Guten Morgen Israel – Politik und Corona

Auch nach fast einem Jahr Corona werden Entscheidungen noch immer von der Politik beeinflusst. Der Lockdown geht weiter, oder?

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Foto: Yossi Aloni/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Wir beginnen schon wieder eine neue Woche, das Wochenende ist hier bei uns wie im Fluge vergangen. Ein gutes Zeichen eigentlich, ein Zeichen, dass uns trotz Lockdown nie langweilig ist. Warum sollte es auch, wenn fast die ganze Familie den Schabbat gemeinsam verbringt. Wegen des Lockdowns leider nur „fast“, denn unseren ältesten Sohn „treffen“ wir seit Beginn der Lockdowns vor 5 Wochen leider nur mithilfe von Videogesprächen über WhatsApp. Ich übertrage das Bild dann immer auf unseren Fernsehbildschirm, um ein gemeinsames Zusammensein in unserem Wohnzimmer vorzutäuschen.

Der Lockdown wird heute wahrscheinlich um eine weitere Woche verlängert werden. Das verlangt jedenfalls das Gesundheitsministerium. Wie Sie sicher schon mitbekommen haben, tut sich unserer Regierungen bei Entscheidungen immer sehr schwer. Blau-Weiß und der Likud, oder eher Benny Gantz und Benjamin Netanjahu sind derartig zerstritten, dass sie sich gegenseitig das Leben schwer machen, auf dem Rücken der Bürger. So wird die Entscheidung für eine weitere Verlängerung des Lockdowns wohl erst im letzten Moment, „in der Nachspielzeit“, gefällt werden. Gantz macht die Verlängerung des Lockdowns von einer Erhöhung der Strafen für Lockdown-Verbrecher, dabei geht es in erster Linie um die Jeschivot, die Thoraschulen der orthodoxen jüdischen Gemeinschaften, wo die Corona-Maßnahmen oft ignoriert werden. Für sie ist das Lernen der Thora oberstes Gebot. Gantz besteht darauf, dass die Geldstrafen jetzt verdoppelt werden, ohne „wenn und aber“. Für Netanjahu und seinem Likud ist das eine heikle Sache, schließlich sind die orthodoxen Parteien langjährige Koalitionspartner. Daher möchte man es sich jetzt vor den Wahlen Ende März nicht mit ihnen verderben.

So haben die Entscheidungen in Bezug auf Corona auch nach fast einem Jahr einen politischen Einfluss. Die Forderungen der Gesundheitsexperten werden eigentlich immer etwas verdünnt, durchlöchert. Am Ende haben wir einen Lockdown wie diesen, der auf den Straßen eigentlich kaum bemerkbar ist. Viele nennen ihn auch „Fake-Lockdown“. Der Verkehr auf den Straßen solle in der Zeit des Lockdowns nur um ungefähr 15 Prozent zurückgegangen sein. Leder scheint einen Grund zu finden, nicht zu Hause zu bleiben.

Sieht so ein Lockdown aus? Der Machane Jehuda Markt in Jerusalem am Freitag.

Wie auch immer, die Geschäfte werden wohl auch in dieser Woche geschlossen bleiben. Wer also nicht am Coronavirus leidet, geht wegen der Maßnahmen finanziell zugrunde. Mittlerweile ist Israel nicht nur Impfweltmeister, wir sind auch Weltmeister in Bezug auf die Zahl der Tage, in denen wir uns im Lockdown befinden. Na, ich bin gespannt, wie lange es noch so weitergehen wird.

Wird auch in dieser Woche leer bleiben, unser Einkaufszentrum in Modiin.

Während des Schreibens dieser Zeilen habe ich unseren jüngsten Sohn zur Busstation gefahren, gleich in der Nähe des Einkaufszentrums, das auch oben im heutigen Titelbild zu sehen ist. Von dort wird ihn dann ein Bus der Armee zu seiner Basis fahren. Die Fahrdienste der Armee sind einige der positiven Folgen von Corona. Dennoch hofft ich, dass wir diese ganze Krise bald irgendwie hinter uns haben werden. Und nun das Wetter. Es wird wieder warm.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt. Im Norden des Landes kann es noch etwas regnen, im Laufe des Tages wird der Regen aber nachlassen. Die Temperaturen werden ansteigen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 20 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere drei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei – 209.655 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 85,5 Zentimeter  bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag. Genießen Sie das Wochenende, das bei uns schon vorbei ist. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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