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Die palästinensische Straße über die Wahlen

Heute wird in Israel gewählt und auf der palästinensischen Straße werden sie neugierig verfolgt. Denn eine neue Regierung in Jerusalem hat Folgen für ihr Leben. Aber diesmal verstehen die Palästinenser, dass nicht der israelisch-palästinensische Konflikt im Mittelpunkt der Knessetwahlen steht, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Probleme innerhalb der israelischen Gesellschaft.

Heute wird in Israel gewählt und auf der palästinensischen Straße werden sie neugierig verfolgt. Denn eine neue Regierung in Jerusalem hat Folgen für ihr Leben. Aber diesmal verstehen die Palästinenser, dass nicht der israelisch-palästinensische Konflikt im Mittelpunkt der Knessetwahlen steht, sondern die sozialen und wirtschaftlichen Probleme innerhalb der israelischen Gesellschaft. Aus palästinensischer Sicht ist das nicht gut, denn dies zeigt, dass ihr Palästinenserproblem am Rande des israelischen Interesses verschwunden ist. Darüber hinaus sehen auch sie ein, dass die Mehrheit der israelischen Gesellschaft das Vertrauen in ein Abkommen mit den Palästinensern verloren hat. „Es ist nur natürlich, dass wir uns für den politischen Ablauf unter unseren Eroberern interessieren“, sagte das hochrangige Fatah-Mitglied Muhammad Madani gegenüber dem israelischen Newsdienst NRG. „Ihre Politik beeinträchtigt unser Leben, denn Israelis töten täglich Palästinenser. Uns ist egal wer in Israel gewinnt, recht oder links. Was uns wichtig ist, wer uns gegenüber einen Friedenvertrag abschließen kann.“ Vorsichtiger ist Palästinenserführer Mahmoud Abbas in Ramallah, der sich hütet eine klare Stellung zu beziehen.

Im palästinensischen Netzwerk äußern sich Palästinenser, die auf einer Seite Hoffnung auf einen Umschwung in Israel hegen, aber andererseits auch eine für sie schlechtere Regierung in Jerusalem befürchten. Palästinenser verfolgen heute den Ablauf und den Meinungsaustausch im israelischen Facebook und bekommen damit ein besseres Gefühl über des politischen Barometers in Israel. Viele Palästinenser hoffen, dass es dem arabischen Parteibund gelingen wird, Israels drittgrößte Partei im Parlament zu werden. Gemäß Umfragen haben sie dafür große Chancen. „Wenn das passiert, besteht die Möglichkeit, dass die Knesset mehr über den israelischen Kolonialismus und Eroberung in den eroberten Gebieten debattieren wird“, hofft Samir Shukry. Mohammed Ibrahim aus Rammallah wünscht sich eine pragmatische Regierung (links), die ein Partner für einen Frieden mit den Palästinensern sein wird. Auch das Hamasregime im Gazastreifen verfolgt die israelischen Wahlen. „Uns ist es egal wer in Israel die Wahlen gewinnt. Für uns ist der Israeli Eroberer und Erzfeind“, sagte Hamassprecher Fasi Barhum. „Alle Parteien in Israel haben nur eine Absicht und wollen die palästinensischen Interessen vernichten und nur das Land judaisieren. Dies hat Israel bisher nur mit Gewalt gemacht.“ Der palästinensische Analyst im Gazastreifen Talal Oukal, betonte in den palästinensischen Medien, dass jede Regierung in Israel nur eine Absicht hat und dies ist Jerusalem für Israel zu bewahren. „Währenddessen blockieren Israel und Ägypten den Gazastreifen“, so Oukal.

Palästinenser und Israelis haben das Vertrauen für ein Friedensabkommen zwischen den Völkern verloren. Dies erklären beide Seiten, jeweils aus ihrer politischen und religiösen Sichtweise.

Bild:

Februar, Rafah im Gazastreifen. Palästinenser protestieren gegenüber dem Innenministerium, weil die Hamasregierung ihnen das Geld der Sozialhilfe enthält.

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Patrick Callahan

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