Kolumbien hat die israelische Souveränität über die Golanhöhen anerkannt und sich damit den Vereinigten Staaten angeschlossen – eine der deutlichsten diplomatischen Gesten, die Jerusalem seit Jahren aus Lateinamerika erhalten hat.
Außenminister Gideon Sa’ar bezeichnete diesen Schritt als „historisch“ und erklärte, er sei das Ergebnis seines Treffens mit dem neu gewählten kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella in der vergangenen Woche anlässlich seiner Amtseinführung in Bogotá.
Mi amigo, @ABDELAESPRIELLA, quien asumirá mañana como presidente de Colombia, es un líder decidido e inspirador. Su elección es una gran noticia para su país, pero también para la relación entre Israel y Colombia. De la Espriella es un gran amigo del pueblo judío y del Estado de… pic.twitter.com/6HVLKj3LHM
— Gideon Sa’ar | גדעון סער (@gidonsaar) August 7, 2026
Kolumbien erklärte, seine Entscheidung beruhe auf der Sicherheitslage, mit der Israel entlang seiner Grenzen konfrontiert sei, insbesondere nach dem Massaker vom 7. Oktober und dem darauf folgenden regionalen Krieg. Die kolumbianische Regierung wies auf die strategische Bedeutung der Golanhöhen hin und würdigte das Recht Israels, sich gegen externe Bedrohungen zu verteidigen.
Der syrische Bürgerkrieg, die Verfestigung der iranischen Präsenz in Syrien sowie wiederholte Drohungen seitens der Hisbollah und anderer vom Iran unterstützter Kräfte haben Jerusalems Standpunkt nur noch bekräftigt, dass die strategisch wichtige Anhöhe mit Blick auf Nordisrael für die Landesverteidigung unverzichtbar ist.
Arabische Staaten verurteilten Kolumbiens Entscheidung jedoch als einen Sieg für die „Besatzung“.
Ägypten, Katar, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und Syrien gaben allesamt Erklärungen ab, in denen sie diesen Schritt verurteilten.
#Statement | The Foreign Ministry expresses the Kingdom of Saudi Arabia’s condemnation and denunciation of the Government of the Republic of Colombia’s recognition of Israeli sovereignty over the occupied Syrian Golan Heights. This step contravenes international law and relevant… pic.twitter.com/1RtovABBqX
— Foreign Ministry 🇸🇦 (@KSAmofaEN) August 11, 2026
Kolumbiens Entscheidung bezüglich der Golanhöhen ist Teil einer weitreichenderen diplomatischen Kehrtwende.
Unter dem ehemaligen Präsidenten Gustavo Petro brach Bogotá während des Krieges gegen die Hamas die Beziehungen zu Israel ab und wurde zu einem der schärfsten Kritiker Jerusalems in Lateinamerika. De la Espriella setzte sich im Wahlkampf dafür ein, diesen Schaden wieder gutzumachen.
Die neuen Vereinbarungen zwischen den beiden Regierungen umfassen Berichten zufolge die vollständige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, die sofortige Ernennung von Botschaftern, die Verlegung der kolumbianischen Botschaft nach Jerusalem, die Aufhebung der Visumpflicht, die Arbeit an einem Freihandelsabkommen sowie den Rückzug Kolumbiens aus Südafrikas Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof.
Kolumbien plant laut dem israelischen Außenministerium zudem, die anti-israelische „Haager Gruppe“ zu verlassen.
Sa’ar erklärte, er werde sich weiterhin dafür einsetzen, andere Länder davon zu überzeugen, dem Beispiel Washingtons und Bogotás zu folgen und die israelische Souveränität über die Golanhöhen anzuerkennen.
Diese Wende erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Israel das Jahr 2026 zum „Jahr Lateinamerikas“ erklärt hat – als Teil einer umfassenderen Initiative zum Wiederaufbau und Ausbau von Partnerschaften in der gesamten Region.
Für Jerusalem ist der Schritt Kolumbiens ein willkommenes Zeichen dafür, dass einige Länder weiterhin bereit sind, die Sicherheitsrealität Israels ohne der üblichen diplomatischen Scheuklappen zu betrachten.




