Israels Außenminister Gideon Sa’ar hat sich in Washington mit dem designierten kolumbianischen Außenminister Omar Bula Escobar auf die vollständige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern verständigt. Die Vereinbarung soll unmittelbar nach der Vereidigung des gewählten kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella am 7. August in Kraft treten.
Beide Seiten vereinbarten die sofortige und gegenseitige Wiederaufnahme der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen sowie die unverzügliche Ernennung neuer Botschafter. Der designierte Außenminister Bula Escobar kündigte zudem an, dass seine Regierung eine Botschaft in Jerusalem, der Hauptstadt Israels, eröffnen werde. Sa’ar sagte die uneingeschränkte Unterstützung seines Ministeriums bei der raschen Umsetzung dieses Vorhabens zu.
Israels Außenminister Gideon Sa’ar und der designierte kolumbianische Außenminister Omar Bula Escobar in Washington. Beide vereinbarten die vollständige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen sowie die Eröffnung einer kolumbianischen Botschaft in Jerusalem. Video: Shmulik Almani
Darüber hinaus verständigten sich beide Minister auf die gegenseitige Aufhebung der Visumpflicht. Während ihres Gesprächs erörterten sie außerdem weitere Themen der bilateralen Zusammenarbeit.
Nach Angaben des israelischen Außenministeriums laufen bereits die Vorbereitungen für die Ernennung eines neuen israelischen Botschafters in Bogotá. Hintergrund ist ein Telefongespräch zwischen Gideon Sa’ar und dem gewählten Präsidenten Abelardo de la Espriella im vergangenen Monat. Der neue Botschafter soll voraussichtlich bereits in der kommenden Woche, am 20. Juli, vom Ernennungsausschuss des Außenministeriums unter Vorsitz von Sa’ar bestätigt werden.
Kolumbien galt über Jahrzehnte als enger und historischer Verbündeter Israels in Lateinamerika. Diese Beziehungen wurden jedoch im Mai 2024 durch den scheidenden Präsidenten Gustavo Petro einseitig abgebrochen. Israels Botschafter wurde im Juni 2024 aus Kolumbien zurückgerufen, während die kolumbianische Botschafterin Ende Juni desselben Jahres Israel verließ.
Mit den nun eingeleiteten Vorbereitungen soll sichergestellt werden, dass die historischen Beziehungen unmittelbar nach dem Amtsantritt des neuen kolumbianischen Präsidenten wieder vollständig hergestellt und weiter ausgebaut werden können.
Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Einigung mit Kolumbien leitete Gideon Sa’ar in Washington ein politisches Treffen mit den Außenministern mehrerer lateinamerikanischer Staaten.
An dem nächtlichen Treffen nahmen unter anderem der argentinische Außenminister Pablo Quirno, der paraguayische Außenminister Rubén Ramírez Lezcano, der bolivianische Außenminister Fernando Armayo sowie Viviana Bovo, leitende Beraterin des US-Außenministers für Angelegenheiten Lateinamerikas, teil. Ebenfalls anwesend waren der bolivianische Minister für Präsidentschafts- und Innenangelegenheiten sowie der stellvertretende Außenminister Paraguays.

Außenminister Gideon Sa’ar hat das Jahr 2026 für das israelische Außenministerium zum Schwerpunktjahr für Lateinamerika erklärt. Während des Treffens erörterten die Teilnehmer die Partnerschaft zwischen ihren Staaten sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Innovation. Darüber hinaus sprachen sie über den positiven und prowestlichen Wandel, den mehrere Staaten des Kontinents derzeit durchlaufen, und darüber, wie alle beteiligten Länder davon profitieren können. Die Minister erhoben zudem ein Glas auf den Sieg Argentiniens.
Außenminister Gideon Sa’ar erklärte:
„Die Beziehungen zwischen Israel und Lateinamerika werden immer enger und festigen sich zunehmend. Wir haben uns heute Abend in Washington mit den Außenministern Israels, Argentiniens, Paraguays und Boliviens sowie mit Viviana Bovo, leitender Beraterin des US-Außenministers, getroffen. Wir haben über den großen Wandel in Lateinamerika gesprochen, aber auch über die Herausforderungen und Gefahren, die von dessen Feinden ausgehen.“




