Assyrer wenden sich an Israel

Die meisten Menschen kennen die Assyrer nur als ein antikes Volk

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Foto: Public Domain

Dieser Artikel wurde erstmals im Dezember 2019 im Israel Heute Magazin veröffentlicht.

 

Die meisten Menschen kennen die Assyrer nur als ein antikes Volk, welches in biblischen Zeiten das nördliche Königreich Israel eroberte, bevor es Jerusalem belagerte (letztendlich erfolglos, dank der göttlichen Intervention).

Die Assyrer versammelten sich ein weiteres Mal in Israel, allerdings nicht im Rahmen einer Invasion. Diesmal kamen sie nach Israel, um an einer Konferenz teilzunehmen, die von einem Komitee für die Wiederbelebung der aramäischen Sprache veranstaltet wurde.

Aramäisch mit seinen verschiedenen Dialekten war jahrhundertelang die dominante Sprache in dieser Region, ebenfalls im Neu-Assyrischen Reich, welches während der biblischen Ära mit den anderen Königreichen in Konflikt stand.

Es gibt heute nur noch um die drei Millionen Assyrer auf der Welt. Davon lebt gerade mal die Hälfte im Nahen Osten, wo ihre antike Sprache an einem seidenen Faden hängt – außer in Israel.

Der jüdische Staat hat in den letzten Jahren öfter Veranstaltungen zur Wiederbelebung der aramäischen Sprache ausgerichtet. Aramäisch wurde bekanntlich auch von Juden als Verkehrssprache (lingua franca) verwendet. Der größte Teil des Talmuds ist in einem Dialekt der aramäischen Sprache geschrieben, so wie auch die Bücher von Daniel und Ezra in der Bibel.

Allerdings sind es nicht unbedingt die jüdischen Israelis, die diese Wiederbelebung der Sprache in erster Linie ins Leben rief. Vielmehr sind es die arabischsprachigen Christen vor Ort, welche von Neuem ihrem aramäischem Erbe Geltung verschaffen. Sie erklären, dass aus ihrer Sicht die lokalen Christen bereits vor der arabisch-muslimischen Invasion hier gelebt haben und sie darum keine Araber, sondern Nachkommen der alten arabischsprachigen Völker der Region sind.

Der Staat Israel hat diese Bewegung offiziell anerkannt und schon vor einigen Jahren ein Gesetz verabschiedet, welches denjenigen, welche sich als Aramäer identifizieren, die Möglichkeit bietet, das auf dem nationalen Personalausweis zu vermerken. Die Regierung schätzt, dass es mehr als 100.000 lokale arabisch sprechende Bürger gibt, die berechtigt sind, als Aramäer anerkannt zu werden.

Einige von ihnen, die bereits ihre aramäische Identität zurückerobert haben, schlossen sich den assyrischen Besuchern an und lasen gemeinsam in ihrer antiken Sprache aus der Bibel. Einer von ihnen ist Amir Khalloul, dessen Bruder, Shadi Khalloul, manchmal Beiträge für Israel Heute verfasst hatte. Zudem schrieb er über die Entscheidung der israelischen Regierung von 2014 bezüglich seines Volkes folgendes: „Endlich, nach 1400 Jahren von Besetzung und Kontrolle verschiedener Mächte, sind die Juden gekommen und haben uns, das aramäische Volk, anerkannt. Hier, durch die Handlungen der Juden, erfahren wir Gerechtigkeit.”

In einem anschließenden Interview im israelischen Fernsehen unterhielt sich Khalloul, ein pensionierter Kommandant der israelischen Armee, enthusiastisch mit seinem jüdischen Interviewer über die reichen, jahrtausendealten Beziehungen zwischen den beiden Völkern.

Was die Assyrer betrifft, so wurde eine der Teilnehmerinnen, Juliana Taimoorazy, an der Diskussion am Sonntag von der Tazpit News Agency zitiert, als sie zu den israelischen Teilnehmern sagte: „Es ist ein Segen, dass ihr in diesem Land seid, und ich hoffe, dass wir bald Aliyah in Nineveh machen werden.“

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