Die Konferenz findet vom 21. bis 24. Dezember 2025 in Jerusalem statt und bringt Vertreter jüdischer Gemeinschaften, NGOs und Meinungsmultiplikatoren zusammen. Hintergrund ist ein erheblicher weltweiter Anstieg von judenfeindlichen Angriffen und Hass-Propaganda. Ziel der Veranstaltung ist es, politische Werkzeuge, Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Ansätze für den Schutz jüdischer Gemeinschaften zu entwickeln.
Entstehung und Ziel des J-50-Forums
Initiator des J-50-Forums ist Israels Außenminister Gideon Sa’ar, der das Format im Mai 2025 im Rahmen einer internationalen Konferenz gegen Antisemitismus vorgestellt hatte. Das Forum ist als dauerhafte Plattform konzipiert, die führende Vertreter jüdischer Organisationen, politische Entscheidungsträger, Aktivisten und Multiplikatoren aus aller Welt zusammenführt.
Die Zusammenkunft in Jerusalem erfolgt vor dem Hintergrund dokumentierter Zunahmen antisemitischer Angriffe, Bedrohungen und Hasskampagnen in vielen Ländern. Öffentliche Demonstrationen, Angriffe auf jüdische Einrichtungen, Einschüchterungen sowie digitale Hetze haben laut verschiedenen internationalen Beobachtungsstellen in den vergangenen Jahren neue Höchststände erreicht. Jüdische Gemeinden berichten von wachsender Unsicherheit im öffentlichen Raum und zunehmenden Sicherheitsmaßnahmen.
Nach Angaben der Organisatoren sollen die Teilnehmer des Forums nicht nur aktuelle Entwicklungen analysieren, sondern konkrete Handlungsmöglichkeiten erarbeiten. Geplant sind politische Briefings, Workshops zur strategischen Kommunikation, Austauschformate zu Sicherheitsfragen sowie Gespräche über Bildungsarbeit und Prävention. Auch persönliche Erfahrungsberichte, unter anderem von ehemaligen Geiseln, sind Teil des Programms und sollen die menschliche Dimension der Bedrohungslage verdeutlichen.
Internationale Vernetzung und politische Bedeutung
Das J-50-Forum soll die internationale Vernetzung jüdischer Gemeinschaften stärken und einen strukturierten Austausch über erfolgreiche Gegenstrategien ermöglichen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Koordination zwischen Gemeinden, Regierungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, um antisemitische Vorfälle frühzeitig zu erkennen und wirksam zu bekämpfen.
Diskutiert werden unter anderem Bildungsprogramme gegen Judenhass, der Schutz jüdischer Einrichtungen, der Umgang mit antisemitischer Hetze in sozialen Netzwerken sowie diplomatische Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene. Vertreter aus Europa und Nordamerika bringen dabei Erfahrungen aus Regionen ein, in denen antisemitische Vorfälle zuletzt besonders stark zugenommen haben.
Die Wahl Jerusalems als Veranstaltungsort unterstreicht die Rolle Israels als zentralen Bezugspunkt jüdischer Identität und als Ort internationaler Solidarität. Zugleich signalisiert das Forum den Anspruch, dem globalen Anstieg von Judenhass mit gemeinsamer politischer und gesellschaftlicher Antwort zu begegnen. Die Organisatoren sehen das J-50-Forum als langfristiges Instrument, um jüdische Gemeinschaften weltweit zu stärken und ihre Sicherheit sowie öffentliche Sichtbarkeit zu fördern.




