Sprache schafft Wirklichkeit. Doch welche Realität entsteht, wenn die Begriffe entgleisen? Wenn Worte ihre Schärfe verlieren oder zur ideologischen Tarnung umgeprägt werden?
Wo die Sprache erodiert, verflüchtigt sich das Denken – und mit ihm die Fähigkeit zur Unterscheidung.
Es ist offensichtlich, dass sich die Gesellschaft aus Trägheit oder intellektueller Kapitulation einem sprachlichen und politischen Niveauverlust beugt – ein Verfall, der symptomatisch für eine umfassendere kollektive Verdummung steht.
Wer die Realität der Judenfeindschaft verschleiern will, bedient sich der Sprache – und nennt es Aufklärung.
Heute geschieht das nicht mehr durch plumpe Parolen, sondern durch wohlklingende Etiketten: Faktencheck, Wokeness, Toleranz, politische Korrektheit. Was als moralische Haltung erscheint, wird zur rhetorischen Disziplinierungsmaßnahme – und ersetzt die Frage nach Wahrheit durch die Frage nach Gesinnung.
LINGUA TERTII IMPERII
Viktor Klemperer war Romanist, Literaturprofessor, Jude – und als solcher in der NS-Zeit entrechtet, verfolgt, seiner beruflichen Existenz beraubt. Nur seine Ehe mit einer protestantischen Frau bewahrte ihn vor der Deportation. Er blieb in Dresden, lebte unter ständigem Druck,...
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