In seiner Verteidigungsrede versucht Juda seinen Bruder Benjamin freizusprechen, als in dessen Sack der versteckte Kelch gefunden wird. Die rechte Hand des Pharaos will Benjamin festhalten: „In dessen Hand der Kelch gefunden worden ist, soll mein Knecht sein. Ihr aber zieht in Frieden zu eurem Vater hinauf.“ Ohne Benjamin kann Juda nicht zu seinem Vater zurückkehren. Wieder einmal übernimmt Juda die Führung unter seinen Brüdern, wie schon knapp 30 Jahre zuvor, als sie ihren Bruder Josef in die Zisterne warfen. Damals war es Juda, der dem „Lasst uns Josef töten!“ entgegentrat und ihm das Leben rettete.
So sind es drei Anlässe, bei denen Juda in die Familiengeschichte eingreift, er spielt eine zentrale Rolle im Familiendrama. Nach jenem ersten Mal in Dothan (1.Mose 37) tut er es ein zweites Mal, als er den Vater überredet, Benjamin mitziehen zu lassen (Kapitel 43), und zum dritten Mal im Palast vor Josef. Obwohl Juda nicht der Erstgeborene ist, übernimmt er Verantwortung.
Jetzt steht Juda seinem Bruder Josef gegenüber, ohne ihn zu erkennen. Er tritt an Josef heran: „Bitte, mein Herr, lasse deinen...
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