Israels Oberrabbiner David Lau und Itzchak Josef halten die Konferenztage der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ, Foto) während des bevorstehenden jüdischen Laubhüttenfestes für eine geistliche Bedrohung. „Auch wenn die Organisatoren Freunde des Staates Israels sind, so sind ihre Aktivitäten eine geistliche Gefahr und beflecken den jüdischen Charakter im Land“, heißt es in einem Brief der beiden Oberrabbiner.
„Es wurde uns mitgeteilt, dass die christliche Botschaft in Israel missionarisch aktiv ist, besonders während der jüdischen Feiertage. Eines ihrer Ziele ist es, Juden von ihrem Glauben abzulenken und diese unter die Flügel des Christentums zu verführen.“ Die Rabbiner warnen die jüdische Bevölkerung im Heiligen Land, nicht an den christlichen Konferenzen in Jerusalem teilzunehmen.
Säkulare wie orthodoxe Medien in Israel berichteten über den Brief. Jerusalemer Rabbiner wie Schlomo Amar und Arie Stern verlangen von der Stadtverwaltung, eine Liste der vorgesehenen christlichen Redner der bevorstehenden Konferenzen zu bekommen. Christliche Redner mit missionarischen Absichten sollen ihrer Ansicht nach nicht sprechen dürfen.
Zwischen dem Jerusalemer Rabbinat und Stadtverwaltung hatte es bereits nach der jüngsten Pfingstkonferenz, an der christliche Redner aus der ganzen Welt teilnahmen und in der neuen Arena predigten, Gespräche über mögliche Beschränkungen gegeben. Damals zeigte sich der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat mit der Forderung der Rabbiner nicht einverstanden.
„Die christliche Botschaft in Jerusalem ist von dem Rabbinerbrief enttäuscht. Die ICEJ hat immer alle Vorschriften und Gesetze des Staates Israel eingehalten, auch was missionarische Aktivitäten betrifft“, heißt es in der offiziellen Stellung der ICEJ, die Israel Heute von David Parsons übermittelt wurde. „Es ist bedauerlich, dass das Oberrabbinat gegen uns handelt und mit falschen Zeugnissen eine Fehldarstellung verbreitet. In den vergangenen 35 Jahren haben wir eine treue und enge Freundschaft und Unterstützung Israels als jüdischem Staat etabliert. Dies hat zu einer engen Zusammenarbeit mit zahlreichen offiziellen Institutionen in Israel geführt, einschließlich unserer Partnerschaften und Kooperationen mit der Knesset, dem Außenministerium, den Tourismus-Ministerium, der Jewish Agency und Yad Vashem.“
Über den Brief der Rabbiner gehen die Meinungen im Land auseinander, wie ein Blick in die Kommentarspalten der Online-Medien zeigt. Oft wurde dabei die Mission orthodoxer Juden innerhalb der jüdischen Bevölkerung angegriffen und mit der christlichen Mission in Israel verglichen. Einige begrüßten jedoch den rabbinischen Aufruf gegen christlicher Mission, andere wiederum warnen vor den Rabbinern und loben die christlichen Freunde Israels im In- und Ausland.




