Laut einem Bericht von Bloomberg gewinnt die Hamas systematisch ihre Autorität über die Teile des Gazastreifens zurück, die sie weiterhin kontrolliert – was die internationalen Friedensbemühungen untergräbt und Israels Sicherheitsberechnungen erschwert.
Seit Inkrafttreten der ersten Phase des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas am 10. Oktober hat die Terrororganisation keine Bereitschaft gezeigt, sich zu entwaffnen oder die Macht abzugeben, wie es in der zweiten Phase des Friedensplans von Trump vorgesehen ist. Stattdessen enthüllt dieser aktuelle Bericht eine bewusste Strategie der Hamas, die zivile Verwaltung und wirtschaftliche Kontrolle wiederherzustellen, selbst inmitten der Zerstörung und Verzweiflung, die durch den jahrelangen Konflikt verursacht wurden.
Von Zelten zu Steuereintreibern
Die Untersuchung von Bloomberg, die sich auf Interviews mit Händlern, Verkäufern, Unternehmern und Einwohnern des Gazastreifens stützt, zeichnet das Bild einer Bevölkerung, die zwischen Resignation und Frustration gefangen ist.
Der lokale Verkäufer Ahmed, der unter der Bedingung der Anonymität mit dem amerikanischen Nachrichtenportal sprach, fasste die Stimmung vor Ort zusammen:
„Unsere Lebensgrundlage ist zerstört. Warum lässt uns [die Hamas] nicht unseren Lebensunterhalt verdienen?“ Der Einwohner Maisara Mohammed zeigte eine Mitteilung der von der Hamas geführten Landbehörde, in der die Zahlung von zwei Jahren aufgelaufener Gebühren für während des Krieges zerstörte Immobilien gefordert wurde.
Anstatt ihren Verwaltungsapparat abzubauen, hat die Hamas Gerichte wiedereröffnet, Beamte wieder eingestellt und sogar die Steuererhebung wieder aufgenommen – und diese Maßnahmen auch auf verarmte Palästinenser ausgedehnt, die in Zelten leben.
Die sogenannte „Petroleumkommission“ der Gruppe hat die Kontrolle über die Verteilung von Kochgas übernommen, die zuvor eine private Marktfunktion war, und rationiert die knappen Vorräte und erhebt de facto Zölle auf Unternehmen, die ihren Betrieb aufrechterhalten wollen. Der Gastronom Ahmed Shaldan sagte gegenüber Bloomberg, dass er nun hohe Schutzgelder an Zwischenhändler zahlen muss, um sich das Gas zu sichern, das er benötigt, um seinen Betrieb weiterführen zu können.
Konsolidierung der Diktatur inmitten der Niederlage
Analysten sagen, dass diese Manöver mehr als opportunistisch sind – sie sind strategisch. Der Politikwissenschaftler Mkhaimar Abusada, der jetzt an der Northwestern University in Chicago tätig ist, erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Hamas die Verzögerungen in Phase 2 des Friedensplans von Trump ausnutzt, um „ihre politische und sicherheitspolitische Kontrolle” in ganz Gaza wiederherzustellen.
Die Kapazitäten der Organisation wurden durch die Offensive der israelischen Streitkräfte geschwächt: Die Zahl der Gazaner, die auf der Gehaltsliste der Hamas stehen, ist gegenüber dem Vorkriegsniveau von 50.000 um ein Drittel zurückgegangen, und die Reihen der Al-Qassam-Brigaden haben sich nach israelischen Schätzungen auf etwa 20.000 Kämpfer halbiert. Dennoch betont die Führung der Gruppe, dass sie sich weigert, ihre Waffen abzugeben.
Ein Sprecher der Hamas bekräftigte, dass die Bewegung „ihre Waffen niemals aufgeben wird, solange die Besatzung andauert, und sich niemals ergeben wird, selbst wenn sie mit ihren Fingernägeln kämpfen muss“ – eine Aussage, die den ideologischen und nicht den pragmatischen Charakter ihrer Strategie unterstreicht.
Strategische Implikationen für Israel und den Trump-Plan
Der Friedensplan der Trump-Regierung sieht die Entsendung einer Internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) in Teile des Gazastreifens vor, die derzeit von der IDF kontrolliert werden, um einen schrittweisen Rückzug Israels und die letztendliche Entmilitarisierung der Hamas zu ermöglichen. Da die Terrororganisation jedoch darauf besteht, ihre bewaffneten Kapazitäten und Regierungsstrukturen aufrechtzuerhalten, verliert der Plan zunehmend an Glaubwürdigkeit.
Abusada erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Verfestigung der Hamas dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu eine politische Rechtfertigung liefern könnte, einen vollständigen Rückzug aus dem Gazastreifen zu verzögern. Anstatt Raum für Frieden und Wiederaufbau zu schaffen, verstärken die Aktionen der Hamas ihren autoritären Einfluss – auf Kosten des palästinensischen Volkes und jeglicher kurzfristigen Bewegung in Richtung einer tragfähigen politischen Lösung.





Den “ Friedensplan“ verstehe wer will. Ich nicht. Für wen oder was sind die ganzen Israelis gestorben? Was hat die IDF eigentlich in Gaza drei Jahre gemacht? Die Hamas existiert weiterhin, obwohl diese laut IDF Sprechern ja schon lange eleiminert sein müssten. Die meisten Tunnelsystem sind nicht zerstört. Ich habe grosse Bedenken was die Kompetenz des IDF Generalstabs anbelangt. Dieser momentane Waffenstillstand
schwächt ja nur die Moral des einfachen IDF Soldaten. Man darf sich nicht wundern wenn in Zukunft viele junge Israelis das Land verlassen werden.