Guten Morgen liebe Leser!
Heute früh war es wieder etwas wärmer, als ich in Jerusalem aus dem Bus stieg. Momentan scheint draußen noch die Sonne, aber im Laufe des Tages wird sie von Wolken bedeckt werden und es können sogar ein paar Regentropfen fallen. In den nächsten Tagen soll es immer etwas kühler werden und für Sonntag hat man uns Regen und Gewitter versprochen. So richtig Winter ist das aber nicht. Ich hoffe, dass wir diesen dann zusammen mit dem neuen Jahr 2018 endlich bekommen werden.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Meist bewölkt mit einem leichten Rückgang der Temperaturen. Am Vormittag starke östliche Winde im Norden. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.38 m unter dem Meeresspiegel.
Gestern ist eine Meldung der Zeitung Jediot Achronot um die Welt gegangen. Fast überall auf der Welt, wurde von dem Plan berichtet, den Bahnhof an der Klagemauer nach dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu benennen (Artikel). Es scheint die Medien der Welt beeindruckt zu haben. Eine der größten Nachrichtenagenturen auf der Welt, AP, sagte, dass es sich hierbei um eine der besten Geschichten des Tages gehandelt habe. Dann wollen wir doch mal sehen, was für Geschichten wir heute von den Zeitungen bekommen haben. Hier der Blick auf die Titelseiten von heute:

Die Zeitung Maariv beginnt mit einer Schlagzeile über die Marathon-Sitzung der Knesset. ”Sie haben sich verrückt geredet”, lautet die Überschrift auf der halben Titelseite. Fast 40 Stunden lang wurde in der Knesset über das umstrittende Empfehlungs-Gesetz beraten. Es musste über mehr als 500 Einwände der Opposition abgestimmt werden, deren Abgeordnete stundenlang am Rednerpult standen und redeten, um so viel Zeit wie möglich zu nutzen, dabei wurden sogar Zitate von Shakespeare erwähnt. Teilweise ging es turbulent zu, die Erschöpfung der Abgeordneten scheint hier ihren Teil geleistet zu haben. Dann kam es in der vergangenen Nacht endlich zur Abstimmung, der Opposition gelang es nicht, das Gesetz zu verhindern, es wurde mit 59 Stimmen verabschiedet, mit 54 Gegenstimmen. Ab jetzt darf die Polizei nach Ermittlungen keine abschließenden Empfehlungen mehr aussprechen.

”Seht dem Mörder in die Augen”, lautet die zweite große Überschrift. Gestern wurde der Terrorist, der in Halamish vor einigen Monaten drei Mitglieder einer Familie grausam ermordet hatte, vom Gericht des dreifachen Mordes beschuldigt. Trotz der Versprechen einiger Politiker, wird das Gericht keine Todesstrafe verhängen. Unten rechts dann noch eine recht unangenehme Meldung. ”Gleiche Möglichkeiten für alle?”, fragt die Zeitung. Gestern wurde veröffentlicht, dass Araber, orthodoxe Juden und aus Äthiopien stammende Juden weniger verdienen und auch in keinen führenden Positionen beschäftigt sind. Dies ist natürlich absolut gegen das Gesetz. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber leider ist hier noch viel zu tun, damit alle Bürger die gleichen Chancen haben.
Die Zeitung Jediot Achronot beginnt heute mit ihrem Lieblingsthema, der Familie Netanjahu. “Sarah wollte ein Schmuckstück im Wert von 2500 Dollar zum Geburtstag bekommen. Als Milchan sich weigerte, sagte sie: Du beleidigst mich“. Das sind in der Tat harte Worte. Weiter soll Milchan, ein Freund der Familie, wie Netanjahu immer erklärte, der Polizei gesagt haben, dass er Sarah Netanjahu Champagner besorgt habe, „damit Bibi seine Ruhe von ihr hat“. Die Netanjahus streiten dies natürlich ab. Das alles klingt wie eine Telenovelle, wie das am Ende wohl ausgehen wird, ich bin gespannt. Dann gibt es eine Meldung bezüglich einer Journalistin, die im Radio den Staatspräsidenten mit unschönen Worten kritisiert hatte. “Der Sturm um Irit Linor“, lautet die Überschrift. Sie beschuldigte den Präsidenten Rivlin, dass er die Bürger aufgerufen habe, auf die Straßen zu gehen, dabei nannte sie ihn ein „freches Stück“. Jetzt wurde sie für eine Woche vom Sender, dem israelischen Armeesender Galei Zahal, suspendiert. Und dann veröffentlicht die Zeitung einen Brief von 63 Schülern der 12. Klasse, die nach dem Abitur ihren Armeedienst beginnen müssen. “Der Verweigerungsbrief 2017“. Die Schüler haben einen Brief an den Ministerpräsidenten, dem Verteidigungsminister, dem Generalstabschef und weiteren führenden Politikern geschickt, in dem sie erklären, nicht dazu bereit zu sein, in der Armee zu dienen. Man wolle keine Anteil haben an der „Besatzung und Erniedrigung des palästinensischen Volkes“, schrieben sie unter anderem. Dieser Brief wird Folgen haben.
Die Zeitung Israel Hayom berichtet in ihrer ersten Meldung vom türkischen Präsidenten Erdogan: “Der extreme Monat von Erdogan”, lautet die Überschrift. Neben seiner Annährung zum Iran hat der türkische Präsident sein Hassgerede gegen Israel weiter verschärft, besonders seit der Trump-Erklärung”. Hier bei uns regen wir uns gar nicht mehr sonderlich über ihn auf. Aber irgendwann wird der Geduldsfaden dann reißen. Gestern präsentierte er Videos, bei denen israelische Soldaten gezeigt werden, wie sie Palästinenser und palästinensische Kinder quälen würden, die Soldaten seien Terroristen. Und das nennt sich Normalisierung in den Beziehungen? Und dann eine viel wichtigere Schlagzeile: ”Das Leben meiner beiden Kinder hängt von dem Medikamenten-Ausschuss ab”. Jedes Jahr werden neue Medikamente in den sogenannten “Medikamentenkorb” aufgenommen, so das diese Medikamente dann per Rezept der Krankenkassen verschrieben werden können. Doch nicht alle Medikamente werden aufgenommen, so dass es leider immer Patienten gibt, die viel Geld für zum Teil lebensrettende Medikament zahlen müssen. Um dem Artikel der Zeitung geht es um zwei Geschwister, die unter Muskelschwund leiden, nur ein Medikament kann ihnen wirklich helfen. Nun hofft die Mutter, dass es in den Korb aufgenommen wird. Eine unangenehme Situation, so als würde man auf ein Urteil warten, es kann lebenswichtig sein.
Dies sind die wichtigsten Schlagzeilen der Zeitungen von heute. Natürlich gibt es noch viel mehr Themen, mit denen man sich heute befassen wird. Wir werden Sie wie immer auf dem Laufenden halten.
Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und erfüllten Donnerstag, das Wochenende steht schon wieder vor der Tür. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




