ANALYSE: Russland macht israelische Luftangriffe in Syrien so gut wie unmöglich

Die Situation an der nördlichen Grenze ist viel angespannter , nachdem Russland Israel die Möglichkeit genommen hat, Hisbollah-Aktivitäten in Syrien durch Angriffe zu stoppen.

ANALYSE: Russland macht israelische Luftangriffe in Syrien so gut wie unmöglich

An der israelischen Libanon-Grenze wurde es am Dienstag brenzlich, als Soldaten der libanesischen Streitkräfte (LAF) Soldaten der israelischen Armee (IDF) daran hinderten, auf der israelischen Seite der sogenannten blauen Linie, der von der UNO anerkannten internationalen Grenze zwischen Israel und Libanon, einen Stacheldrahtzaun zu errichten.

Das Eingreifen einer UNIFIL-Einheit verhinderte, dass Dinge außer Kontrolle gerieten.

Die LAF behauptete fälschlicherweise, dass IDF-Soldaten an vier Stellen in das libanesische Territorium eingedrungen seien, und dass die israelische Aktion eine “Verletzung der libanesischen Souveränität” darstelle, während sie libanesische Zivilisten aufforderte, das Gebiet zu verlassen.

Das libanesische Militär erklärte später, es sei “für alle Möglichkeiten” vorbereitet sei.

Die UNIFIL bestätigte mittlerweile, dass mindestens zwei der vier entdeckten Angriffstunnel, die die Hisbollah in den Jahren nach dem Zweiten Libanonkrieg gegraben hatte, bis unter Israels Staatsgebiet verlaufen würden und dass dies einen Verstoß gegen die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats darstellte.

Israel Heute bat lokale IDF-Kommandeure um Zugang zu den Standorten, an denen die israelische Armee Bohrungen für die Zerstörung der Hisbollah-Tunnel durchführt, aber die Anfrage wurde abgelehnt. Nur die CNN durfte eine der Orte betreten und Videobilder von einem der Tunnel machen.

Israel versucht derzeit, die US-Regierung von US-Präsident Donald Trump davon zu überzeugen, dem Libanon finanzielle Hilfe zu verweigern, solange die libanesische Regierung nicht damit beginnt, die Eingänge der Tunnel auf libanesischem Boden zu orten und zu zerstören.

Laut Angaben der libanesischen Zeitung al-Akhbar, die mit der Hisbollah verbunden ist, weigert sich die UNIFIL, sich an der Schließung der Angriffstunnel zu beteiligen, da sie Vergeltungsmaßnahmen der Hisbollah und Spannungen mit der einheimischen arabischen Bevölkerung befürchten.

Israel setzt die Operation „Nördliches Schild“ auch ein, um eine PR-Kampagne zu starten, die darauf abzielt, internationalen Druck auf die libanesische Regierung auszuüben, von der ereartet wird, dass sie gegen den Versuch des Iran, der Hisbollah mehr Lenkflugkörper zur Verfügung zu stellen, vorgehen wird.

Der israelischen Regierung zufolge habe der Iran und die Hisbollah im Libanon unterirdische Anlagen gebaut, um diese Raketen zu produzieren oder um Raketen in GPS-gelenkte Geschosse umzuwandeln.

Israelische Experten haben davor gewarnt, dass der Versuch der Iraner, der Hisbollah Lenkraketen zur Verfügung zu stellen, zu einem Krieg führen könnte, sollte die internationale Gemeinschaft nicht aktiv werden.

Der UN-Sicherheitsrat wird am heutigen Mittwoch die Tunnelfrage diskutieren und Israel, das kein Mitglied des Rates ist, drängt die Vereinigten Staaten, auch die iranischen Raketenanlagen im Libanon auf die Tagesordnung zu setzen.

Am Dienstag veröffentlichte die IDF neues Videomaterial eines kürzlich entdeckten Tunnels, aus dem hervorgeht, dass die Hisbollah versucht, die Tunnel abzusperren, seit sie von der IDF entdeckt wurden.

Das israelische Militär bestückt die entdeckten Tunnel jetzt mit Sprengstoff, als Vorbereitung für ihre Zerstörung.

„Von dem Moment an, an dem die terroristischen Tunnel aufgedeckt wurden, arbeiten IDF-Soldaten daran, diese auf verschiedene Weise zu untersuchen, unter anderem durch Fotografie und Forschungskapazitäten”, sagte die IDF-Sprecher-Einheit in einer Erklärung.

Die IDF geht davon aus, noch Dutzende weiterer Terror-Tunnel zu entlarven und geht dass die Operation noch Wochen, wenn nicht Monate dauern wird.

Die israelische Luftwaffe (IAF) führt indes laut libanesischen Medien weiterhin Aufklärungsflüge über den Südlibanon durch.

Ein IAF-Jet wurde am Dienstag oberhalb der südlibanesischen Stadt Sidon gesichtet, als er die Schallmauer durchbrach.

Den libanesischen Medienberichten zufolge soll die israelische Armee auch ihre Artillerie von der syrischen Grenze an die Grenze zum Libanon verlegt haben.

Dies war ein weiterer Hinweis darauf, dass Israel die libanesische Front jetzt für feindlicher hält als Syrien und könnte gegen den iranischen Militäraufbau im Libanon vorgehen, wenn die internationale Gemeinschaft die Bedrohung durch Iran und die Hisbollah für das Land nicht eindämmen kann.

Die israelische Luftwaffe hat ihre Aktivitäten gegen den Iran in Syrien seit dem Ausbruch eines russischen Aufklärungsflugzeugs IL-20 im September durch eine Krise mit Russland erheblich reduziert.

Seit die Russen den S-300-Raketenabwehrschild an die syrische Armee geliefert haben, hat das israelische Militär keine Luftangriffe auf Ziele im Zusammenhang mit dem Iran in Syrien durchgeführt und stattdessen Raketen eingesetzt, um die für die Hisbollah bestimmten Waffenkonvois und Ziele der Quds-Brigaden des iranischen Revolutionsgardenkorps (IRGC) zu zerstören.

Der drastische Rückgang der israelischen Militäraktivitäten in Syrien hängt auch mit einer Änderung der Einsatzregeln sowohl Russlands als auch der von Iran unterstützten Pro-Assad-Koalition zusammen.

Damaskus hat Israel gewarnt, dass ab jetzt jeder Angriff in Syrien mit einem Angriff auf ein Ziel in Israel beantwortet würde, während die Russen die israelische Regierung gewarnt haben, dass sie russisches Militärpersonal auf Stützpunkten und Einrichtungen der Quds Brigaden des IRGC stationiert habe.

Elijah J. Magnier, ein erfahrender Kriegskorrespondentin, berichtete in dieser Woche, dass „Russland Israel informiert hat, dass an jedem syrischen oder iranischen Militärstützpunkt russische Offiziere anwesend sind und dass jeder Angriff gegen syrische oder iranische Ziele auch russische Truppen treffen würde. Putin wird nicht zulassen, dass seine Soldaten und Offiziere direkten oder indirekten Bombenanschlägen Israels ausgesetzt werden.“

Seinem Bericht folgte später ein Artikel der russischen Tageszeitung Kommersant, in dem es heißt, dass Moskau den Hisbollah-Einheiten und schiitischen Milizen in Syrien erlaube, russische Fahnen zum Schutz vor israelischen Luftangriffen einzusetzen.

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