Auslöser war die Aussage des deutschen Kanzlers, der sich „zutiefst besorgt“ über die Entwicklungen in Judäa und Samaria zeigte und warnte, es dürfe „keine faktische Annexion“ geben. Diese Kritik wies Finanzminister Bezalel Smotrich entschieden zurück – und reagierte mit einer emotionalen und historischen Anspielung.
Er schrieb: „Am Vorabend des Holocaust-Gedenktages sollte der deutsche Kanzler sein Haupt neigen und tausendmal um Vergebung bitten, anstatt uns Moralpredigten zu halten.“
Besonders scharf formulierte er: „Die Zeiten, in denen Deutsche Juden vorschrieben, wo sie leben dürfen, sind vorbei – und werden nicht zurückkehren.“ Und weiter: „Ihr werdet uns nicht wieder in Ghettos zwingen – schon gar nicht in unserem eigenen Land.“
On the eve of Holocaust Remembrance Day, the German Chancellor should bow his head and apologize a thousand times on behalf of Germany, rather than daring to preach morality to us on how to conduct ourselves against the Nazis of our generation—who murdered, raped, slaughtered,… https://t.co/9Rmwz2AtM9
— בצלאל סמוטריץ‘ (@bezalelsm) April 13, 2026
Deutschland warnt vor Annexion – Israel weist Kritik zurück
Die deutschen Äußerungen spiegeln die anhaltende europäische Kritik an Israels Politik in Judäa und Samaria wider. Vor allem der Ausbau israelischer Ortschaften und mögliche politische Schritte werden in Europa zunehmend kritisch gesehen.
Israel hingegen betont regelmäßig, dass es sich um eine Frage nationaler Sicherheit und historischer Rechte handelt. In Jerusalem wird internationale Kritik häufig als einseitig und realitätsfern wahrgenommen.
Diese Kritik trifft auf eine israelische Politik, die seit Jahren in eine andere Richtung weist.
Gleichzeitig betont die israelische Regierung, dass ihre Politik in Judäa und Samaria kein kurzfristiger Kurs, sondern Teil einer langfristigen strategischen Entwicklung ist. Seit ihrem Amtsantritt hat die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Ausbau israelischer Ortschaften deutlich vorangetrieben. Nach Regierungsangaben wurden in den vergangenen Jahren mehr als 50.000 Wohneinheiten genehmigt sowie zahlreiche neue Gemeinden geplant oder geschaffen.
Auch aktuell scheint dieser Kurs fortgesetzt zu werden. In israelischen Medien wurde berichtet, dass das Kabinett vor kurzem in einer nicht öffentlichen Sitzung die Errichtung von mehreren Dutzend zusätzlichen Gemeinden in Judäa und Samaria gebilligt hat. Eine offizielle Bestätigung im Detail liegt dazu bislang nicht vor, doch die Richtung ist klar: Die israelische Präsenz in den umstrittenen Gebieten soll weiter gefestigt werden.
Die politische Debatte darüber wird zunehmend auch auf internationaler Bühne geführt – und dabei in scharfem Ton. Der Knesset-Abgeordnete Simcha Rothman reagierte auf die Kritik aus Deutschland mit deutlichen Worten und verwies darauf, dass es für Juden historisch keine Selbstverständlichkeit gewesen sei, frei über ihren Wohnort entscheiden zu können.
Besonders bemerkenswert äußerte sich sein Parteikollege Zvi Sukkot – und zwar ausdrücklich auf Deutsch. In seinem Beitrag machte er unmissverständlich klar, dass es weltweit niemals eine Politik geben dürfe, die darauf abzielt, Regionen „judenfrei“ zu machen. Die Wahl der deutschen Sprache verlieh seiner Botschaft zusätzliche historische Schärfe.
Es darf in der Welt niemals eine Politik geben, die judenfreie Gebiete anstrebt.
Never again!!! https://t.co/q7yEPmVtRx— צבי סוכות (@tzvisuccot) April 13, 2026
Innerhalb Israels blieb diese Rhetorik jedoch nicht unwidersprochen. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, warnte davor, historische Bezüge in der aktuellen politischen Auseinandersetzung zu instrumentalisieren. Gerade rund um den Holocaust-Gedenktag sei besondere Sensibilität geboten.
Die Grundsatzfrage hinter der Debatte ist nicht neu. Bereits 2016 hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu argumentiert, dass Forderungen nach einem judenfreien Gebiet in Judäa und Samaria einer Form von Diskriminierung gleichkämen, die international eigentlich auf breite Ablehnung stoßen müsste.
Zur Verdeutlichung stellte er damals eine einfache Gegenfrage: Ob irgendjemand ein Gebiet akzeptieren würde, in dem bestimmte Bevölkerungsgruppen grundsätzlich nicht leben dürften. Für Netanjahu ist die Antwort eindeutig – und sie bildet bis heute einen zentralen Bestandteil der israelischen Argumentation in dieser Frage.
Holocaust-Bezug verschärft Ton der Debatte
Besonders brisant ist der Zeitpunkt der Äußerungen: Die Auseinandersetzung fällt in die Zeit rund um den israelischen Holocaust-Gedenktag. Dadurch bekommt der Streit eine zusätzliche historische Dimension.
Smotrich stellte den aktuellen Konflikt ausdrücklich in einen größeren Zusammenhang und verwies auf die Bedrohung Israels durch seine Gegner. Dabei sprach er von einem Kampf gegen „die Nazis unserer Generation“ – eine Formulierung, die die Schärfe seiner Kritik unterstreicht.
Israelis stimmen zu
Viele Israelis stehen bei diesem Thema ganz auf Smotrichs Seite, auch sie sehen seine Äußerungen im historischen Kontext. Die folgenden Reaktionen unter einem Bericht zu dem Thema auf dem Nachrichtenportal von Arutz 7 spiegeln die emotional aufgeheizte Debatte wider und stehen exemplarisch für besonders zugespitzte Reaktionen:
- Adolfs Sohn meldet sich zu Wort. Meine Großmutter, die aus Deutschland geflohen war, sagte, wir sollten uns daran erinnern, dass der einzige Grund, warum sich die Deutschen gegen Hitler gewandt haben, darin lag, dass er verloren hatte, und sie hatte Recht.
- Die „palästinensischen Gebiete“ sind eine Erfindung; sie befinden sich auf jüdischem Land, auf dem Gebiet Israels gemäß dem Völkerrecht und – was noch wichtiger ist – gemäß der Tora.
- So wie Hitler 1938 das Sudetenland überrannt hat, hat Jordanien 1948 Judäa und Samaria überrannt und folgte damit dem Beispiel Hitlers, der in der arabischen Welt nach wie vor weithin verehrt wird.
- Deutschland sollte auf den Knien um Vergebung bitten. Wir sollten jedoch nicht darauf warten. Denn sie haben in den letzten 81 Jahren nichts gelernt. Sie stehen immer noch auf der Seite des Bösen und werden am Ende verlieren. Denn wir werden immer noch hier sein, stärker denn je.
- Ausnahmsweise einmal stimme ich Smotrichs Worten zu!!
- Die Chuzpe dieses Deutschen. Keine Spur von Scham!!





Es ist schon traurig und beschämend, dass Herr Merz durch seine Äußerungen unter Beweis stellt, dass er keine biblischen Kenntnisse von Judäa und Samaria hat, ebenso wenig andere Geschichtskenntnisse dieser Region. Auch wenn die Vereinten Nationen unter dem Einfluss der islamischen Staaten die Wahrheit zur Lüge gemacht haben und nun immer wieder Israel an den Pranger stellen, sollten die Siedler und Israel unbeirrt an ihrem historisch legitimierten Recht festhalten. Die Verbindung des jüdischen Volkes zu diesen Gebieten ist nicht von den Launen der modernen Geopolitik ahängig und somit nicht verhandelbar.
Dass auf diesen Gebieten nicht wenige Araber Verdienstmöglichkeiten gefunden haben, wird gern unterschlagen. Ebenso sei auch an die widerlich initiierte Boykottmaßnahme „settlement freeze“ des Herrn Barack Hussein Obama erinnert oder an die Strafzölle gegen israelische Produkte aus Judäa und Samaria. Dass diese Maßnahmen den „palästinensischen Arbeitern und ihren Familien schaden, interessiert diese Judenhasser nicht.
Sehr gut gesagt. Genau so ist es. Und dann nennen sie ihre Partei noch (CDU/CSU) Also christlich.
Bezalel Smotrichs passende Worte zum fritz:
„Er schrieb: „Am Vorabend des Holocaust-Gedenktages sollte der deutsche Kanzler sein Haupt neigen und tausendmal um Vergebung bitten, anstatt uns Moralpredigten zu halten.“
Besonders scharf formulierte er: „Die Zeiten, in denen Deutsche Juden vorschrieben, wo sie leben dürfen, sind vorbei – und werden nicht zurückkehren.“ Und weiter: „Ihr werdet uns nicht wieder in Ghettos zwingen – schon gar nicht in unserem eigenen Land.““
Diese arrogante Verweigerung jüdischer Wohnsitznahme in gewissen Gebieten, die sich der Kanzler eines Landes mit nie gutzumachender Altlast herausnimmt, irritiert ungeheuer, zumal dieser Kanzler im eigenen Land jüdisches Leben nicht zu schützen vermag. Hier wird Apartheid offensichtlich, welche gegen Israel wirkt, während international – auch aus Deutschland – zunehmend der Vorwurf an Israel gerichtet wird, ein Apartheid-Staat zu sein. Völlig verkehrte Welt.
Am 14. Mai 1948 endete das Mandat Großbritanniens für Palästina. Somit entstand ein rechtlich leerer Raum. Die UN Resolution 181 war eine Empfehlung – nicht bindend. Am 14. Mai 1948 wurde auf dem ehemaligen Mandatsgebiet der Staat jüdisch-palästinensische Israel gegründet. Ein arabisch-palästinensischer Staat wurde nicht gegründet (Gebiete Gaza / Judäa und Samaria – Gebietsbezeichnung nach UN-Resolution 181). Ganz im Gegenteil, die arabischen Länder Ägypten, Syrien und Jordanien (Transjordanien) griffen den Staat Israel am 15. Mai 1948 an und besetzten ehemalige Gebiete das Mandatsgebietes Palästina (bis 1967). Ein arabisch-palästinensischer Staat wurde von ihnen auf diesem Gebiet nicht gegründet.
Hat jemand schon mal gehört, das DIE DEUSCHEN (Merz / Seibert / Scholz / …) irgendwann die palästinensische Autonomieverwaltung in Ramallah kritisiert haben? Gäbe es nicht tausend Gründe dafür?
DIE DEUTSCHEN sind von Juden besessen – von Zeit zu Zeit ändert sich nur die Art und Weise.
Hier ein interessanter Podcast von Constantin Schreiber mit Ahmad Mansour – 31.03.2026 auf Youtube:
„Deutschland ist besessen von Israel!“
„DIE DEUTSCHEN sind von Juden besessen – von Zeit zu Zeit ändert sich nur die Art und Weise.“
Ja, so ist es leider.
Wer weiß wer und was Black Rock ist, weiß auch, wer Merz ist. Er selbst hat in seinen Aussagen schon einmal mehr bewiesen, dass er kein guter Freund Israels ist. Aber wie immer schon in der Geschichte,
läuft die große Masse in ihrem fast tierischen Herdentrieb, wie von Jesus vorhergesagt, den falschen Christussen nach. Und deshalb war auch Lenin, Mao Tse-Tung und andere Volksführer und leider auch Adolf Hitler möglich. Die Geschichte zeigt: Die Masse ist leicht blendbar. Und dennoch: Die Zeit arbeitet für Israel, weil ihre Erfinder und Schöpfer mit seinem Volk wieder Geschichte schreiben begonnen hat.
„… und leider auch a. h. möglich.“
„Quelle: Schlüssel zur Thora von Ludwig Schneider.
Rabbinische Gedanken zu den 54 Thora-Lesungen, Seiten 195 und 196.
„Manchmal fragt man sich, warum ausgerechnet der Holocaust (Shoah), die schrecklichste aller Judenverfolgungen, in Deutschland begann. Ich denke nicht, weil die Deutschen schlechter waren oder sind als andere, sondern weil die deutschen Juden damals die assimiliertesten unter allen Juden waren, begann die „Endlösung“ in Deutschland ihren Todesmarsch.
Theodor Herzels Programmschrift „Der Judenstaat“ erschien als erstes in deutscher Sprache, daher waren die deutschen Juden die ersten, die mit der Idee des Zionismus bekannt wurden – doch sie wollten nicht, ihre Karriere und ihr Reichtum war ihnen wichtiger als die Heimkehr ins gelobte Land.
Nachdem die Fischer bei den deutschen Juden keinen Erfolg hatten, sandte Gott die Jäger – das war der Holocaust (Jeremia 16, 16). Nur tragisch, dass die Deutschen als Jäger grausamer waren als erlaubt, dass sie ihrerseits noch zusätzliches Unheil hinzugefügt haben (Sacharja 1, 15)“
Havershalom: Ist es bei vielen „Gläubigen“ in der heutigen Zeit nicht auch so oder ähnlich? Wir haben uns gut eingerichtet, leben unseren „Wohlstand“ und suchen die Anerkennung bei Menschen statt den HERRN zu fragen, Herr was ist dein Wille, dein Weg für mich hier auf der Erde.
Suchet den HERRN, solange ER zu finden ist!“
Zur Beruhigung, ich bin selber „jüdisch“.
Der Streit um Zion wird jetzt nach und nach abklingen, denn der sogenannte Widerstand legt die Waffen weg, weil der Kampf auch aus ihrer Sicht entschieden ist.
Wenn ich israelischer Politiker wäre, würde ich einfach weiter meinen Kurs verfolgen, denn die aktuelle Politik wird ihre Erfolge zeitigen und die sprechen dann für sich selbst. Erfolge überzeugen am besten und kontern Kritik am effektivsten.
Vom immer-kritischen Grundrauschen und dem Störfeuer aus vielen Ländern der Welt, egal, was Israel macht, soll man sich nicht beirren lassen, denn es sind letztlich nur Worte. Die Taten werden jetzt nach und nach weltweit in die andere Richtung weisen, sie ermuntern zum Weitegehen in die eingeschlagene Richtung, denn viele Länder werden ihre weitere Politik sehr viel israelfreundlicher gestalten.