(JNS) Neue Ernährungsdaten, die im Rahmen einer mit dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF koordinierten Erhebung gesammelt wurden, stellen nach Angaben des israelischen Botschafters bei den Vereinten Nationen in New York, Danny Danon, internationale Vorwürfe infrage, Israel habe die Bevölkerung im Gazastreifen vorsätzlich ausgehungert.
„Wieder einmal setzen sich die Fakten gegen die Fiktion durch“, sagte der israelische UN-Botschafter. „UN-Organisationen erkennen an, dass das falsche Narrativ gegen Israel in sich zusammenfällt. Israel lässt Kinder nicht verhungern. Israel kämpft gegen den Hamas-Terrorismus, während die Hamas Zivilisten im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde missbraucht.“
„Diejenigen, die Israel vorschnell beschuldigt haben, müssen nun für die Verbreitung von Lügen zur Verantwortung gezogen werden“, fügte er hinzu.
Die Erhebung wurde über den von den Vereinten Nationen geleiteten Nutrition Cluster durchgeführt und verwendete die Ernährungsbewertungsmethoden der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Untersucht wurden Gewicht, Körpergröße und der mittlere Oberarmumfang von Kindern, um akute Unterernährung zu messen. Die Ergebnisse zeigten Raten akuter Unterernährung zwischen 0,2 und 0,8 Prozent im gesamten Gazastreifen.
Die israelische UN-Vertretung hob die Ergebnisse als Beleg dafür hervor, dass das derzeitige Ausmaß der Unterernährung bei Kindern deutlich unter den Schwellenwerten liege, die üblicherweise mit einer Ernährungskrise in Verbindung gebracht werden. Israelische Vertreter erklärten zudem, die Werte seien mit dem Niveau vor Kriegsbeginn im Gazastreifen vergleichbar oder lägen sogar darunter. Außerdem seien sie niedriger als die in mehreren Nachbarstaaten, darunter Ägypten und Jordanien, gemeldeten Werte.
Die Veröffentlichung der Erhebung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Meinungsverschiedenheiten über die internationale Bewertung der humanitären Lage im Gazastreifen.
Im August 2025 erklärte die Integrated Food Security Phase Classification (IPC), eine weltweite Initiative zur Überwachung der Ernährungssicherheit, die von UN-Organisationen und Hilfswerken genutzt wird, nach Auswertung von Indikatoren wie Nahrungsmittelkonsum, akuter Unterernährung und Sterblichkeit, dass in Teilen des Gazastreifens Hungersnot herrsche. Kritiker wiesen darauf hin, dass die IPC eine ihrer Bewertungskennzahlen geändert habe.
Israel hat die Einschätzung der IPC wiederholt zurückgewiesen und erklärt, sie bilde die tatsächlichen Verhältnisse im Gazastreifen nicht zutreffend ab. Zudem trügen die Operationen der Hamas innerhalb der Zivilbevölkerung wesentlich zur humanitären Krise bei. Israelische Vertreter legten außerdem Belege dafür vor, dass die Hamas humanitäre Hilfslieferungen umleitet.
Humanitäre Organisationen berichteten in den vergangenen Monaten von Verbesserungen bei der Ernährungssicherheit und den Ernährungsindikatoren. Diese Entwicklung folgte auf die Ausweitung humanitärer Hilfe und kommerzieller Lieferungen nach der Waffenruhe vom Oktober 2025. UNICEF erklärte, dass sich die Ernährungslage zwar verbessert habe, die Situation jedoch weiterhin fragil sei. Viele Bewohner des Gazastreifens seien nach wie vor auf humanitäre Unterstützung angewiesen, und ein fortgesetzter Zugang für Hilfslieferungen sei notwendig, um eine erneute Verschlechterung zu verhindern.




