Seither leben Juden nicht nur im biblischen Land Israel, sondern ebenso in der Diaspora. Das hat zu neuen Entwicklungen aber auch zu Spannungen im Volk geführt. Um die heutigen Beziehungen zwischen Israel und den jüdischen Gemeinden in der übrigen Welt zu verstehen, müssen wir einmal die Geschichte genauer betrachten.
Zur Zeit des Zweiten Tempels existierte ein selbstständiges jüdisches Staatswesen im Land. Neben dem Judenstaat der Hasmonäer (165 v. Chr.) gab es zwei zentrale jüdische Gemeinden in der Diaspora: die Gemeinde in Babylon unter dem dominierenden Parther-Reich in Persien und Mesopotamien sowie die Gemeinde im Raum Ägypten unter den Ptolemäern. Die Juden aus dem Osten kehrten nach der ersten Tempelzerstörung zurück und gründeten einen neuen Judenstaat. Während dieser Judenstaat unter der Hasmonäer-Dynastie im Landstreifen Israel herrschte, ordneten sich die Juden in Babylon der jüdischen Herrschaft in Tradition und Glaube unter. Die jüdische Gemeinde im Osten, deren Führer aus dem Hause David stammten, genoss religiöse Autonomie und war finanziell unabhängig. Diese Gemeinde folgte dem biblischen Konzept „aus Zion kommt die Thora“.
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