Den Versöhnungstag Jom Kippur haben wir dieses Jahr in der Großen Synagoge von Rom verbracht. Meine Frau Anat, ich und unser jüngster Sohn. Dafür buchten wir ein Hotelzimmer im jüdischen Viertel, nicht weit von der Synagoge entfernt. Im Radius von 250 Metern um die Synagoge herum war alles hermetisch abgeschlossen. Italienische Carabinieri blockierten die Zugänge und überwachten die Lage. Um am jüdischen Gottesdienst in der Synagoge teilzunehmen, mussten wir durch eine strikte Sicherheitskontrolle hindurch. Wir mussten unsere israelischen Reisepässe vorzeigen und wurden dann ausgefragt, wie lange wir uns schon kennen. Alles auf Hebräisch, alles mit guter Laune. Zum Schluss mussten wir noch durch einen Metalldetektor, wie am Flughafen.
In der Synagoge hallte es wie in einer Kirche. Eine kleine Kathedrale, in der sich die jüdischen Gebete anders anhörten als im Heiligen Land und das kollektive Amen der gesamten Gemeinde wie ein gregorianischer Chor klang. Der historische Bau ist vor 115 Jahren in Form eines griechischen Kreuzes mit einer hohen Kuppel errichtet worden. Am Abend war der Saal relativ...
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