Die Europäische Union sieht in den jüngsten Vorwürfen Israels keinen Grund zur Aufregung. „Die Anschuldigungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der Iran habe gelogen und früher doch nach einem Kernwaffenprogramm gestrebt, weist auf keinen Bruch des Atomvertrages mit dem Iran von 2015 hin“, unterstrich die EU-Außenministerin Federica Mogherini. In einer gewaltigen Geheimdienstleistung hatte Israels Geheimdienst Mossad zuvor 55.000 Dokumente und 183 CDs aus dem iranischen Nukleararchiv in Teheran entdeckt und nach Israel geschmuggelt. Was die Europäer nicht schätzen wollen, wissen dafür Israels arabische Nachbarländer umso mehr zu schätzen. Hinter den Kulissen geben sunnitische Regierungen Jerusalem volle Rückendeckung, und selbst in den arabischen sozialen Netzwerken wird Israel von der arabischen Bevölkerung für seinen Einsatz gegen die Schiiten gelobt.
(Foto: Miriam Alster/Flash90)
„Die arabischen Staaten amüsierten sich über Israels Erfolg und lobten Israels Regierungschef Netanjahu sogar mehr, als wir es hier im Land tun“, erklärte der Nahost-Experte Zvi Yeheskeli (Fernsehkanal Zehn). „Israel wird in der arabischen Welt als Supermacht wahrgenommen. Unsere arabischen Nachbarn sagen in etlichen Fernsehprogrammen, dass sie, wenn sie überhaupt jemandem vertrauen können, nur auf Israel zählen können. Selbst die Saudis geben öffentlich zu, dass Israel ihnen eines Tages zu Hilfe kommen wird. In den Augen unseres Nachbarn sind wir eine Villa im Dschungel.“
Marokko hat derweil seine diplomatischen Beziehungen mit dem Iran beendet. Als Grund gilt die Unterstützung des Irans für die Separatistenbewegung Polisario, die eine staatliche Unabhängigkeit für die Westsahara fordert. „Die libanesische Hisbollah-Miliz rüstet die Polisario im Auftrag der Schiiten mit Waffen, Training und Kämpfer aus“, warnte der marokkanische Außenminister Nasser Bourita…
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