101-Jährige erhält deutschen Pass

17 Jahre war Edith Ramon alt, als sie vor den Nazis floh und ihre deutsche Staatsangehörigkeit verlor. Jetzt bekam sie diese, nach 84 Jahren, wieder zurück.

von Israel Heute Redaktion |
Foto: Deutsche Botschaft Tel Aviv

Als Edith Ramon im Jahr 1937 mit jungen Jahren Deutschland verließ und ihr daraufhin die Staatsbürgerschaft entzogen wurde, hätte sie sich nie träumen lassen, dass sie diese als Hochbetagte zurückerhalten würde.

Edith Ramon (geborene Nachman) wurde 1920 in Rastatt geboren. Bei einem antisemitischen Angriff in den 1930ern wurde das Auto der Familie in Brand gesteckt. Der Vorfall trug dazu bei, dass sie auswanderte. Zuerst zog sie als 17-Jährige nach Eretz Israel, dann folgten später auch ihre Eltern.

Im Jahr 1939 schloss sie sich der Kerngruppe der Gesher-Pioniere an und war eine der Gründerinnen des Kibbuz. Dort lernte sie ihren Mann Moshe Futerman kennen, der ebenfalls aus Deutschland kam. Gemeinsam kämpften sie mit den anderen Kibbuz-Mitgliedern für die Verteidigung des Kibbuz und halfen bei der Gründung des Staates Israel. Einer ihrer in England lebenden Enkel beschloss nach dem Brexit, Ediths Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft zu überprüfen und damit eine Art historische Korrektur für sie und alle ihre Nachkommen vorzunehmen. Edith konnte ihre Staatsbürgerschaft dank einer Änderung des deutschen Grundgesetzes wiedererlangen, die es in Deutschland geborenen Menschen, deren Staatsbürgerschaft von den Nazis zwischen 1933-1945 entzogen wurde, erlaubt, ihren Status wiederzuerlangen. Es war eine schöne Überraschung für die Großmutter, als plötzlich zwei hohe deutsche Beamte vor ihrer Tür standen und nicht nur freundlich lächelten, sondern sogar ein Geschenk mitbrachten.

Die deutsche Botschafterin in Israel, Dr. Susanne Wasum-Rainer, und der deutsche Konsul, Dr. Lars-Uwe Kettner, ließen es sich nicht nehmen, sogar zu Edith Ramon nach Hause zu kommen, um ihr den Pass persönlich zu übergeben.

„Es ist eine sehr große Ehre für uns, dass Edith wieder deutsche Staatsbürgerin sein möchte und deshalb sind der deutsche Konsul und ich zu Edith in den (Kibbutz) Gesher gekommen, um ihr die Staatsbürgerschaftsurkunde persönlich zu überreichen“, sagte die Botschafterin Wasum-Rainer.

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