konnten, d.h. bis zu 20 Menschen durften gemeinsam am Festtagstisch sitzen, was für unsere Familie absolut ausreichend war, waren auch die Vorbereitung dazu wieder wie in der Zeit vor Corona. Sie waren anstrengend.

Da wir die Gastgeber waren, gab es natürlich viele Vorbereitungen. Angefangen haben diese schon in der vergangenen Woche, als ich nach unserer Redaktionssitzung in Jerusalem zum Machane Jehuda Markt gegangen bin, um für das Festmahl am Sederabend einzukaufen. Aber die wirklich harte Arbeit begann dann zu Hause. Wie mein Kollege Michael Ihnen ja schon in seinen Artikeln erklärt hatte, gibt es im Haus viel zu tun, um es für Pessach vorzubereiten. Und so war es auch bei uns, auch wenn wir eher als sogenannte „Chilonim“, also nicht religiöse Juden angesehen werden. Vor Pessach sitzen wir alle im selben Boot, glauben Sie mir. Die ganze Woche vor dem Sederabend war im Zeichen dieser Pessach-Vorbereitungen, die dann bis zum Beginn des Lesens aus der Haggada am Festtagstisch zusammen mit der erweiterten Familie andauerten. Und das ist der Grund, dass ich den Pessachabend auch jetzt noch in meinen Knochen verspüre.

Unser Pessachtisch, endlich waren die Vorbereitungen beendet

Ich kann jetzt die Lage des Volkes Israel noch viel besser verstehen, als sie noch in Ägypten waren und als Sklaven arbeiten mussten. Wirklich, nach diesen ganzen Vorbereitungen zu Pessach kann ich mich wirklich mit ihnen identifizieren. Und dann, beim Lesen der Haggada verspürte ich die Freude über das Ende der harten Arbeit und dachte an das Volk Israel, das, nachdem Moshe das Meer gespalten hatte, endlich wieder frei war. Ich konnte schon die wiedergewonnene Freiheit verspüren und sang sogar die Lieder in der Haggada mit entsprechender Begeisterung mit.

Aber das tat ich natürlich nicht nur wegen der Freude über das Ende der harten Arbeit vor Pessach, viel mehr freute ich mich darüber, dass wir endlich wieder mit der ganzen Familie zusammen sein konnten. Vor einem Jahr waren wir nur zu dritt, das war schon etwas traurig. Jetzt war es endlich wieder wie vor Corona. Und dazu kam dann noch die Verlobung unseres Sohnes mit seiner Freundin. Was konnten wir uns noch wünschen? Es war ein wunderbarer Pessachabend. Überhaupt ist Pessach mein Lieblingsfest. Trotz der harten Arbeit davor.

Kurz vor Pessach besuchte Netanjahu den Machane Jehuda Markt. Wird er es am Ende schaffen, uns aus dem politischen Patt zu befreien?

Und nun beginnen wir mit einem Tag Verspätung die neue Woche, die Woche von Pessach, in der alles etwas ruhiger zu geht, da sich in dieser Woche sehr viele Menschen Urlaub nehmen. Ich hoffe, dass unsere Politiker die Zeit am Pessachtisch genutzt haben, um über einen Weg nachzudenken, wie sie unser Land endlich von diesem politischen Patt befreien können. Wer wird in der Lage sein, uns, das Volk, aus dieser Misere herauszuführen, so wie Moshe es damals getan hat?  Um das zu schaffen, müssen erst einmal die ganzen Streitigkeiten innerhalb unseres Volkes  beiseite gelegt werden, denn nur gemeinsam sind wir stark. Werden unsere Politiker das verstehen? Sie hatten im Wahlkampf doch selber immer wieder gesagt, dass man das Ego beiseitelegen müsse.

Doch es ist immer leicht, mit schönen Worten herumzuschmeißen. Was wir brauchen, sind Taten und damit scheinen sich unsere Politiker schwer zu tun. Nach der Woche von Pessach werden die Beratungen zwischen den verschiedenen Parteien hoffentlich intensiver werden. Ich bin gespannt, was dabei herauskommen wird. Und jetzt erst einmal das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis wolkig und etwas wärmer, aber noch immer etwas zu kühl für die Jahreszeit. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Beersheva 21 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist über die Feiertage um einen weiteren halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt  bei – 209,175 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 37,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen wunderbaren Montag und eine angenehme Pessachwoche. Machen Sie es gut.

Schalom und Chag Sameach aus Modiin!

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