Kyros der Große, Darius I. und Schapur I. schmücken heute Plakate, Lehrbücher und Gedenkreden, nicht als Zoroastrier oder antike Imperatoren, sondern als „Soldaten Irans“, als Wegbereiter einer angeblich ewigen iranisch-islamischen Identität. Doch zwei dieser Herrscher, Kyros und Darius, sind nicht nur Teil der persischen Geschichte, sondern auch der biblischen Erzählung. Sie erscheinen im Alten Testament nicht als Feinde Israels, sondern als von Gott eingesetzte Werkzeuge: Könige, die den Juden nach dem babylonischen Exil die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau des Tempels erlaubten. Was aber würde Kyros sagen, wenn er heute sähe, wie das islamische Regime offen zur Zerstörung Israels aufruft? Und was Darius, wenn er erleben müsste, wie ein Land, das einst für religiöse Toleranz und imperiale Weitsicht stand, heute antisemitische Hetze verbreitet und jüdische Bürger unterdrückt? Sie würden sich kaum an der Seite der Ayatollahs sehen, sondern an der Seite jener, die für Glaubensfreiheit, Menschenwürde und Respekt eintreten. Die Ironie ist tiefgreifend: Zwei Könige, die im biblischen Gedächtnis als Retter Israels verewigt sind, werden heute vereinnahmt von einem Regime, das den jüdischen Staat dämonisiert und sich selbst zum...
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