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Freilassung der Geiseln beginnt

Erste Phase von Trumps Friedensplan tritt in Kraft – Israel erwartet Rückkehr der letzten Überlebenden aus Gaza. Live Video vom Geiselplatz in Tel Aviv.

Tausende versammeln sich auf dem Geiselplatz in Tel Aviv, um die Rückkehr der Geiseln zu feiern, 13. Oktober 2025. Foto: Miriam Alster/Flash90.

Der Tag, auf den ganz Israel seit zwei Jahren gewartet hat, ist gekommen: Die Freilassung der israelischen Geiseln aus der Gewalt der Hamas hat begonnen. In den frühen Morgenstunden des Montags überquerte die erste Gruppe von sieben Geiseln den Grenzübergang aus dem Gazastreifen nach Israel. Es ist der Auftakt zur ersten Phase des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans, der das Ende des Gaza-Krieges einleiten soll.

Nach Angaben der israelischen Armee handelt es sich bei den Befreiten um Matan Angrest, die Zwillingsbrüder Gali und Ziv Berman, Alon Ohel, Eitan Mor, Omri Miran und Guy Gilboa-Dalal. Sie wurden von Offizieren der IDF und des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet begleitet, als sie kurz nach Sonnenaufgang israelisches Territorium betraten.

„Die Geiseln haben soeben die Grenze überschritten und befinden sich nun auf dem Weg zu einer Erstaufnahme-Einrichtung im Süden Israels, wo sie ihre Familien wiedersehen werden“, erklärte die Armee in einer Mitteilung. Das Militär bereite sich bereits darauf vor, später am Tag weitere Geiseln zu empfangen, die dem Roten Kreuz übergeben werden sollen.

Das Büro des Ministerpräsidenten bestätigte, dass die Familien der sieben Freigelassenen vorab informiert wurden. In einer Mitteilung hieß es: „Sie haben sich unseren Streitkräften im Gazastreifen angeschlossen und werden so bald wie möglich israelisches Gebiet erreichen.“

Nach israelischen Angaben soll Hamas im Verlauf des Montags weitere 13 lebende Geiseln sowie die Leichname der meisten der 28 bestätigten Toten übergeben. Laut dem arabischen Sender Al Jazeera ist die zweite Übergabe für etwa 10 Uhr Ortszeit im südlichen Gazastreifen geplant. Unter den nächsten Freizulassenden sollen sich demnach Rom Braslavski, Eitan Horn, Nimrod Cohen und Elkana Bohbot befinden.

Israelische Militärquellen sprechen von einer hochsensiblen und koordinierten Operation, die unter dem Codenamen „Schawim Legwulam“ („Sie kehren in ihre Grenzen zurück“) geführt wird. Die Heimkehrer werden zunächst von medizinischen Teams untersucht, anschließend – je nach Zustand – in die Krankenhäuser Barzilai (Aschkelon) oder Soroka (Beerschewa) gebracht oder in einem Armeekonvoi zur Militärbasis Re’im gefahren, wo ihre Familien sie erwarten. Dort hat die Armee zwanzig private Räume vorbereitet, in denen die Rückkehrer sowohl medizinisch untersucht als auch in vertraulichem Rahmen mit ihren Angehörigen wiedervereint werden.


Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und seine Frau Sara haben jedem der Heimkehrenden ein persönliches Willkommenspaket vorbereitet – mit Kleidung, persönlichen Gegenständen, einem Laptop und einem Tablet, um die Wiedereingliederung zu erleichtern. Beigefügt ist ein handgeschriebener Zettel mit den Worten: „Im Namen des gesamten Volkes Israels: Willkommen zu Hause! Wir haben auf euch gewartet und umarmen euch.“

Ein handgeschriebener Zettel von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und seiner Frau Sara für die aus der Hamas-Gefangenschaft im Gazastreifen zurückkehrenden Geiseln, 13. Oktober 2025. Quelle: Büro des Ministerpräsidenten.

Parallel dazu bereitet sich Israel auf die Freilassung von rund 1.950 palästinensischen Sicherheitsgefangenen vor – darunter 250, die wegen tödlicher Anschläge zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, und weitere 1.700, die seit Beginn des Krieges festgenommen wurden. Sie sollen erst dann an die palästinensischen Behörden übergeben werden, wenn sämtliche lebenden Geiseln sicher in israelischer Hand sind.

Nach Abschluss der Übergabe wird der Konvoi des Roten Kreuzes erneut nach Gaza zurückkehren, um die Leichname der 28 Geiseln zu bergen, die in der Gefangenschaft ermordet wurden. Ihre Körper werden in israelische Flaggen gehüllt und in einer feierlichen Zeremonie mit militärischen Ehren nach Re’im gebracht, wo ein Militärseelsorger das Totengebet spricht. Anschließend erfolgt die Überführung zum Nationalen Institut für Rechtsmedizin in Abu Kabir bei Tel Aviv, wo eine abschließende Identifikation vorgenommen wird.

Der Generaldirektor des Religionsministeriums, Jehuda Avidan, erklärte, dass das Institut für jede der getöteten Geiseln ein eigenes Dossier auf Grundlage von Geheimdienstinformationen angelegt habe. Eine spezielle Kommission des Oberrabbinats habe die Todeserklärungen bereits vor Wochen ausgestellt – ein Schritt, der es verwitweten Partnerinnen ermöglicht, nach dem jüdischen Gesetz erneut zu heiraten. „Es gibt keinerlei Zweifel“, betonte Avidan im israelischen Rundfunk. Einige Familien hätten die traditionelle siebentägige Trauer bereits abgehalten und würden nun eine neue Beisetzung mit militärischen Ehren durchführen.

Während im Land Erleichterung, aber auch Anspannung spürbar ist, bleibt die Lage politisch brisant. Kritische Stimmen in der Regierung warnen vor den Folgen der Freilassung von Terroristen. Doch die breite Öffentlichkeit steht geschlossen hinter der Rückführung der Geiseln – für viele ein moralisches Gebot. Seit Monaten drängen Familien und Unterstützer in Mahnwachen, auf Straßen und Plätzen auf eine Lösung. Die Geduld der Gesellschaft war am Ende.

International wird der Austausch als Durchbruch gefeiert. Diplomatische Beobachter sprechen von einem möglichen Wendepunkt im Nahen Osten, auch wenn niemand von einem stabilen Frieden ausgeht. Noch ist unklar, ob alle Verpflichtungen eingehalten werden, und ob Extremisten auf beiden Seiten das Abkommen sabotieren könnten.

Für Israel aber ist dieser Tag mehr als ein politisches Ereignis. Es ist ein Akt der Wiedergutmachung und des Trostes – ein Tag, an dem Wunden berührt, aber auch geheilt werden können. Die Heimkehr der letzten Geiseln erinnert an den tiefen Wert, den das Leben in Israel hat. Ein Volk, das seine Söhne und Töchter nicht vergisst, selbst nach Jahren der Dunkelheit. Ein Land, das gelernt hat, Schmerz in Entschlossenheit zu verwandeln – und Hoffnung in Tatkraft.

 

Video: Live vom Geiselplatz in Tel Aviv:

 

Wir berichten über die Freilassung der israelischen Geiseln auf unserem Telegram-Kanal.

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Freilassung der Geiseln beginnt”

  1. Havershalom sagt:

    Baruch Hashem – gepriesen sei der HERR

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