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Abbas, der 7. Oktober – und die unbequeme Wahrheit über die Palästinensische Autonomiebehörde

Neue Aussagen stellen das Bild der Palästinensischen Autonomiebehörde als „moderater Partner“ erneut infrage.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei einer Rede am 12. Dezember 2025 in Rom. Foto: EPA/RICCARDO ANTIMIANI

Ein neuer Bericht wirft ein grelles Licht auf die Haltung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zum Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Nach Angaben des palästinensischen Forschers Hani al-Masri soll PA-Chef Mahmud Abbas das Massaker an israelischen Zivilisten am Morgen des Angriffs als „den größten Tag in der palästinensischen Geschichte“ bezeichnet haben – eine Aussage, die das ohnehin fragile Vertrauen in die Führung in Ramallah weiter erschüttert.

Al-Masri, Leiter des palästinensischen Thinktanks Masarat – des Zentrums für Politikforschung und strategische Studien –, machte diese Aussage in einem Interview mit dem palästinensischen YouTuber Ahmad Biqawi. Thema war die unmittelbare Reaktion der palästinensischen Führung auf den Hamas-Überfall im Süden Israels. Sollte die Darstellung zutreffen, offenbart sie nicht nur politische Distanzlosigkeit, sondern eine tiefere ideologische Nähe zu einem Gewaltakt, der Israel traumatisiert hat.

Die Reaktion aus Jerusalem fiel entsprechend deutlich aus. Das israelische Außenministerium veröffentlichte einen Ausschnitt des Interviews und fragte öffentlich, ob dies tatsächlich die „Autorität“ sei, die international als Alternative zur Hamas aufgebaut werden solle. Der Vorwurf lautet: Terror werde nicht verurteilt, sondern legitimiert. Brisant ist dabei, dass Al-Masri selbst Teil des palästinensischen Establishments ist und dem Kuratorium der Jassir-Arafat-Stiftung angehört.

Die Aussagen fügen sich in ein bekanntes Muster. Al-Masri bestätigte zugleich, dass die Palästinensische Autonomiebehörde weiterhin Zahlungen an die Familien inhaftierter Terroristen und sogenannter „Märtyrer“ leistet – trotz wiederholter Zusagen gegenüber der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, diese Praxis zu beenden. Das international kritisierte „Pay-for-Slay“-System existiert demnach fort, wenn auch in veränderter Form.

Israels Außenminister Gideon Sa’ar warf der PA vor, die internationale Gemeinschaft erneut zu täuschen. Zahlungen an verurteilte Mörder würden inzwischen als Renten oder Sozialleistungen für Mitglieder der palästinensischen Sicherheitsdienste deklariert. Am Kern habe sich jedoch nichts geändert. „Das ist verzerrt. Beendet ‚Pay-for-Slay‘ jetzt“, forderte Sa’ar.

Vor diesem Hintergrund gewinnen die aktuellen Enthüllungen besondere Bedeutung. Während in westlichen Hauptstädten weiterhin über eine Reform oder „Revitalisierung“ der Palästinensischen Autonomiebehörde diskutiert wird, zeigen solche Aussagen und Praktiken, wie groß die Kluft zwischen politischer Rhetorik und tatsächlicher Haltung ist. Wer den 7. Oktober nicht klar verurteilt, sondern als historischen Moment verklärt, stellt sich selbst außerhalb jedes glaubwürdigen Friedensprozesses.

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Patrick Callahan

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